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16.11.2014

Bischof Hanke: „Tod auf Bestellung als Angriff auf christliches Menschenbild“

Eichstätt. (pde) – Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke hat sich gegen die Zulassung für den Tod auf Bestellung ausgesprochen. Auch wenn angesichts einer schwer unheilbaren Krankheit viele von einem würdevollen Sterben sprechen, so gehe es bei dieser Forderung um nichts anderes als um einen rechtlich abgesicherten Weg zum Selbstmord, sagte er in einer Predigt im Eichstätter Dom. „Das ist ein Angriff auf unser christliches Menschenbild und die Würde des Menschen“, so Hanke. Zwar stecke in jedem Selbstmord auch das Empfinden von Aussichtslosigkeit und Verzweiflung. Doch Angst vor Schmerzen, Angst vor Verlust der Autonomie oder Angst vor Belastung der Angehörigen könne nicht als Ausdruck der Freiheit und Würde betrachtet werden. Hanke forderte stattdessen eine größere Sorge um den Leidenden, um die Schmerzbehandlung und die Pflege, damit sich der Schwerstkranke nicht alleine gelassen fühlen muss. „Statt dem Patienten die Möglichkeit zur Entsorgung zu eröffnen, bedarf es besserer Versorgung“. Zudem verwies der Eichstätter Bischof auf die Gefahren, die eine Legalisierung der Suizidbeihilfe mit sich führen würde. Sie könne bis hinein in die Familien und Freundeskreise einen negativen Vorbildcharakter entfalten und schwerstkranke Patienten in innere Bedrängnis bringen.


Bischof Gregor Maria Hanke äußerte sich bei einem Gottesdienst zum Ende der Tagung „Theologie des Leibes“, die an diesem Wochenende in Eichstätt stattfand. Schon zuvor hatte er die Initiative des Kolpingwerkes in der Diözese Eichstätt begrüßt, die sich gegen jegliche Form der aktiven Sterbehilfe wendet. Mit seiner Resolution stelle sich der Kolping-Diözesanverband in eine bewährte Tradition der katholischen Verbände, die an den Nahtstellen von Kirche und Gesellschaft christliche Werte und Überzeugungen vermitteln, so der Bischof von Eichstätt. In der Resolution des Eichstätter Kolpingwerk heißt es: „Die Befürwortung der aktiven Sterbehilfe in unserer Gesellschaft ist ein Angst- und Verdrängungsprozess“. Es sei zu befürchten, dass der Druck auf diejenigen erhöht werde, die krank, dement oder vereinsamt sind. Statt aktiver Sterbehilfe fordert der Verband, den Ausbau der Palliativmedizin und der Hospizbewegung weiter voran zu bringen.