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08.08.2006

Das Religiöse in Film und Literatur - Lehrer beschäftigten sich mit der medial geprägten Welt

Eichstätt/Beilngries. (pde) – „Das Religiöse in Film und Literatur” lautete das Thema der diesjährigen Studientagung für Lehrer, die zum 56. Mal vom Diözesanbildungswerk am Beginn der Sommerferien veranstaltet wurde. Tagungsleiter Dr. Bertram Blum konnte dazu wieder Teilnehmer aus sieben Diözesen in Schloss Hirschberg begrüßen und machte gleich zu Beginn deutlich, wie wichtig das Gespräch zwischen diesen oft entfremdeten Bereichen angesichts einer medial geprägten Welt ist.

Erste „Suchbewegungen“ dazu machte Dr. Thomas Henke, der Leiter der Eichstätter AV-Medien-Zentrale. Am Beispiel von Kurzfilmen zeigte er auf, dass Religion und moderne Lebenswelt oft nur scheinbar nichts mehr miteinander zu tun haben. Filme, die menschliche Erfahrungen verdichten, Grenzen der menschlichen Existenz abtasten, die vertraute Alltagswelt unterbrechen, gewohnte Sichtweisen erschüttern, können durchaus religiöse Deutungen und Erfahrungen ermöglichen. Das Entscheidende gelingt dabei in der Begegnung von Film und Zuschauer und in dessen „religiöser Leseweise“. Der Film bleibe also das Medium, dessen Auswertung vom Zuschauer abhängt. Deshalb müsse die kommunikative Offenheit des Mediums für den Dialog genutzt werden.

Daran knüpfte Martin Ostermann vom Lehrstuhl für Dogmatik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und Fachmann für das Tagungsthema als zweiter Referent an. Für ihn liegt der Schlüssel im Umgang mit außerkirchlichen und außerchristlichen Symbolen, Mythen und Ritualen in ihrer Aufnahme und „transformierenden Integration“. An filmische Geschichten müsse man mit großer Offenheit herangehen. Dazu setzte er eine Reihe von Filmbeispielen ein.

Im nächsten Schritt befasste er sich mit dem Spannungsfeld Religion und Literatur, wobei er zunächst darauf hin wies, dass Lesen als Kulturtechnik nach seiner Meinung nie aus der Mode komme. Das würden die steigenden Umfragewerte der letzten Jahre zeigen. Als Gründe für das Lesen nannte Ostermann die emotionalen Qualitäten, wie die Förderung der Entspannung, die Orientierungsfunktion wie etwa das Sammeln von Informationen, und schließlich das soziale Erleben, wie beispielsweise die Quasi-Teilhabe am Leben anderer oder die Stärkung des Zugehörigkeitsgefühls.

In der Literatur ist immer wieder das Bemühen um die Frage zu entdecken „Was ist der Mensch?“ und auch das Religiöse ist ein durchgehendes Element, so der Referent.

Am Beispiel der Pastoralkonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils „Gaudium et Spes“ belegte Ostermann die Öffnung der Kirche für die moderne Kultur. Hier werde die Situation des Menschen in der heutigen Welt zur Kenntnis genommen, die weitgehend medial geprägt sei. Deshalb müsse die Kirche immer stärker versuchen, diese Welt und den Menschen zu erfassen und zu verstehen, auf die Zeichen der Zeit zu achten und die Eigengesetzlichkeit der irdischen Wirklichkeiten anzuerkennen. Gerade Literatur und Kunst werden vom Konzil als Hilfe verstanden, sich selbst und die Welt zu erkennen und zu vollenden. Dies wurde mit vielen Beispielen aus Film und Literatur, wie „Der Herr der Ringe“ oder „Harry Potter“ belegt und im Gespräch mit den Teilnehmern auch auf Möglichkeiten der Umsetzung in die Praxis bedacht.

Zu dieser Tagung des Diözesanbildungswerkes gehörte auch eine Fahrt in das neue Kelten-Römer-Museum nach Manching, wo die Gruppe fachkundig geführt wurde.

 



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