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28.05.2020

Begegnungen in virtuellen Räumen: Hochschulseelsorge in Coronazeiten

Zoom-Gottesdienst der KHG-Eichstätt mit Pater Stefan Weig. pde-Foto: Johnnes Heim

Eichstätt/Ingolstadt. (pde) – Gottesdienste, Diskussionsveranstaltungen, Beratungsgespräche, gemeinsames Kochen, Feiern und Spielen: Für das Sommersemester 2020 haben die katholischen Hochschulgemeinden (KHG) in Eichstätt und Ingolstadt ein vielfältiges und geselliges Programm zusammengestellt. Aufgrund der Coronakrise muss es jedoch laufend angepasst werden, einige Angebote sind nur digital umsetzbar. Die Verantwortlichen sehen darin auch eine Chance.

Mit einem Gottesdienst jeden Dienstag um 21 Uhr auf der Videokonferenz-Plattform Zoom bietet die KHG-Eichstätt Studierenden und Mitarbeitenden der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) eine Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen und ins Gebet zu finden. Analog gibt es jeden Donnerstag um 12.15 Uhr eine Eucharistiefeier in der Katharinenkapelle. Durch die Umstellung auf digitale Formate wurde auch die Übungsgruppe zur „Gewaltfreien Kommunikation“ zuletzt wöchentlich angeboten. „Dadurch bestand die Möglichkeit, dass sich sowohl unser Trainer aus Bad Aibling als auch Studierende im Auslandssemester zuschalten und lernen konnten, wie gelingende Kommunikation in diesen veränderten Zeiten stattfinden kann“, erzählt Hochschulseelsorger Pater Stefan Weig.

Die musikalische „Atempause“ am Mittwoch erreiche digital nun ebenfalls mehr Zuhörer als das reale Treffen mittags im Theatron auf dem Universitätsgelände. In Zusammenarbeit mit der Musikpädagogik und der Stabsabteilung Kommunikation der KU stellt die KHG zu Pfingsten wieder einen spirituellen Impuls bereit. Ebenso wurde der „Lichtweg“, die sieben österlichen Stationen der Auferstehung, von Studierenden mit einem Bild versehen und ergänzt durch einen Impuls von der KHG digital geteilt. „In dieser Zeit entstehen viele neue Möglichkeiten, die frohe Botschaft zu teilen und neue Zuhörer dafür zu gewinnen“, sagt Pater Weig. Soziale Netzwerke würden genutzt, um in Kontakt zu bleiben und neue Kontakte herzustellen.

KHG-Ingolstadt

In „normalen“ Zeiten öffnet die KHG-Ingolstadt den Studierenden der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der KU sowie der Technischen Hochschule Ingolstadt Räume für Gottesdienste und Begegnung, zum Ausprobieren und Austausch. Das Bildungsangebot ist durch Formate wie „Kamingespräch“ und „Auf ein Glas mit…“ geprägt. „Die Begegnung mit interessanten Personen steht im Vordergrund, nicht die Wissensvermittlung“, erklärt Hochschulseelsorger Oswald Meyer. Grill- und Spielabende, Stadtführungen und weitere Angebote bauten darauf, Menschen zusammenzubringen, die sich dann in Übergängen des Lebens begleiten und unterstützen. „Dies alles ist so nicht mehr möglich, wenn Distanz gewahrt werden soll und Studierende in ihren Zimmern oder bei ihren Eltern online Wissen erwerben“, bedauert Meyer. Auch die informelle Begegnung mit Mitarbeitenden auf den Gängen der Hochschulen fehlt.

Da gerade die Gottesdienste von der Begegnung und persönlichen Nähe leben, lädt die KHG-Ingolstadt jeden Mittwoch zum Gottesdienst via Zoom ein. Studierende sind hier nicht nur Zuschauer, sondern bringen sich aktiv ein. Manche übernehmen die musikalische Gestaltung, andere lesen Texte, die Fürbitten können persönlich gesprochen oder in der Chatfunktion eingegeben werden. Selbst Austausch in Kleingruppen ist möglich. Bibeltexte können auf einer Whiteboard von allen kreativ bearbeitet werden, eine Abstimmungsfunktion lädt zur aktiven Mitgestaltung ein. „Schön ist, dass auf diese Weise auch Ehemalige wieder an Gottesdiensten teilnehmen können. Nach dem Gottesdienst bleiben viele – wie in normalen Zeiten – noch zur Brotzeit und Gespräch zusammen“, berichtet Meyer.

Soziale Netzwerke sind nach seiner Auffassung in der Zeit des Shutdowns unverzichtbar. Ausgehend von einem ansprechenden Bild des Fotografen Max Rahn lädt die KHG jede Woche zu einem kurzen Gedanken ein. Daneben hält die Hochschulgemeinde mit einem Newsletter Kontakt zu den Studierenden, in dem jede Woche ein ermutigender Gedanke in die Mailbox geworfen wird. Auch gesellige Veranstaltungen laufen langsam wieder an. „Ein Spieleabend über Zoom läuft ganz anders ab als im Thekenkeller der KHG und bietet überraschende Spielmöglichkeiten“, erzählt Meyer.

Bei persönlichen Krisen, Sorgen und Problemen nutzen die Hochschulseelsorger verschiedene Kanäle zur Beratung und Begleitung. „Auch wenn kein digitaler Kanal das persönliche Gespräch ganz ersetzen kann, kann man auch darüber die Sorgen der Studierenden teilen“, sagt Meyer. Nicht alles könne auf digitale Medien verlegt werden. Nach Vorlesungen und Seminaren am Computer seien viele Studierende froh, auch ein analoges Leben führen zu können, so Meyer: „Leider gehen einige nonverbale Kommunikationsmöglichkeiten verloren: Jemandem zuzwinkern oder auch einmal tröstend den Arm um jemanden zu legen, das wird wohl noch länger fehlen.“ Dem pflichtet auch Pater Weig bei: „Unverzichtbar ist der persönliche Kontakt, den wir trotz Kontaktbeschränkungen auch weiter suchen.“

Weitere Informationen zu den Hochschulgemeinden gibt es unter www.khg-eichstaett.de und www.khg-ingolstadt.de.



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