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03.12.2014

Eichstätter Malteser fordern begleitetes Sterben statt endgültiger Sterbehilfe

Eichstätt. (mhd) – Die Malteser in Eichstätt sprechen sich gegen jegliche organisierte und auch ärztliche Beihilfe zur Selbsttötung aus. Der ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst der Malteser in Eichstätt begleitet mit ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern ambulant und stationär jährlich mehr als 100 schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen. Die Koordinatorin Carmen Pickl weiß: „Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Aussagen von Betroffenen: ‚Ich will nicht mehr leben‘ in der Regel bedeuten ‚Ich will so nicht mehr leben‘.“ Diese Aussagen werden gerade dann getroffen, wenn der Betreffende noch keine Berührung mit einem Hospiz-Angebot hatte, bei dem die Ermöglichung eines Sterbens in Würde an erster Stelle steht.

Auch der Diözesangeschäftsführer Christian Alberter meint: „Wir sollten Menschen, die am Leben verzweifeln, die Verzweiflung nehmen, nicht das Leben.“ Möglich werde das durch den intensiven Ausbau der Hospizarbeit und (schmerzlindernder) palliativer Versorgung.

Mit einer Legalisierung des ärztlich assistierten Suizids drohen die Mediziner nach Ansicht der Malteser in Widerspruch zu ihrem grundsätzlichen Auftrag zu geraten: Leiden zu lindern und Sterbenden bis zum natürlichen Tod beizustehen, ohne das Leben aktiv zu beenden. Wenn die Suizidassistenz als medizinisch-therapeutische Maßnahme zugelassen wird, „müssen Arzt und Patient künftig wohlmöglich begründen, warum sie trotz Aussichtslosigkeit den natürlichen Prozess des Sterbens gemeinsam gehen wollen“, so die Diözesanoberin Cécile Bergmann.

Die Malteser in Deutschland wendeten sich bereits mit einem Positionspapier an den Bundestag, der am 13. November über das Thema assistierter Suizid diskutierte. Die Hilfsorganisation will ein mit mehr menschlicher Zuwendung verbundenes „begleitetes Sterben“ in Deutschland verankern.

Es ist dringend notwendig, die Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen gesetzlich stärker als bisher abzusichern. Möglich werde das durch den intensiven Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung. Parallel sollten die Bevölkerung und alle beteiligten Berufsgruppen vom Hausarzt bis zur Krankenpflegerin besser über die Möglichkeiten der hospizlichen Begleitung informiert werden.