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11.07.2019

„Der liebende Blick“: Abend der Stille im Eichstätter Dom

Eucharistische Anbetung beim Abend der Stille im Eichstätter Dom.

Eucharistische Anbetung beim Abend der Stille im Eichstätter Dom. pde-Foto: Geraldo Hoffmann

Eichstätt. (pde) – Zum „Atem holen im Gebet“ haben sich Gläubige aus der Diözese Eichstätt am Abend der Stille im Rahmen der Willibaldswoche im Eichstätter Dom versammelt. Neben Ordensangehörigen, Gebetskreisen und geistlichen Gemeinschaften war auch eine Ministrantengruppe aus Allersberg an das Grab des heiligen Willibald gepilgert. Der Kirchenchor aus Denkendorf sang beim Gottesdienst, das Collegium Orientale Eichstätt sowie die Ministrantenpastoral und das Diözesane Zentrum für Berufungspastoral gestalteten jeweils eine Anbetungsstunde.

„Still zu werden ist eine schwere Übung für uns Menschen. Wir tun uns leichter, aktiv zu werden“, sagte Bischof Gregor Maria Hanke in seiner Predigt. Zudem sei Stille ganz unterschiedlich erfahrbar: als eisiges Schweigen, als Verstummen oder als aufmerksames Lauschen. Im letzteren Fall würde Stille zum Resonanzraum, um eine Stimme vernehmbar zu machen. Da aber innere Unruhe und äußere Hetze unser Leben prägten, fehle der Resonanzraum, der Gottes Sprechen im Leben vernehmbar machen könnte. „Die empfangsbereite Stille braucht Sinnesarmut, um die Hörfähigkeit zu schärfen, um empfänglich zu werden für Gottes Wort, für den Klang seiner Stimme.“

Die Gebetsform der eucharistischen Anbetung, die im Mittelpunkt des Abends der Stille stand, nannte Hanke „ein Beziehungsgeschehen“. Er verglich es mit dem „liebenden Blick“ zweier Menschen, die sich in die Augen schauen. „Eucharistische Anbetung ist im Wesen nicht religiöse Leistung, sondern erneuert Beziehung, den liebenden Blick: Zunächst muss ich gar nichts leisten und tun, nur mich innerlich frei machen und von allen Gedanken entleeren, damit der Herr mein Mittelpunkt sein kann.“