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25.12.2014

Die Distanz zu Gott, den Menschen und der Schöpfung überwinden – Weihnachtspredigt von Bischof Gregor Maria Hanke

Borgiaskapelle im Priesterseminar Eichstätt

Borgiaskapelle im Priesterseminar Eichstätt

Eichstätt, 25.12.2014. (pde) - Auf einen fortschreitenden Verlust an Solidarität und Verantwortung füreinander hat der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke in seiner Weihnachtspredigt hingewiesen. Die Bereitschaft zu solidarischem Verhalten gegenüber den nachfolgenden Generationen schwinde, sagte der Bischof beim Pontifikalgottesdienst zum Weihnachtstag im Eichstätter Dom. Das werde vor allem am Klimawandel deutlich und den ausbleibenden Konsequenzen, das menschliche Verhalten zu ändern. So seien die mageren Ergebnisse des letzten Klimagipfels weit davon entfernt, eine adäquate Antwort im Sinne einer vorausdenkenden Verantwortung zu sein.

Weihnachten lenke den Blick auf den Mitmenschen. Die Geburt Jesu sei das Angebot Gottes, die Entfremdung der Menschen untereinander und den Zwiespalt zwischen Mensch und Schöpfung aufzuheben. In der Gemeinschaft mit dem Mensch gewordenen Gottessohn könne jeder in den Prozess der eigenen Menschwerdung eintreten.

Die Gesellschaft sei geprägt von einer zunehmenden Individualisierung der Lebenswelten und einer Privatisierung des menschlichen Lebens, so Bischof Hanke in seiner Predigt. „Durch elektronische Kommunikationsmittel sind wir einander nahegerückt wie noch nie, innerlich aber in Distanz“. Die Kraft zu einem Miteinander reiche oft nicht weiter als bis zu Zweckbündnissen. „Ängste und Ausländerfeindlichkeit finden allzu leicht Raum, weil eine echte und tragende Gemeinschaft auf der Strecke geblieben ist.“ Die Krippe des Mensch gewordenen Gottessohnes lade ein, in aller inneren und äußeren Zerrissenheit die Nähe Gottes zu suchen und im Mitmenschen – gerade auch dem Fremden, dem Ausländer und Schwachen – zu finden. "An seine Krippe zu gehen gibt uns Macht, Kinder Gottes zu werden, schenkt uns Kraft für unser Menschsein".