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26.11.2020

Großes Interesse an „Wohnen mit Service“ im Caritas-Seniorenheim St. Elisabeth

Willibald Heigl (links) und das Ehepaar Günther und Anneliese Harrer vor dem Caritas-Gebäude „Wohnen mit Service“ in St. Elisabeth. Foto: Peter Esser/Caritas

Eichstätt – Was kann man als älterer Mensch tun, wenn einem das eigene Heim zu groß wird, im Alltag vieles zu viel wird, man aber noch nicht in ein Alten- und Pflegeheim ziehen will? Für solche Lebenssituationen hat der Diözesan-Caritasverband unmittelbar neben dem Seniorenheim St. Elisabeth in Eichstätt ein neues Gebäude für „Wohnen mit Service“ errichtet. Seit September wohnen dort Einzelpersonen sowie Ehepaare in zwölf Apartments, die zwischen 48 und 61 Quadratmeter groß sind. Das Besondere daran: Als Mieter können sie auf Wunsch und nach Bedarf verschiedene Serviceleistungen in Anspruch nehmen: Diese reichen vom Mittagessen über Reinigungsdienste und Wäscheservice bis zur persönlichen Pflegeberatung.

118 Voranmeldungen

„Wir hatten rund hundert Anmeldungen und haben heute eine Warteliste von 118 Voranmeldungen“, informiert die Eichstätter Caritas-Seniorenheimleiterin Irene Stiegler über die überaus hohe Nachfrage nach dieser Wohnform. Der erste Mieter, der bereits im Jahr 2014 sein Interesse an einem Einzug bekundete – als über die Pläne für das „Wohnen mit Service“ erstmals in der Zeitung berichtet wurde – ist der 87-jährige Willibald Heigl. „Ich fühle mich hier sehr wohl“, freut sich Heigl, einen richtigen Schritt in seinem Leben vollzogen zu haben. Seine Ehefrau starb vor vier Jahren. Seitdem wohnte er alleine in einem rund 130 Quadratmeter großen Haus ganz in der Nähe seiner neuen Wohnstätte. Seine Kinder leben mittlerweile in Greding und bei Dillingen.

„Die Aufgaben sind mir in den letzten Jahren über den Kopf gewachsen.“ Vom Fensterputzen über die Gartenpflege bis hin zur Selbstversorgung wurde Heigl vieles zu viel. Im „Wohnen mit Service“ bekommt er derzeit das Mittagessen vom Seniorenheim ins Apartment geliefert und kann nach der Corona-Zeit an einem offenen Mittagstisch im Heim teilnehmen. Eine eigens für die neue Wohnform angestellte hauswirtschaftliche Mitarbeiterin sorgt dafür, dass seine Wohnung gereinigt wird und seine Wäsche gewaschen wird. Sein Apartment gefällt dem 87-Jährigen vor allem deshalb, weil es sehr zweckmäßig eingerichtet sei. „Vor allem die Küche mit Spülmaschine ist hervorragend. Man hat alles mit zwei Schritten im Griff“, erzählt er am Telefon.

Wichtig ist für Heigl auch die Wärme und Herzlichkeit, die er in St. Elisabeth vorgefunden habe: „Das Personal hat hier stets Zeit für einen kleinen Plausch.“ Zum Dank für den freundlichen Umgang will er dem Seniorenheim in Kürze eine Krippe mit zahlreichen von ihm selbst handgeschnitzten Weihnachtsfiguren schenken. Seine Zeit widmet er zum Teil der Ahnenforschung, für die er mit dem Auto ab und an zu Kirchen und Standesämtern in umliegende Dörfer fährt. Für Heigl ist es aber auch gut zu wissen, dass in der Nähe seines Apartments eine Bushaltestelle ist, wenn er mal kein Auto mehr fahren kann. Jeden zweiten Tag spaziert er zu seinem Haus, das er bisher nicht verkaufen will, kehrt die Straße, legt hier und dort Hand an und schaut nach dem Rechten. Für seine neue Wohnung hatte er sich auch deshalb entschieden, weil „ich von dieser denselben schönen Ausblick Richtung Norden nach Wintershof habe, wie ich ihn vom Haus hatte“.

Auch der 80-jährige Günther Harrer und seine 78-jährige Frau Anneliese, die in Rebdorf wohnten, gehörten zu den Ersten, die sich für das „Wohnen mit Service“ anmeldeten. Auch ihnen wurden Haus und Garten zu viel. Günther Harrer hat zwei Bandscheiben-Operationen hinter sich. Als Harrer im Jahr 2017 über das geplante „Wohnen mit Service“ las, „habe ich schon vorausschauend gedacht“. Und das wird heute belohnt: „Wir haben uns hier prima eingelebt!“ Ausschlaggebend für das Ehepaar war unter anderem die Nähe zur Innenstadt und sämtlichen Einkaufsmöglichkeiten.

Nähe zum Pflegeheim

Zum vorausschauenden Denken von Günther Harrer gehörte auch, dass er im Falle eine Pflegebedürftigkeit an seiner neuen Wohnstätte gleich den nahen Kontakt zum Caritas-Pflegeheim hat. Einrichtungsleiterin Irene Stiegler bietet im Rahmen der Servicedienste unter anderem eine Pflegeberatung an, welche die Harrers aber noch nicht in Anspruch genommen haben. Die 61 Quadratmeter große Wohnung, in der diese jetzt leben, erfährt Günther Harrer als absolut ausreichend. „Die Jalousien funktionieren nur manchmal noch nicht“, macht er darauf aufmerksam, dass sich einiges noch im Anfangsstadium befindet. Und der Heizkörper sei etwas niedrig, um ihn gut bedienen zu können. Doch ansonsten zeigt auch er sich sehr zufrieden. „Und Heimleiterin Frau Stiegler kümmert sich um alles fantastisch.“

Diese hofft, dass das gesamte Bauprojekt in St. Elisabeth bis Ende des Jahres abgeschlossen sein wird. „Es fehlen jetzt noch ein paar Kleinigkeiten“, so Stiegler. Sie freut sich vor allem auch darauf, nach der Corona-Zeit die geplante Begegnungsstätte mit Leben füllen zu können. „Die können dann auch die Mieter im „Wohnen mit Service“ zum Beispiel für eine Geburtstagsfeier nutzen.“

Quelle: Caritasverband für die Diözese Eichstätt



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