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11.05.2018

Besuch aus Burundi: Aufruf zu Einheit und Frieden

Hier ist Burundi, im Herzen Afrikas: Bischof Bonaventure Nahimana aus Rutana (Burundi) zeigt auf die Landkarte. Links der Weltkirchebeauftragte des Bistums Eichstätt, Domkapitular Prälat Christoph Kühn. pde-Foto: Johannes Heim

Hier ist Burundi, im Herzen Afrikas: Bischof Bonaventure Nahimana aus Rutana (Burundi) zeigt auf die Landkarte. Links der Weltkirchebeauftragte des Bistums Eichstätt, Domkapitular Prälat Christoph Kühn. pde-Foto: Johannes Heim

Eichstätt. (pde) – Zu einem Besuch in Eichstätt ist Bischof Bonaventure Nahimana aus Rutana in Burundi eingetroffen. Bei einem Gespräch mit dem Weltkirchebeauftragten des Bistums Eichstätt, Domkapitular Prälat Christoph Kühn, berichtete er von der aktuellen Situation in dem von Krisen geschüttelten Land.

Erst am 9. Mai hatten die Bischöfe von Burundi die Bevölkerung zu Einheit und Frieden aufgerufen. Anlass ist das Verfassungsreferendum am 17. Mai, das die Amtszeit des Präsidenten auf zweimal sieben Jahre verlängern soll. Kritiker befürchten, dass der derzeit amtierende Präsident weitere 15 Jahre an der Macht bleiben soll, da bisherige Amtsperioden möglicherweise nicht mitgezählt würden.

Das Friedensabkommen von Arusha, welches den jahrzehntelangen Bürgerkrieg in Burundi beendete, sah die Teilung der Macht und eine Begrenzung der Amtszeit des Präsidenten vor. Diese hätte demnach im Jahr 2015 enden sollen. Als der amtierende Präsident Pierre Nkurunziza für eine dritte Amtszeit kandidierte – mit der Begründung, die erste Amtszeit wurde nicht durch eine Wahl begründet – brachen in dem kleinen ostafrikanischen Land Unruhen aus, die zahlreiche Todesopfer und noch mehr Flüchtlinge und Vertriebene zur Folge hatten. Im bevorstehenden Referendum soll nun die Verfassung so geändert werden, dass der Präsident nun maximal zwei Amtsperioden zu je sieben Jahren regieren darf, allerdings bei einem Neubeginn der Zählung.

Im Zusammenhang mit diesem Referendum haben die Bischöfe von Burundi nun eine gemeinsame Erklärung herausgegeben, die zunächst einmal betont, dass es derzeit „nicht an der Zeit sei, die Verfassung zu ändern“. Hauptanliegen der Bischöfe ist jedoch, Frieden und Einheit zu bewahren. Man müsse auch nach den Wahlen miteinander reden können.

Als großes Problem bezeichnete Bischof Nahimana bei seinem Besuch in Eichstätt das Einfrieren der Entwicklungshilfe für Burundi durch die Europäische Union. Einzige Wirkung der EU-Sanktionen sei die weitere Verschärfung der Armut in der Bevölkerung. Die EU koppelt die Entwicklungshilfe an Änderungen in Fragen der Menschenrechte und der Pressefreiheit. Dieser Weg sei jedoch noch „sehr weit“, so der Bischof.

Das Bistum Eichstätt ist seit vielen Jahren mit der katholischen Kirche in Burundi partnerschaftlich verbunden. Bonaventure Nahimana ist erster Bischof der im Jahr 2009 neu errichteten Diözese Rutana im Südosten des Landes.



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