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30.04.2004

Bischof Mixa zum Gespräch in Großhabersdorf - Fragen der Ökumene mit katholischen und evangelischen Christen diskutiert

Eichstätt/Großhabersdorf. (pde) – Seine Vorstellung von einer „ehrlichen Ökumene“, die Unterschiede nicht verwischt, jedoch das Gemeinsame betont, hat Bischof Dr. Walter Mixa bei einem Gesprächsabend in Großhabersdorf unterstrichen. „Wir müssen die noch bestehenden Unterschiede um der Wahrheit willen aushalten und offen darüber reden“, sagte der Bischof bei der Veranstaltung in der Pfarrscheune der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Großhabersdorf. In einer zunehmend pluralen Gesellschaft müssten sich die beiden großen christlichen Kirchen jedoch noch mehr als bisher gemeinsam für das christliche Wertebewusstsein und Menschenbild einsetzen. Das Trennende zwischen den beiden christlichen Konfessionen sei sehr schmerzlich, die Schritte auf dem Weg zueinander seien oft klein, aber es gebe einen Weg, unterstrich der Bischof von Eichstätt.

Die Veranstaltung war von dem räumlich zu kleinen katholischen Pfarrheim in die evangelische Pfarrscheune verlegt worden. Zuvor hatte Bischof Mixa eine Messe in der Kirche St. Bonifatius in Dietenhofen gefeiert, die von den Firmlingen mitgestaltet wurde.

In seinem einleitenden Statement verwies der Bischof auf die guten ökumenischen Kontakte und Gemeinsamkeiten in der Diözese Eichstätt, „die freilich nicht ständig auf Transparenten vorgetragen werden, sondern eine Selbstverständlichkeit sind“: gemeinsame Gebete und Gottesdienste, Zusammenarbeit im sozialen Bereich und vielfältige ökumenische Aktionen wie zuletzt zum Jahr der Bibel. Aufrichtig und ehrlich miteinander umzugehen heiße aber auch, die Auffassung des anderen achten. So gebe es in einigen zentralen Punkten zwischen katholisch und evangelisch Unterschiede, die als „Hausaufgabe für die Ökumene“ in den nächsten Jahren und Jahrzehnten anstünden: Dies seien aus katholischer Sicht vor allem die sakramentale Struktur der Kirche, das Weihesakrament und das Eucharistieverständnis.

In der regen Aussprache diskutierten katholische und evangelische Christen aus Dietenhofen und Großhabersdorf mit dem Bischof das Vorgehen im vergangenen Jahr im Fall des damaligen Pfarrers von Dietenhofen-Großhabersdorf Bernhard Kroll, dem wegen der Teilnahme an einer gemeinsamen Mahlfeier in Berlin die Ausübung seines Pfarramtes vorübergehend untersagt worden war. Ebenso gab es zahlreiche Wortmeldungen zu Fragen der Ökumene. Der Abend endete mit einem Gebet, das der gastgebende evangelische Pfarrer Otto Schröpfer sprach, und mit dem Segen des Bischofs.

 



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