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18.12.2003

In der „Zentrale der Macht“ - Eichstätter Könige auf „Staatsbesuch“ in Berlin

Eichstätt/Berlin. (pde) – Glänzende Augen, staunende Blicke und nachher viel zu Erzählen: Für vier Ministranten aus Landershofen und ihre Betreuerin wurde die Fahrt nach Berlin zu einem unvergesslichen Erlebnis. Für alle war es die erste größere Reise - und dann gleich in die Bundeshauptstadt und mit einer Einladung beim Kanzler. Raphael Spannenberg (14), Stephan Rixner (13), Michael Strobel (12) und Stefan Rössler (13) durften das Bistum Eichstätt beim traditionellen Empfang der Sternsinger im Bundeskanzleramt vertreten, Ministrantenleiterin Christine Rössler (24) war als Betreuerin dabei.

Elf Ministranten gibt es in Landershofen, einer Filialgemeinde der Pfarrei Heilige Familie in Eichstätt. Alle elf sind auch Sternsinger. Im vergangenen Herbst wurde in einer Ministrantenstunde die Rätselseite aus dem Aktionsheft des Päpstlichen Missionswerkes der Kinder (PMK) gemeinschaftlich gelöst. „Ich will eine Brücke bauen“ war das Lösungswort, gleichzeitig das Motto für die nächste Sternsingeraktion Anfang Januar 2004. Ende November kam dann der Anruf, der erst ungläubiges Erstauen, dann große Freude auslöste: Landershofen darf zum Kanzler! Zunächst stand aber für Christine Rössler die Qual der Auswahl, denn nur vier ihrer elf Schützlinge dürfen mit. Die meisten der Minis fielen schon durch Unabkömmlichkeit in der Schule aus der engeren Wahl, letztendlich konnte man sich dann aber doch auf die vier einigen.

Doch vor der großen Reise stand dann noch das Einstudieren der Lieder, die alle Sternsinger aus den 27 deutschen Bistümern dem Kanzler vortragen sollten, das Herrichten und Anprobieren der Gewänder und natürlich die Organisation der Schulbefreiungen, denn immerhin ging es ja während der Schulzeit für drei Tage nach Berlin! Aber die Schulleitungen „konnten schließlich nicht anders“, weil das Bitten von allen Seiten groß genug war. Am Eichstätter Willibald-Gymnasium wurde sogar noch eine Englisch-Schulaufgabe verlegt.

Die große Reise startete dann am Sonntag früh am Eichstätter Bahnhof. Bereits mit den Fahrkarten hatten die „Majestäten“ die Einladung der Deutschen Bahn erhalten, auch schon auf der Anreise im Zug ihre Lieder vorzutragen. So erhielten die ICE-Züge von Würzburg über Göttingen nach Berlin den Segen der Eichstätter Sternsinger.

Das Treffen der „Heiligen Drei Könige“ mit ihren Sternträgern aus allen Teilen Deutschlands begann erst am Montagabend. Also blieb noch genug Zeit, etwas von der Atmosphäre von Berlin einzufangen. Der Reichstag, das Brandenburger Tor, das KaDeWe und vor allem der Weihnachtsmarkt auf dem Alexanderplatz hinterließen bei den fünf dann doch einen bleibenden Eindruck. „Der ist irgendwie doch größer als der Eichstätter Weihnachtsmarkt“, war man sich recht schnell einig.

Am Vorabend trafen dann nacheinander alle Sternsingergruppen im St.-Michaels-Heim im Berliner Grunewald ein. Es wurde geprobt, man stellte sich gegenseitig vor, und stellte natürlich das Haus ziemlich auf den Kopf: Ganz so wie man es sich vorstellen kann, wenn über 100 Kinder zusammenkommen.

Der Dienstag war dann der große Tag. Busse des Bundesgrenzschutzes brachten die „Staatsgäste“ ins Kanzleramt. Sicherheitskontrollen, Umziehen im „Nato-Saal“, Stellprobe auf der berühmten Treppe und die Atmosphäre, die man sonst nur von Bildern aus dem Fernsehen kennt: Man war drin im „Zentrum der Macht“. Genau mittags um 12 Uhr begrüße der Kanzler dann seine Gäste. Diese stellten ihre Projekte vor und sangen die Lieder. Trotz der Aufregung klappte alles wie am Schnürchen. Und auch der Kanzler freute sich sichtlich über das Bad in der Menge. Es sei ihm viel angenehmer als die Verhandlungen im Vermittlungsausschuss, so Schröder, ein Kompliment, dass man ihm als glaubwürdig abnahm.

Nach der Rückkehr gab es dann viel zu erzählen: Von den langen Gängen im Kanzleramt, dem Essen in der Kantine, aber auch einigen Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt. Der erste Blick fiel aber gleich auf das Gruppenbild mit dem Kanzler, dass in der Heimatzeitung bereits abgedruckt war: Die Eltern hatten es gleich zum Bahnhof mitgebracht.

Hinweis an die Redaktionen:

In der Presseecke unserer Internetseiten stehen Ihnen unter www.bistum-eichstaett.de/presse aktuelle Bilder vom Empfang der Sternsinger beim Kanzler zur Verfügung.