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30.03.2006

Filigrane Reliquienmonstranz als Exponat des Monats im Eichstätter Diözesanmuseum - Spätbarockes Werk gewährt Einblick in eine Episode der Geschichte

Eichstätt. (pde) - Ein neues „Exponat des Monats“ stellt das Domschatz- und Diözesanmuseum Eichstätt nach der Winterpause vor: eine Reliquienmonstranz der heiligen Walburga. Die feine spätbarocke Miniaturmonstranz mit einer Höhe von nur 17 cm ist auf den ersten Blick unscheinbar, doch offenbart sie bei näherer Beschäftigung spannende Einblicke in eine interessante Geschichte, die zu Eichstätt und einer historischen Persönlichkeit in Beziehung steht.

Das filigrane Werk entspricht formal dem üblichen Typ einer barocken Strahlenmonstranz, ist aber nicht für die Aufbewahrung der Eucharistie bestimmt, sondern birgt eine Reliquie der heiligen Walburga im Schaugefäß. Fuß und Schaft sind aus Silber gearbeitet. In den Medaillons sind ein Wappen, das auf Adelgundis Pettenkofer I., Äbtissin des Benediktinerklosters St. Walburg in Eichstätt, verweist, und die Inschrift „FONS S. WALBURGAE OLEI“ graviert. Vor dem gezackten Strahlenkranz aus vergoldetem Weißblech liegt eine zweite Ebene, die das ovale Schaugefäß in Form eines Weinstockes umrahmt, der von einer Krone überhöht wird. Die Reliquie ist mit einem Papierstreifen, einer „cedula“, bezeichnet. Das Schaugefäß ist rückseitig mit einem Türchen aus Zinn verschlossen, in das die Initialen „P A T C ad S W“ graviert sind. Vermutlich hat die Person, die sich hinter den Initialen „P A T C“ verbirgt, dem Kloster oder der Äbtissin das Reliquiar geschenkt. Aufgrund seines Formats diente es wohl der privaten Andacht.

Adelgundis Pettenkofer I. nimmt in der langen Geschichte des Klosters St. Walburg eine bedeutende Stellung ein. Während ihrer Regierungszeit von 1730 bis 1756 wurde die barocke Ausstattung der Klosterkirche, die infolge des Einfalls und der Plünderung der schwedischen Besatzung gelitten hatte, zu einem glanzvollen Ende geführt. Künstler wie Johann Georg Bergmüller, Joseph Adam Mölk oder Judas Thaddäus Sauter wurden von ihr beschäftigt.

Adelgundis Pettenkofer wurde 1696 in Berching als neuntes von zehn Kindern eines Weinschenken und Weinhändlers geboren, der zum Patriziat der fürstbischöflichen Amtsstadt gehörte und über zahlreiche Anwesen dort verfügte. Sie trat 1706 als Schülerin in das Kloster St. Walburg ein und wurde 1730 zur Äbtissin gewählt. Ihr Wappen ist deutlich an der Nonnenempore der Klosterkirche zu sehen.

Das „Exponat des Monats“ ist nach der Winterpause des Domschatz- und Diözesanmuseums ab 1. April in Raum I ausgestellt. Das Museum ist am Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 10.30 Uhr bis 17 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Sonderführungen, auch für Kinder und Jugendliche, sind nach Vereinbarung möglich. Auch auf den Internetseiten des Museums wird das „Exponat des Monats“ vorgestellt. Die Adresse: „www.bistum-eichstaett.de/dioezesan-museum“.

 



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