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08.03.2006

Gute Arbeit für alle – auch für Frauen - Presseerklärung der KAB zum Internationalen Frauentag am 8. März

Die Frauen des Diözesanverbandes Eichstätt der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) erinnern anlässlich des Internationalen Frauentages an die Vorgaben des Grundgesetzes. In Artikel 3 (2) heißt es: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

Diözesanvorsitzende Jutta Spille, aus Neumarkt: „Bis die tatsächliche Gleichberechtigung von Frauen erreicht ist, gibt es noch viel zu tun. Vor allem in der Arbeitswelt sind Frauen noch immer stark benachteiligt.“

Die Frauenreferentin des Verbandes, KAB-Diözesansekretärin Hildegard Remling, Hilpoltstein, mahnt an, dass „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ in Deutschland keine Realität ist. Laut Gleichstellungsbericht der EU-Kommission habe sich der Abstand zwischen den Gehältern von Frauen und Männern in Deutschland entgegen dem europäischen Trend weiter vergrößert. Im Jahr 2004 verdienten Männer im Durchschnitt etwa 23 Prozent mehr als Frauen. 1999 lag dieser Abstand noch knapp unter 20 Prozent. Im EU-Mittel ging dagegen in der gleichen Zeit der Verdienst-Vorsprung der Männer um 1 Prozent auf 15 Prozent zurück.

Vor allem Familienfrauen werden weiterhin auf dem Arbeitsmarkt ausgegrenzt und diskriminiert. Der Wiedereinstieg in die Erwerbsarbeit nach einer familienbedingten Unterbrechung wird ihnen in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit noch stärker erschwert. Die gesetzlichen Rechtsansprüche auf einen gleichwertigen Arbeitsplatz und auf gleiche Entlohnung nach einer dreijährigen Erziehungszeit werden im neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst eingeschränkt. Frauen werden also für die Übernahme unentgeltlicher Familienarbeit künftig noch stärker wirtschaftlich bestraft als bisher.

Das Armutsrisiko für Frauen wächst. Entgegen den politischen Sonntagsreden von einer stärkeren Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer, bewegt sich nur wenig zum Besseren. Das Risiko der Verarmung durch Kindererziehung und durch Pflege von Familienangehörigen bleibt für Frauen hoch. Auch die zunehmende Zahl der Minijobs, ist ein deutliches Indiz für die wachsende Armut von Frauen. Anstelle von sozial gesicherten Teilzeitarbeitsverhältnissen im Umfang von 20 – 30 Wochenstunden, die auf der Wunschliste der Frauen ganz oben stehen, werden ihnen geringfügige Beschäftigungsverhältnisse mit Niedriglöhnen angeboten.

Die KAB-Frauen fordern Politik und Wirtschaft auf, Frauen die volle Teilhabe am Arbeitsmarkt zu gleichen finanziellen und sozialen Bedingungen wie Männern zu ermöglichen. Remling: „Ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft ist überfällig. Darüber hinaus muss Familienarbeit stärker honoriert und in die sozialen Sicherungssysteme angemessen integriert werden“.

 



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