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29.11.2013

Caritas: Kindertageseinrichtungen wollen sich stärker an Familien orientieren

Eichstätt. (pde) – „Das war für uns eine Auftaktveranstaltung, um gemeinsam mit katholischen Kindertageseinrichtungen bedarfsgerechte und zielgerichtete Angebote für Familien zu entwickeln.“ Dieses Fazit zieht Edith Schmitz, Leiterin des Fachreferates Kindertageseinrichtungen beim Diözesan-Caritasverband nach einer Tagung in Amberg, die unter dem diesjährigen Caritas-Kampagnenmotto „Familie schaffen wir nur gemeinsam“ stand. Dabei setzten sich über 30 Leiterinnen und Erzieherinnen aus Kindertagesstätten im Bistum Eichstätt gemeinsam mit Kolleginnen aus der Diözese Regensburg und dem Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern damit auseinander, wie Einrichtungen familienorientierter werden können. Für die Einrichtungen im Bistum Eichstätt war die Tagung der Startschuss für eine neue Team-Fortbildungsreihe in den kommenden beiden Jahren.

„Alles unter einem Dach?“ fragte Angelika Diller, langjährige Referentin am Deutschen Jugendinstitut und Leiterin der „Weiterbildungsinitiative Frühkindliche Fachkräfte“ (WiFF). Sie erklärte: „Niemand ist so nah wie die Kitas an den Familien“. Gleichzeitig seien viele Eltern in Sachen Erziehung verunsichert. Daher brauchten Familien die Unterstützung der pädagogischen Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen – nicht nur bei der Bildung, Erziehung und Betreuung ihrer Kinder, sondern oft auch bei familiären Anliegen und Problemen.

„Bisher hängt eine solche Familienunterstützung oft von einzelnen Erzieherinnen ab. Die Eltern brauchen eine verlässliche Struktur für ihr Familienleben“, meint Edith Schmitz. Im Bistum Eichstätt habe sich beispielsweise der Katholische Kindergarten St. Maximilian Kolbe in Nürnberg nach einem gemeinsamen Projekt mit Einrichtungen im Erzbistum Bamberg auf den „Weg zum Familienstützpunkt“ gemacht. Das dortige Team erstellte eine Sozialraumanalyse im sozialen Brennpunktviertel Langwasser und startete dann mit zum Teil einfachen, aber hilfreichen Initiativen für Familien: zum Beispiel mit einem Tisch für Eltern und Kinder „Tausch von Kleidern und Ausleihe von pädagogisch wertvollen Spielsachen und Büchern“. Schmitz kann sich vorstellen, dass in Kitas zum Beispiel auch vermehrt pädagogische Erziehungsberatung für Eltern angeboten wird oder bei einer Elternveranstaltung die Kinder parallel in der Einrichtung betreut werden. „Es gibt eine Fülle von Ideen, die zu einer neuen Identifikation mit der Kindertageseinrichtung und auch zu neuen Formen der Nachbarschaftshilfe führen können, aber natürlich ist das ein langfristiger Prozess“, so Edith Schmitz.

Prof. Dr. Matthias Hugoth von der Katholischen Hochschule Freiburg stellte bei der Tagung die besondere Chance kirchlicher Kitas heraus, „Eltern und Familien auch an ihrer Spiritualität und ihrer religiösen Bildungsarbeit teilhaben lassen.“ Damit werde die Kita zum „Lernort des Glaubens für Kinder und Erwachsene“. Doch katholische Kitas seien dabei nicht nur für katholische Kinder und Familien da, sondern „verstehen ihr familienunterstützendes Engagement auch als eine Möglichkeit, Begegnungen zwischen Familien unterschiedlicher kultureller und religiöser Herkunft zu ermöglichen und am Dialog der Religionen mitzuwirken.“



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