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24.10.2018

Jahrestreffen der geistlichen Gemeinschaften 2018

Mit einer Votivmesse zum Heiligen Geist begann das Jahrestreffen der Geistlichen Gemeinschaften (GG) und neuen kirchlichen Bewegungen im Bistum Eichstätt in der Marienkapelle auf Schloss Hirschberg. “Ohne ihn vermögen wir nichts Gutes zu tun,” betonte der Hauptzelebrant, Organisator und Moderator des Abends, Prälat Domkapitular Christoph Kühn. Mit ihm am Altar standen Prof. em. Dr. Stephan E. Müller, Subregens Bernhard Fleckenstein, Spiritual und Kirchenrektor Pius Schmidt und Diakon Norbert Obst.

In seiner Predigt ging Kühn auf das Tagesevangelium ein, in dem Jesus seine Jünger das Vater unser beten lehrte. “Für viele Menschen ist das ’Wir-sein’ der Familie Gottes in den Geistlichen Gemeinschaften besonders intensiv erfahrbar,” meinte er. Es gehe darum, dass wir uns durch den Heiligen Geist mit Christus gleichgestalten ließen und so an seiner eigenen Sendung teil hätten. “Das Wort Gottes ist es, das erleuchtet, reinigt, zur Umkehr ruft und Zugang verschafft zur Begegnung mit Christus,” führte der Prälat aus. Er bedankte sich zum Schluss bei der Musikgruppe EBRAIM aus Schernfeld, die den Gottesdienst mit neuem geistlichen Liedern “wunderbar und würdig” gestaltete. Die Fürbitten wurden von den Sprechern der GG, Käthe Nerke und Anton Zauner, vorgetragen.

Beim anschließenden Imbiss freuten sich die Mitglieder der Gemeinschaften und Bewegungen über den zwangslosen Austausch, ehe Dipl.-Theol. Johannes Seidel (Pastoralinnovation - Rebuilt) aus Bernried im Rittersaal sein Impulsreferat zum Thema “Die Erfahrung mit Gott bezeugen – Jüngerschaft in Gemeinschaft leben. Unser Dienst in der pastoralen Grunderneuerung der Gemeinden” hielt.
“Lassen Sie uns zu Beginn ergründen, wo unser Schmerz und unsere Sehnsucht liegen”, ermunterte Seidel und die Zuhörer nannten zügig die Punkte, die ihnen am Herzen lagen und die auf einem Flipchart für alle sichtbar vermerkt wurden. Dabei kristallisierte sich heraus, dass die Sehnsucht der GG, wie Glaubensvertiefung, Geschwisterlichkeit, Gebet füreinander und Liebe zur Kirche oft auf wenig Interesse in der Pfarrgemeinde stießen oder gar als Konkurrenz zum Pfarrgemeinderat gesehen werden.

“Für mich war vor Jahren das Gleichnis am Marktplatz der Schlüssel zur Evangelisierung,” berichtete Seidel von seinem persönlichen Werdegang. Das Wort “Niemand hat mich angeworben” habe ihn ins Herz getroffen. “Es gilt, die Leute zu suchen, die jetzt offen sind. Jesu Auftrag ‘Macht alle Menschen zu meinen Jüngern’ richte sich jederzeit an alle. Nach langjähriger Tätigkeit als Koordinator für Alphakurse wechselte er vor drei Jahren in den Dienst der Pastoralinnovation und stellte dazu das Buch “Rebuilt” vor. Es beschreibt den Werdegang einer Pfarrgemeinde in einem Vorort von Baltimore, von dem auch wir die Weitergabe des Glaubens lernen könnten. “Die Glaubensvermittlung geht immer über Menschen. Wir werden nie virtuell werden, weil wir die Kirche des Mensch gewordenen Gottes sind,” zeigte sich der Diplomtheologe überzeugt. Es sei manchmal wichtig, selbst ein bisschen zurück zu treten, andere zu ermutigen, zum Beispiel Kleingruppen zu leiten und das jeweils geschenkte Charisma zum Aufbau der “unter die Räuber gefallenen Pfarrgemeinden” zu leben. Ein kurzes Video mit Papst Franziskus bestätigte die Sichtweise. Ein kleiner geistlicher Abschluss mit Liedern und Schrifttext beendete stimmig den gewinnbringenden Abend.

Quelle: Daniela Hieke