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KirUm – Netzwerk Kirchliches Umweltmanagement

Eichstätter Appell - Systematischer Klimaschutz durch Umweltmanagement

Nachhaltiges Wirtschaften ist möglich

Die Zeichen der Zeit stehen auf Veränderung: Unsere Lebens- und Wirtschaftsweise muss nachhaltig werden, um zukunftsfähig zu sein. Diese Veränderung kann nicht allein von den Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft erwartet werden; auch die Kirchen können und müssen in ihrem Wirkungsbereich handeln. Das kirchliche Umweltmanagement bietet machbare und wirksame Wege hin zu nachhaltigerem Wirtschaften. In über 300 Kirchengemeinden und Einrichtungen mit Erfolg eingeführt, konnten durch systematisches Vorgehen Ressourceneinsparungen zwischen 10 und 30% realisiert werden. Die zentrale Botschaft unserer Initiative ist optimistisch und zukunftsorientiert: Nachhaltiges Wirtschaften muss sein - und ist möglich!

Im ökumenischen Netzwerk Kirchliches Umweltmanagement (KirUm) sind Landeskirchen, Diözesen und Freikirchen sowie Einrichtungen aus Kirche, Diakonie und Caritas organisiert. Die Netzwerk-Mitglieder betreiben regelmäßigen Erfahrungsaustausch und sichern bundesweit gemeinsame Qualitätsstandards; sie sind bereit, ihre eigene ‚gute Praxis’ weiterzugeben und gemeinsam weiterzuentwickeln.

KirUm-Aktionsjahr 2008: Kirchen reduzieren bis 2012 ihren CO2-Ausstoß um 20%

Das KirUm-Aktionsjahr will durch gemeinsame Aktionen und Fachgespräche weitere Akteure für den systematischen Klima- und Umweltschutz gewinnen. Wir wollen durch Energie- und Umweltmanagement dazu beitragen, dass die beteiligten kirchlichen Einrichtungen und Gemeinden ihren Ausstoß an CO2 bis zum Jahr 2012 um 20% verringern (gegenüber 2003).

Wir rufen daher alle Entscheidungsträger, sowie ehren- und hauptamtlich Mitarbeitende in den Kirchen dazu auf, sich für Umwelt- und Klimaschutz in kirchlichen Einrichtungen und Gemeinden zu engagieren:

Wir rufen auf, Umweltwissen zu verbreiten. Bei kirchlichen Aktivitäten soll gezeigt werden, dass die Berücksichtigung von Zukunftsfähigkeit, Generationengerechtigkeit und weltweiter CO2–Gerechtigkeit eine Bereicherung und einen Gewinn für alle darstellt.

Wir rufen auf, Energie- und Umweltmanagementsysteme einzuführen. In allen kirchlichen Gemeinden und Einrichtungen soll der Verbrauch von Strom, Wärmeenergie und Wasser regelmäßig dokumentiert werden. Diese Daten dienen als Grundlage zur Ausarbeitung von Einsparmaßnahmen. Die Effizienz von Einzelmaßnahmen kann durch ein dauerhaftes systematisches Management erheblich gesteigert werden.

Wir rufen auf, Umwelt- und Klimaschutz in die Regelwerke des kirchlichen Verwaltungswesens zu integrieren. Die Landeskirchen und Diözesen haben Vorbildfunktion und können verbindliche Elemente zur Bewahrung der Schöpfung in Regelwerke und Fördermaßnahmen integrieren, z.B. Bauvorschriften, Beschaffungsrichtlinien, Energieeffizienz, Verpflichtung zu einem standardisierten Berichtswesen mit Umweltkennzahlen, Förderung von Umweltmanagement, Nachhaltigkeit in Bildung und Kommunikation, etc.

Das Engagement zur Bewahrung der Schöpfung ist eine Form der Verkündigung und Bestandteil kirchlicher Identität. Durch Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung im Umwelt- und Klimaschutz können die Kirchen eine glaubwürdige Umwelt- und Klimaschutzpolitik maßgeblich voranbringen.

17. Oktober 2007 in Eichstätt

Die Mitglieder des Netzwerks Kirchliches Umweltmanagement