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24.03.2016

Gründonnerstag: Erstmals Frauen bei Fußwaschung im Eichstätter Dom

Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke (Mitte) mit den acht ausgewählten Kandidaten(von hinten, von links): Eckhard Lehnberger (Dekanat Eichstätt), Willibald Pfaffel (Dekanat Ingolstadt), Gabriele Strohmeyer (Dekanat Nürnberg-Süd), Alois Meyer (D

Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke (Mitte) mit den acht ausgewählten Kandidaten(von hinten, von links): Eckhard Lehnberger (Dekanat Eichstätt), Willibald Pfaffel (Dekanat Ingolstadt), Gabriele Strohmeyer (Dekanat Nürnberg-Süd), Alois Meyer (Dekanat Weißenburg-Wemding), Waltraud Westhoven (Dekanat Roth-Schwabach), Magdalena Bogner (Dekanat Neumarkt), Rosalinde Göppel (Dekanat Herrieden), Bernhilde Achhammer (Dekanat Habsberg). pde-Foto: Anita Hirschbeck

Erstmals wurden im Eichstätter Dom auch Frauen die Füße gewaschen, hier die Kandidatin aus dem Dekanat Roth-Schwabach, Waltraud Westhoven. pde-Foto: Anita Hirschbeck

Erstmals wurden im Eichstätter Dom auch Frauen die Füße gewaschen, hier die Kandidatin aus dem Dekanat Roth-Schwabach, Waltraud Westhoven. pde-Foto: Anita Hirschbeck

Eichstätt. (pde) – Zum ersten Mal sind im Dom zu Eichstätt Frauen während der Gründonnerstagsliturgie die Füße gewaschen worden. Fünf der insgesamt acht ausgewählten Kandidaten waren Frauen. In diesem Jahr entsendete außerdem erstmals jedes Dekanat je einen Vertreter oder eine Vertreterin.

Papst Franziskus hatte vor kurzem die entsprechenden Passagen in den Messbüchern ändern lassen und so bisherige Unklarheiten, was die Auswahl der Kandidaten angeht, beseitigt. „Frauen und Männer, Kinder und Alte, ganz besonders auch Menschen mit Handycaps und Grenzen werden künftig eingeladen“, erklärte der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke in seiner Predigt. „Besonders ist dem Papst dran gelegen, bei diesem Ritus die zu berücksichtigen, die schwach und klein sind in den Augen der Gesellschaft.“

Seit Bekanntwerden der Änderung hätten sich Gläubige irritiert gezeigt, sagte der Bischof weiter. Einige seien zum Beispiel skeptisch, weil man die Änderungen fälschlich als Vorzeichen für geänderte Zulassungsbedingungen zum Priesteramt verstehen könnte. „Die Feier der Liturgie vereint uns mit dem Tun Jesu und ist nicht für Kirchenpolitik da“, mahnte Bischof Hanke und warf einen Blick auf die geschichtliche Entwicklung des Ritus.

In der Alten Kirche habe die Fußwaschung in den Klöstern eine große Rolle gespielt, vor allem bei der Aufnahme von Gästen. Schließlich habe sich der Ritus in Frauen- wie Männerklöstern mit der Vesper des Gründonnerstags verbunden. „Der Obere wusch seinen Brüdern die Füße im Gedenken an das Handeln Jesu, die Äbtissin ihren Schwestern“, erklärte der Bischof. Nach weiteren Entwicklungen über Jahrhunderte habe Papst Pius XII. 1955 die Fußwaschung in den Gottesdienst am Gründonnerstag eingebunden. So sei „das heilige Spiel der Fußwaschung an zwölf Männern“ zum Bild für die Einsetzung des Priestertums geworden.

Heutzutage komme die Welt angesichts von Gottvergessenheit, Kriegen, Heimatlosigkeit und Flüchtlingszügen nicht zur Ruhe. Der Ritus der Fußwaschung sollte Bischof Hanke zufolge an eine wichtige Dimension der Eucharistiefeier erinnern: „Der Empfang des Leibes Christi in der Liturgie hier in der Kirche sendet zu Christus auf der Straße in seiner inneren und äußeren Not, zu Christus, der uns im Heimatlosen, im Kranken und Gefangenen, im Armen begegnet.“ In der Eucharistie werde die dienende Liebe Jesu empfangen, nicht als Privatbesitz oder persönliche Aufwertung, sondern um die Kraft dieser Liebe durch unser Leben zu verschenken, betonte der Bischof. „Eucharistie verpflichtet so zu handeln, wie der Herr an den Seinen gehandelt hat und handelt.“

Nach alter Tradition waren bisher im Eichstätter Dom – wie auch in vielen anderen Bischofskirchen –zwölf Männern die Füße gewaschen worden. Nach der Überlieferung des Johannesevangeliums wusch Jesus beim letzten Abendmahl den zwölf Aposteln die Füße und zeigte so seine Bereitschaft, anderen zu dienen.

Insgesamt erinnert die katholische Kirche am Gründonnerstag an das Abschiedsmahl, das Jesus am Abend vor seinem Tod mit seinen Jüngern hielt. Sie feiert damit die Einsetzung der Eucharistie. Die Feier am Abend des Gründonnerstags bildet den Auftakt der drei österlichen Tage des Leidens und der Auferstehung des Herrn.



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