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27.11.2002

Franz von Sales als prophetischer Vorreiter des II. Vatikanischen Konzils - Im Eichstätter Sales-Verlag erschien Broschüre mit Dokumenten von Papst Pius IX.

Eichstätt. (pde) - Zweier großer Jubiläen gedenkt der Eichstätter Franz-Sales-Verlag in diesem Herbst: Zum einen wurde Franz von Sales am 8. Dezember 1602, vor genau 400 Jahren, zum Bischof geweiht, und zweitens wurde er durch Papst Pius IX. im Juli 1877, vor 125 Jahren, zum Kirchenlehrer für die ganze Kirche ernannt; das apostolische Schreiben des Papstes folgte im November 1877. Mehrere Bücher des Verlags weisen auf diese Daten hin, eine eigene Broschüre ist ihnen ganz verpflichtet: Unter dem Titel „Salesianisch leiten“ gab die „Internationale Kommission für salesianische Studien“ ein Bändchen heraus, das die Dokumente des Papstes vom 19. Juli und vom 16. November 1877 in deutscher Übersetzung ediert. Zuvor legt ein Aufsatz von Pater Lewis S. Fiorelli, dem Ordens-General der Salesianer, das Thema „Die Leitung in der salesianischen Tradition“ dar.

Jubiläen und Erinnerungen an wichtige Ereignisse aus dem Leben heiliger Menschen lehren, den Grad heutiger „Verpflichtungen besser zu verstehen“, begründet das Vorwort diese Edition. Franz galt die Predigt des Wortes Gottes als eine der wichtigsten Pflichten des Bischofs, er glaubte fest daran, dass die Gläubigen durch dieses Mittel zu göttlichen Eingebungen gelangen könnten. Auch über das Amt des Bischofs habe er sich Gedanken gemacht: In seinen Schriften betonte er die Wichtigkeit der Kollegialität zwischen Papst und Bischöfen, die „nicht Statthalter des Papstes, sondern Unseres Herrn“ seien - eine Aussage, die schon auf das Jahrhunderte später verfasste Konzilsdokument „Lumen Gentium“ vorausweise, worin die Rolle der Bischöfe ähnlich definiert wird. Auch Papst Paul VI. habe Franz von Sales in seinem apostolischen Schreiben „Sabaudiae Gemma“ („Die Perle Savoyens“) als Vorreiter des Zweiten Vaticanums bezeichnet. Deshalb könnten die prophetischen Texte dieses Kirchenlehrers noch heute als Quellen zur Weiterentwicklung des Wesens der Leitung in der Kirche betrachtet werden.

Detailliert deutet Lewis Fiorelli die einzelnen Züge des Geistes und Wesens salesianischer Leitung, die man in der modernen Welt als „sehr moderat“ empfinden dürfte, wie die drei Herausgeber der „Internationalen Kommission für salesianische Studien“ urteilen. Diesem Gremium gehört neben den beiden Patres Jean Gayet und Alexander Pocetto der Eichstätter Verlagsleiter Herbert Winklehner an.

Salesianisch leiten: Der hl. Franz von Sales: 400 Jahre Bischof - 125 Jahre Kirchenlehrer, hg. von der Internationalen Kommission für salesianische Studien. Franz-Sales-Verlag Eichstätt 2002, 48 Seiten, Broschur, Preis 7,80 Euro.

 



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