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Vom Lastenträger zum Vertreter der Arbeiterjugend

Orlando Machado von JOC Venezuela spricht mit Jugendlichen um sie zu einer Veranstaltung einzuladen, im Markt "Las Pulgas" in Maracaibo. pde-Foto: Marco Antonio Bello
Orlando Machado von JOC Venezuela spricht mit Jugendlichen um sie zu einer Veranstaltung einzuladen, im Markt "Las Pulgas" in Maracaibo. pde-Foto: Marco Antonio Bello

Aufgewachsen ist Orlando Machado in einer Hütte aus Sperrholz und Wellblech in einem Vorort der venezolanischen Erdölstadt Maracaibo. Heute ist der 34-Jährige nur noch selten bei seiner Großfamilie. Von hier ist der Indigene vom Volk der Wayuu mit 14 Jahren abgehauen, hat sich als Lastenträger durchgeschlagen. Schulabbrecher, bitterste Armut, Diskriminierung, umgeben von Drogen und Gewalt – optimale Start-Bedingungen sehen anders aus. „Früher war mir meine Herkunft peinlich“, sagt Orlando. Heute ist er stolz, dass er die Kurve gekriegt hat – dank der Christlichen Arbeiterjugend (JOC), die vom Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat unterstützt wird, und deren internationaler Vertreter er seit 2016 ist.

Stolpersteine gab es viele auf seinem Weg: Einmal landete er im Gefängnis – für eine Straftat, die ein anderer begangen hatte. Abends ging er gerne auf Feten, trank bis zum Umfallen. Dann lernte er einen Mitarbeiter der JOC kennen. Zuerst interessierte ihn das überhaupt nicht, aber der Delegierte blieb hart, lud ihn immer wieder auf JOC-Treffen ein. „Irgendwann blieb ich, und es hat klick gemacht. Ich begann, mein Leben anders zu sehen", erzählt Machado.

2003 schrieb er sich in ein Programm der sozialistischen Regierung ein, war Mitbegründer einer Kooperative für berufliche Weiterbildung und organisierte den Widerstand der Arbeiter gegen eine korrupte Clique, die sich die Kooperative unter den Nagel reißen wollte. „Aber letztlich haben Justiz und Behörden uns nicht unterstützt. 2007 wurde alles Eigentum versteigert“, erzählt er betrübt. Machado kehrte dahin zurück, wo er angefangen hatte – auf den Großmarkt „Las Pulgas“ als Lastenträger. Doch jetzt organisierte er die Arbeitskollegen. Sie legten ihr Geld zusammen für zwei Säcke Zement, um die tückischen Unebenheiten auf dem Boden der Markthallen auszubessern. Sie kauften gelbe T-Shirts, die sie als organisierte Lastenträger auswiesen – und wurden plötzlich viel respektvoller behandelt. Diese Erfolge und seine sympathische, bescheidene Art katapultierten ihn auf die internationale Bühne der JOC. „Es ist mein kleiner Beitrag zur Veränderung dieser ungerechten Welt“, sagt er.

Quelle: Sandra Weiss/Adveniat

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