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30.11.2012

Junge für alte Menschen sensibilisieren: Caritasmitarbeiter zu Generationenmentoren fortgebildet

Zum Generationenmentor haben sich zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter qualifiziert.

Caritas-Altenhilfereferentin Eva-Maria Schork, Dozent Thomas Distler und der Leiter der Arbeitsgruppe Bildung im Landesforum Katholische Seniorenarbeit Bayern, Michael Schmidpeter (von links) gratulierten den neuen Generationenmentoren. Foto: Caritas/Esser

Eichstätt. (pde) - Zum Generationenmentor haben sich zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus sieben Caritas-Altenheimen und einer Caritas-Sozialstation im Bistum Eichstätt qualifiziert. Nach einer zweitägigen Fortbildung erhielten sie dafür im Altenheim Caritas Pirckheimer in Nürnberg-Altenfurt von Caritas-Altenhilfereferentin Eva-Maria Schork und dem Leiter der Arbeitsgruppe Bildung im Landesforum Katholische Seniorenarbeit Bayern, Michael Schmidpeter, ihre Zertifikate. Die Fortbildung wurde vom Bayerischen Sozialministerium im Rahmen der Kampagne „ganz jung. ganz alt. ganz ohr.“ gefördert und vom freiberuflichen Dozenten und Projektleiter dieser Kampagne, Thomas Distler, durchgeführt. Ziel ist, dass die Generationenmentoren junge Menschen für das Thema Alter sensibilisieren und bei ihnen Interesse dafür wecken.

In der Fortbildung setzten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderen mit Themen wie „Warum Jung und Alt einander brauchen“ und „Der demografische Wandel eröffnet neue Berufsperspektiven“ auseinander. Sie erhielten Impulse für Unterrichtsgestaltungen, um jungen Menschen auch in Schulen das Thema „Warum es sich lohnt, ganz Ohr für die Alten zu sein“ näher zu bringen.

Projekte aus Einrichtungen präsentiert
Außerdem erarbeiteten die Beteiligten unterschiedliche Projektpräsentationen, die sie am Abschlusstag vorstellten. Nicole Compensis aus dem Caritas-Altenheim Nürnberg-Langwasser berichtete über die Zusammenarbeit ihres Hauses mit dem Hort im Familienzentrum Imbuschstraße. Seit vier Jahren treffen sich Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenheimes und Kinder des Hortes regelmäßig abwechselnd im Altenheim und im Familienzentrum. Die Kinder lernen so die Caritas-Altenhilfe in dieser Einrichtung kennen und sind gemeinsam mit den alten Menschen aktiv: Sie lesen ihnen zum Beispiel Geschichten vor, backen mit ihnen gemeinsam Plätzchen, basteln und kegeln zusammen. Und die alten Menschen erzählen den Kindern aus ihrem Leben. Annemarie Rottenkolber aus dem Caritas-Altenheim Ingolstadt-Gerolfing präsentierte, wie in ihrer noch ländlich geprägten Gegend Kinder aus dem Trachtenverein mit Tänzen alte Menschen in ihrem Haus begeistern. Dabei blühten auch gerade demenzkranke Menschen auf und die Kinder werden so mit der Situation von Menschen in Rollstühlen und mir Rollatoren vertraut. „Für die Bewohner ist das ein Erlebnis. Sie reden dann Tage lang davon“, so die Caritasmitarbeiterin. Der Referent der Fortbildung, Thomas Distler, bewertete an dieser Aktion nicht nur die „win-win-Situation“ für alte wie junge Menschen als positiv, sondern auch, „dass alte Menschen hier das Ergebnis ihrer Arbeit sehen, wenn Brauchtum weitergetragen wird“. Christine Hafner-Flierl aus dem Altenheim St. Pius in Ingolstadt stellte vor, wie ihr Haus gemeinsam mit dem Katholischen Kindergarten St. Pius Ungernederstraße ein Theaterstück „Arche Noah“ vorbereitete und durchführte. Es sei ein besonders berührender Anblick gewesen, „wie die Kinder in die Arche gingen und dabei alten Menschen die Hand schüttelten“, erzählte sie.

Begegnungen und Berufsperspektiven ermöglicht
Aus dem Caritas-Altenheim Denkendorf stellte Karola Dirndorfer vor, wie der Arbeitskreis Rose im Frauenbund einen Bastelnachmittag mit Firmlingen vorbereitete und durchführte: mit dem Ergebnis, dass die Kinder und deren Eltern jetzt auch auf dem Weg vor dem Haus im Alltag mit den alten Menschen ins Gespräch kämen. Auch das Altenheim Caritas Pirckheimer in Nürnberg-Altenfurt lädt seit einigen Jahren Firmlinge in die Einrichtung ein. Renate Quitterer informierte, wie ihnen dort ein Eindruck vom Leben in einem Senioren- und Pflegeheim verschafft wird und die Jugendlichen sich zur Freude der alten Menschen einbringen. Die Leiterin dieses Seniorenheimes berichtete zudem, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch ganz selbstverständlich ihre Kinder mit zur Arbeit bringen können. „Auch dies bereichert das Leben im Haus.“ Aus Eichstätt präsentierten Ruth Helfrich vom Caritas-Altenheim und Mechthild Göbl, Lehrerin an der Mittelschule Schottenau, ein gemeinsames berufsorientierte Sozialprojekt „Generationen begegnen sich“. In diesem erhielten Schülerinnen und Schüler aus achten Klassen praktische Eindrücke über den Pflegealltag in der Altenhilfeeinrichtung. Sie arbeiteten aber auch mit einem Schreiner und einer Gärtnerin zusammen, um die Vielfalt der Arbeit in einem Altenheim kennen zu lernen. Zwei jungen Menschen aus der Schule sind inzwischen Auszubildende in dem Altenheim und andere absolvieren ein Praktikum, berichtete Mechthild Göbl. Anita Riedelsheimer von der Caritas-Sozialstation Monheim stellte dar, wie sie in der Altenpflegeschule Eichstätt deren Schülerinnen im Gespräch über ihre Arbeit mit alten Menschen informierte und sie mithilfe eines Alterssimulationsanzuges und mit Tremorhandschuhen praktisch für deren Lebenssituation sensibilisierte.

„In der heutigen Zeit, in der Jung und Alt oft nicht mehr selbstverständlich zusammenkommen, ist es wichtig, dies gezielt und engagiert zu initiieren“, sagte Michael Schmidpeter zum Abschluss der Tagung. „Ich setze auf Sie, weil Sie Konstanten in Ihren Einrichtungen sind“, bat er die Generationsmentoren, das Gelernte nun verstärkt umzusetzen.



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