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24.01.2006

Grüne Gentechnik liegt in Verbraucherhand - Landvolk und Landjugend studierte ethische Fragen der Gentechnik

Eichstätt. (pde) – Die Einführung und Akzeptanz von „Grüner Gentechnik“ liegt auch in den Händen der Verbraucher. Zu diesem Schluss kam die Referentin einer Veranstaltung im Bistumshaus Schloss Hirschberg, Dr. Beatrice van Saan-Klein. Die Katholische Landvolkbewegung (KLB), die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) und das Bistumshaus Schloss Hirschberg hatten zu dem Studientag unter dem Motto „Grüne Gentechnik – Chancen und Risiken des Genfood“ eingeladen. Der bewusste Einkauf und das aktive Vermeiden von Nahrungsmitteln mit Inhalt von gentechnisch veränderten Zutaten könne nach Meinung der Referentin die Ausweitung des Anbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen beeinflussen.

Weltweit wurde im Jahr 2005 auf etwa 90 Millionen Hektar, das entspricht etwa fünf Prozent der Weltackerfläche, gentechnisch veränderte Organismen, vor allem Soja, Mais und Baumwolle angebaut. Die veränderten Eigenschaften der Pflanzen liegen im Bereich der Pflanzenschutzmittelresistenz oder der Resistenz gegen Schädlinge. Nach bisherigen Erfahrungen in den USA würden diese Veränderungen für die einheimische Landwirtschaft keine langfristigen Anbauvorteile bringen.

Gentechnische Veränderung muss aus Sicht der Referentin ethisch bewertet werden. Wichtigster Maßstab der Kirche für die ethische Bewertung müsse die Schöpfungsgerechtigkeit sein, die sich am Wohl des Schwächsten orientiere. Dies seien sowohl zukünftige Generationen als auch die Mitgeschöpfe des Menschen und besonders die Armen und Schwachen, die keine Stimme hätten. Sie hätten aber das gleiche Anrecht auf eine möglichst intakte und reichhaltige Umwelt. Deshalb müssten die Folgen und Risiken sehr genau untersucht und bewertet werden. In diese Betrachtung müssten die Folgen des Handelns und des Nichthandelns einbezogen werden. Eine Forschung, die sich an den Bedürfnissen von Verbrauchern und Landwirten orientiert und sich nicht an Marktinteressen der Industrie richtet, solle weiter betrieben werden. Saan-Klein wies darauf hin, dass das Zentralkomitee der Katholiken in einer Erklärung vom 22. November 2003 dazu geraten hatte, den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen auf kirchlichen Flächen zu untersagen, bis alle offenen Fragen geklärt seien.

 



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