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30.07.2018

Großer Auftritt abseits des Altars: Ministrant aus Bistum Eichstätt spricht vor Weltpresse

Jonas Ferstl in Rom; pde-Foto: Geraldo Hoffmann

Jonas Ferstl in Rom; pde-Foto: Geraldo Hoffmann

Jonas Ferstl bei der Pressekonferenz; pde-Foto: Geraldo Hoffmann

Jonas Ferstl bei der Pressekonferenz; pde-Foto: Geraldo Hoffmann

Rom/Eichstätt. (pde) – Ministranten sind es gewohnt, bei ihrem Dienst am Altar im Blickpunkt zu stehen. Doch was Jonas Ferstl aus Preith bei Eichstätt an diesem Montag, 30. Juli, in Rom erlebt ist außergewöhnlich. „Es ist definitiv eines der größten Erlebnisse meines Lebens verbunden mit einer großen Verantwortung, aber ich hoffe, dass ich repräsentativ für alle Minis die richtigen Worte finde“. Das sagt der 18-jährige, bevor er den Raum (Sala Pius X. im Vatikan) betritt, in dem die Pressekonferenz zum Auftakt der Internationalen Ministrantenwallfahrt stattfindet.

Vor ein paar Wochen erst hat Jonas sein Abitur am Eichstätter Willibald-Gymnasium gemacht, jetzt spricht er als einziger Ministrant mit Journalisten aus rund 20 Ländern. Die Müdigkeit von der 14-stündigen Busfahrt ist ihm nicht anzumerken. „Die Tatsache, dass ich für mehr als 50.000 deutsche Minis spreche, macht mich sehr stolz.“ Gleichzeitig freue er sich über die Aufgabe und die Möglichkeit, seine „Message und den Glauben so vielen Leuten näher zu bringen“.

Seit neun Jahren – die Hälfte seines Lebens – ist Jonas Ministrant in der Pfarrei St. Brigida in Preith, hat als „Obermini“ unter anderem Gruppenstunden geleitet. „In den Gruppenstunden üben wir zum Beispiel den Ablauf der Messe ein und lernen die einzelnen Aufgaben bei verschiedenen Gottesdiensten kennen“, erzählt er. Für Gruppenleiter sei es außerdem wichtig, Verantwortung für die jüngeren Ministranten zu übernehmen. „Überhaupt lernen wir in der Minigruppe, an einem Strang zu ziehen und aufeinander Rücksicht zu nehmen.“

Ministrantenzeltlager, Nachtwanderungen und Ausflüge in verschiedenen Freizeitparks seien besondere Erlebnisse in seiner bisherigen Minilaufbahn gewesen. Zu den absoluten Highlights zähle aber die Ministrantenwallfahrt nach Rom, bei der er zum dritten Mal dabei ist: „Das Feeling in der Großstadt, die beeindruckenden Bauten wie das Kolosseum und die prächtigen Kirchen sowie die Erlebnisse mit vielen jungen Menschen faszinieren mich immer wieder“. Zum ersten Mal als Betreuer dabei zu sein, bedeute für ihn, mehr Verantwortung zu tragen und Vorbild für die Teilnehmer zu sein.

Für Jonas Ferstl ist eine Wallfahrt viel mehr als eine Freizeitveranstaltung. Wenn er gemeinsam mit vielen anderen Jugendlichen auf dem Petersplatz singe und bete, merke er, was ihm der Glaube bedeute. „Es ist gut, etwas zu haben, an dem ich mich festhalten kann – auch dann, wenn’s einmal nicht so gut läuft.“ Diese Erfahrung habe er kürzlich bei einem Todesfall in der Familie gemacht. Er wiederholt vor der Weltpresse einen Satz, den er bereits bei seiner ersten Teilnahme an einem Pressegespräch – während der Versammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Ingolstadt – gesagt hatte: „Fußball ist klasse – aber wenn’s mal richtig eng wird im Leben, kann er dir auch nicht wirklich helfen“, sagt der Ministrant, der in seiner Freizeit Fußball beim SV Marienstein in Eichstätt spielt.

Bei der Ministrantenwallfahrt denke er besonders an die Menschen, die ihm nahe stehen. „Ich persönlich freue mich auf die große Gemeinschaft und die Freude im Glauben, die uns alle verbindet.“ Schön findet Jonas auch, dass sich Papst Franziskus wieder extra Zeit für die Minis nimmt, und dass es beim „Blind Date“ wieder die Möglichkeit gebe, mit Jugendlichen aus verschiedenen Teilen der Welt in Kontakt zu kommen. „Das ist dann auch ein Zeichen, das gut zum Motto der Ministrantenwallfahrt 2018 ‚Suche Frieden und jage ihm nach‘ passt“.

Jonas Ferstl ist einer von rund 550 Teilnehmern aus dem Bistum Eichstätt bei der Internationalen Ministrantenwallfahrt in Rom. Die Gruppe ist am Montagmittag in der Ewigen Stadt eingetroffen. Zunächst standen ein Gottesdienst und ein Abend der Barmherzigkeit in der Unterkunft in Sarcofano auf dem Programm. Höhepunkt der Wallfahrt ist am Dienstag die Audienz mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz. Weitere Informationen unter www.jugend-bistum-eichstaett.de.



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