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28.06.2012

Caritas: Über 50 Engagierte im Bundesfreiwilligendienst

„Wir haben wesentlich mehr Bundesfreiwilligendienstleistende bekommen, als wir erwartet hatten“, freut sich Jakob Streller über die Entwicklung dieses Dienstes.

pde-Foto: Peter Esser (Caritas)

Caritasmitarbeiter Jakob Streller koordiniert Freiwilligendienste in der Diözese Eichstätt. Er wünscht sich mehr Engagements in Altenheimen und von älteren Menschen. pde-Foto: Peter Esser (Caritas)

Eichstätt. (pde) - „Wir haben wesentlich mehr Bundesfreiwilligendienstleistende bekommen, als wir erwartet hatten“, freut sich Jakob Streller über die Entwicklung dieses Dienstes, der vor einem Jahr bundesweit eingeführt wurde, als der Zivildienst ausgesetzt worden war. Nach Mitteilung Strellers, der beim Caritasverband Eichstätt Einsätze für Einrichtungen der Diözese koordiniert, hat es insgesamt 51 Bundesfreiwilligendienstleistende (BFDler) im Bistum gegeben. Davon hätten 20 – und damit die meisten – ihren Dienst im Bereich Kinder- und Jugend einschließlich Behindertenhilfe geleistet: vor allem im Caritas-Kinderdorf Marienstein, dem Caritas-Zentum St. Vinzenz und in Einrichtungen von Regens Wagner. 15 Personen sind Streller zufolge in der Altenhilfe aktiv geworden, davon acht in Altenheimen und sieben bei Caritas-Sozialstationen. Fünf hätten sich in der Eingliederungshilfe engagiert, etwa in den Caritas-Wohnheimen und Werkstätten Ingolstadt und der Fachklinik Weihersmühle für suchtkranke Männer. Elf haben sich nach seiner Statistik in sonstigen Bereichen wie den Caritas-Kreisstellen und dem Kloster Plankstetten eingesetzt.

Neun der 51 BFDler hörten vorzeitig auf: Vier davon wurden von Seiten der sie beschäftigenden Einrichtungen gekündigt, zum Beispiel aufgrund unentschuldigten Fehlens. Weitere fünf kündigten selbst, zum Teil, weil sie sich im Umgang mit behinderten Menschen psychisch überfordert fühlten. Darin sieht Streller nicht nur Negatives: „Der Freiwilligendienst dient ja auch dazu, dass man testen kann, was einem liegt und was nicht.“ Mehr betrübt ihn schon, dass sich in den 19 Caritas-Altenheimen nicht mehr BFDler engagiert haben. „Angesichts des bevorstehenden Fachkräftemangels wäre es wünschenswert, wenn sich hier vor allem mehr junge Freiwilligendienstleistende einbringen, um zu schauen, ob sie anschließend im Altenpflegebereich eine Ausbildung machen möchten“, so Streller.

Derzeit sind laut dem Koordinator 36 BFDler in der Diözese tätig. Hinzu kommen 27 junge Menschen, die über den Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr (FSJ/FÖJ) leisten – von diesen etwa die Hälfte bei weltlichen Trägern wie etwa dem Klinikum Ingolstadt und die andere in kirchlichen Einrichtungen auf dem Gebiet des Bistums Eichstätt. Während der BFD von Menschen in jedem Alter in jedem Monat begonnen und in unterschiedlichen Zeitlängen geleistet werden kann, richten sich FSJ und FÖJ ausschließlich an junge Leute von 16 bis 27 Jahre und finden immer vom 1. September bis 31. August statt.

Vielfältige Beschäftigungschancen im BFD und FSJ sowie FÖJ

„Außerdem kann der BFD auch in Tätigkeiten außerhalb des Sozialbereiches wie handwerklichen und gärtnerischen Arbeiten ausgeführt werden, während sich FSJ und FÖJ mehr als Lerndienste verstehen, in ihnen überwiegend soziale beziehungsweise ökologische Aktivitäten verwirklicht werden sollen und eine intensivere pädagogische Begleitung stattfindet“, erläutert Streller. Daher fördere der Caritasverband bewusst beide Arten von Freiwilligendiensten. Für FSJ/FÖJ-Stellen arbeitet Streller mit dem BDKJ zusammen. Freie Stellen für ein Freiwilliges Soziales Jahr gibt es nach einer Mitteilung des Jugendverbandes in den Caritas-Sozialstationen Ingolstadt und Nürnberg, den Senioreneinrichtungen der Caritas in Abenberg, Heilsbronn, Gaimersheim und Herrieden sowie den Caritas-Wohnheimen und Werkstätten. Außerdem werden FSJler in der Straßenambulanz St. Franziskus in Ingolstadt unter Leitung von Bruder Martin, bei Regens Wagner Holnstein und im Klinikum Ingolstadt gesucht.

Auch im Bundesfreiwilligendienst gibt es genügend Möglichkeiten für Jung und Alt. Gerade von älteren Menschen wünscht sich Jakob Streller noch mehr Interesse. Während bundesweit laut Familienministerin Kristina Schröder immerhin mehr als 20 Prozent der BFDler älter als 50 Jahre sind, hat es nach der Statistik für die Diözese Eichstätt im ersten Jahr des Dienstes in dieser Altersklasse nur zwei von den 51 Personen gegeben. Erfreulicher sieht Jakob Streller hingegen den Trend bei der Aufteilung auf die Geschlechter. „Fast die Hälfte waren Frauen. Hier zeigt sich durchaus, dass der BFD keine einfache Nachfolgeregelung des Zivildienstes ist, sondern sich zu einer Chance bürgerschaftlichen Engagements entwickelt“, folgert der Caritasmitarbeiter. Auch dass die Zeitdauer des BFD individuell festgelegt werden kann, bewährt sich nach seiner Erfahrung: „Rund 60 Prozent entschieden sich bei uns, ihn entweder kürzer oder länger als ein Jahr lang zu leisten. Persönliche Lebensplanungen konnten also berücksichtigt werden.“

„Jetzt darf es zu keinen administrativen Hindernissen kommen“

Dass es bayernweit zwischenzeitlich zu einem Einstellungsstopp für BFDler durch Engpässe bei den verpflichtenden Bildungsseminaren kam, bedauert Jakob Streller angesichts der Bedeutung und des großen Interesses an den Freiwilligendiensten. Auf Bewerber in der Diözese Eichstätt habe dies aber keine negativen Auswirkungen gehabt: „Erstens hatten wir die meisten letztes Jahr vor dem Einstellungsstopp und zweitens konnten wir danach vereinzelt Leute vermitteln, als andere aufhörten.“ Nun sei freilich zum Schuljahresende wieder mit mehr Nachfragen zu rechnen. „Jetzt darf es zu keinen administrativen Hindernissen kommen“, warnt Streller.

Was die Vergütung betrifft, gibt es zwischen den verschiedenen Freiwilligendienstarten keinen Unterschied: „Jeder BFDler, FSJler und FÖJler erhält monatlich 594,20 Euro in Geld- oder Sachleistungen: 195 Taschengeld, 180,20 für Unterkunft sowie 219 für Verpflegung. Außerdem übernimmt die Einsatzstelle die Sozialversicherungsbeträge“, informiert Jakob Streller. Dieser steht für Auskünfte gerne zur Verfügung: Tel. (08421) 50-975, E-Mail: jakob.streller(at)caritas-eichstaett(dot)de. Interessierte können sich auch direkt an unter „www.caritas-eichstaett.de/freiwillige“ genannte Einrichtungen wenden.

 



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