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28.11.2006

567 Engel brauchen Hilfe - Kultusminister Schneider Schirmherr einer Spendenaktion für die Eichstätter Schutzengelkirche

Eichstätt. (pde) - Mit einer Spendenaktion soll die dringend notwendige Innenrenovierung der Eichstätter Schutzengelkirche unterstützt werden. Als Schirmherr der Sammelaktion unter dem Motto „567 Engel brauchen Hilfe“ konnte der Bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultus, Siegfried Schneider (CSU), gewonnen werden. „Bereits als Kind und während meiner Studienzeit in Eichstätt habe ich immer wieder Gottesdienste in der Schutzengelkirche besucht. Ich hoffe mit meinem Engagement für diese Projekt einen kleinen Beitrag für den Erhalt dieser schönen und wichtigen Kirche unserer Bischofs- und Universitätsstadt leisten zu können“, sagte Schneider bei der Pressekonferenz zur Eröffnung der Aktion.

Intensive Untersuchungen im vergangenen Jahr haben dringenden Handlungsbedarf signalisiert, so der stellvertretende Leiter des Diözesanbauamts Eichstätt, Richard Breitenhuber. Vierzig Jahre nach der letzten umfassenden Innenrenovierung sind Wände, Gewölbe sowie die 567 Engelsfiguren durch Kerzenruß und Staub verschmutzt. Die Deckengemälde sind verblasst, die kostbaren Furniere der Altäre lösen sich ab und im Gestühl nagt der Holzwurm. Die Altargemälde, vor allem das zuletzt vor 100 Jahren restaurierte Hochaltargemälde von Johann Evangelist Holzer, zeigen bedrohliche Alterungsspuren. „Dabei zählt die Schutzengelkirche Eichstätt zu den Kirchen mit hoher Bedeutung für die Landes-, Kultur- und Kunstgeschichte Bayerns“, stellt Prof. Dr. Egon Johannes Greipl, Generalkonservator des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, fest.

Eine erste Kostenschätzung ergab, dass eine umfassende Renovierung und auch Konservierung der Deckengemälde aufgrund des hohen künstlerischen Rangs der Schutzengelkirche ca. 3,2 Millionen Euro kosten wird - eine Summe, die das Bischöfliche Seminar Eichstätt nicht allein aufbringen kann. Denn diesem obliegt die Verwaltung der Schutzengelkirchenstiftung Eichstätt, deren Eigentum die Schutzengelkirche ist, und es muss für den Unterhalt der Kirche aufkommen. „Wir sind auf die Unterstützung durch die Diözese, durch staatliche Institutionen und auch auf Spenden der Bevölkerung angewiesen“, erläutert Dr. Gehr die finanzielle Situation. Sollten alle beantragten Fördergelder bewilligt werden, fehlt immer noch 1 Million Euro. Deshalb startete das Bischöfliche Seminar die Spendenaktion.

Mit Plakaten und Faltblättern wird auf das Finanzierungsdilemma hingewiesen. „Jeder Spender übernimmt eine Patenschaft für die Schutzengelfiguren und unterstützt dadurch die Innenrenovierung der Kirche“, erklärt Dr. Gehr. „Jeder, der 100 Euro oder mehr spendet, erhält als Dankeschön eine Spendenurkunde, die die Patenschaft dokumentiert“. Spendenkonten zugunsten der Schutzengelkirche sind bei allen Banken der Region eingerichtet. Informationen zur Innenrenovierung unter: „www.bistum-eichstaett.de/schutzengelkirche/“

Kunsthistorisch bedeutender Sakralbau

Die Schutzengelkirche wurde von 1617 bis 1620 im Auftrag des Bischofs Johann Christoph von Westerstetten als Kollegienkirche der Jesuiten erbaut. Der vom Geist katholischer Reform erfüllte Bischof hatte 1614 die Jesuiten nach Eichstätt gerufen. Die Schutzengelkirche ist ein überregional kultur- und kunsthistorisch bedeutender Sakralbau. Nach der Münchner St. Michaelskirche und der Dillinger Studienkirche steht sie in der historischen Abfolge der deutschen Jesuitenkirchen an dritter Stelle. Sie gehört zu den frühesten Jesuitenkirchen Deutschlands und steht in engem Zusammenhang mit den Missionsbestrebungen des damals noch jungen Jesuitenordens. Heute wird die Kirche vom Bischöflichen Seminar Eichstätt und der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt genutzt.

 



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