In diesem Abschnitt sollen ganz praktische Hilfen zu finden sein, die es in einer Situation, die in unseren Schulen nicht zum Alltag gehört, ermöglichen sollen, erste Schritte zu gehen. Die Hilflosigkeit, so sehr sie auch impliziter Bestandteil des Trauerprozesses sein mag, darf nicht das letzte Wort behalten. Diese Hilfen wollen aber durchaus auch als Aufforderung verstanden werden, durch eigenes Nachdenken den Weg weiterzugehen.
- Persönliche Information
- sinnvollste Möglichkeit
- durch Schulleiter bzw. Klassenlehrer
- zunächst vorrangig: das engste Umfeld in der Schule
- auch denkbar durch mehrere Lehrer (Religionslehrer)
- hier hat auch die Betroffenheit des informierenden Lehrer ihren Platz (Modellcharakter für die Schüler)
- Brief des Schulleiters
- ein vom Schulleiter verfasstes Schreiben kann in den Klassen verlesen werden und dort verbleiben
- als einzige Information, beispielsweise am schwarzen Brett, ungeeignet
- Durchsage
- als erste Information ungeeignet, da die Reaktionen seitens der Schüler nicht kontrollierbar sind
- denkbar als Ankündigung einer Zusammenkunft der Schulgemeinschaft oder einer Gedenkminute, nachdem die Informationen persönlich überbracht wurden
- schwarzes Brett
- geeignet, um Informationen, die eine mögliche Beteiligung von Schülern betreffen bekannt zu machen
- Todesanzeige
- einen Platz gestalten
- einen geeigneten Platz suchen (Klasse, Lehrerzimmer, Platz, der mit dem Verstorbenen in Zusammenhang gebracht wird)
- den Platz gestalten (Blumen, schwarzes Tuch am Tisch, Foto des Verstorbenen, Text)
- den Platz einige Tage gestaltet lassen
- Erinnerungsgegenstände der Person dazulegen
- sollte nicht unbedingt zum " Altar " werden
- Gedenkminute
- als gemeinsames Element für die ganze Schule
- Durchsage während oder zu Beginn des Unterrichts
- persönliche Ansage des zuständigen (Klassen-) Lehrers
- Musikeinspielung
- auf Kollision mit Schulaufgabe und Klausuren ist zu achten
- Kerze anzünden
- vorformulierter Abschluss (Übergang zur Tagesarbeit)
- vorformuliertes Gebet
- Versammlung der Schulgemeinschaft
- Aula oder Schulhof
- Information
- kurze Feier,
- Musik,
- Bild, jeder Schüler kann davor ein Teelicht anzünden
- Gedenkminute
- auf Atmosphäre achten
- Kondolenzbuch
- Meditationsraum zur Verfügung stellen
- Platz für Ruhe und Betroffenheit
- Text auflegen
- Musik
- Visualisierungen
- symbolhafte Darstellungen als Momente zum Innehalten
- einige Tage später
- "das Schweigen brechen": Gespräch über den verstorbenen Menschen
Zunächst einmal fällt es niemandem leicht, einer Klasse eine Todesnachricht zu überbringen. Die Lehrkraft muss dazu Mut aufbringen, darf aber über die Information hinaus auch die eigene Betroffenheit zur Sprache bringen.
Zu Beginn der Stunde kann die Lehrkraft durchaus auf die übliche Begrüßung verzichten, Rituale vermeiden, die sonst ihren selbstverständlichen Platz haben oder etwa auf gewohnte Schülerfragen nicht reagieren.
Mit großer Wahrscheinlichkeit werden die Schüler schon allein durch körpersprachliche Signale des Lehrers hellhörig. Eine vorformulierte Wendung, die den Beginn der Stunde und damit der Überbringung der Nachricht markiert, kann dem Lehrer in dieser Situation Sicherheit geben ("Bitte seid still, ich habe euch etwas Wichtiges zu sagen... ").
Die Lehrkraft tut gut daran, sich Formulierungen zu notieren oder einzuprägen. Die eigentliche Todesnachricht muss deutlich formuliert sein und darf bei aller Rücksicht auf die Mitschüler nicht verharmlosend wirken („entschlafen“, „friedlich eingeschlafen“).
Darüber hinaus ist es sicher wichtig, die Mitschüler über die näheren Umstände zu informieren und über die Todesursache zu sprechen.
Auch die Schüler müssen ihrerseits Gelegenheit erhalten, Fragen zu stellen, wobei es häufig um Unklarheiten, Fragen nach dem richtigen Verhalten oder Organisatorisches geht. In einem Gespräch lässt sich möglicherweise auch die Frage klären, wie man auf die Geschwister oder Eltern des Verstorbenen zugehen kann.
Als passendes Ritual bietet sich in der Klasse häufig das Anzünden und Aufstellen einer Kerze an (entweder am Platz des Schülers oder an einem anderen geeigneten Platz). Dazu kann der Text der Todesanzeige gelegt und ein Bild des Verstorbenen gestellt werden. Manchmal legen Schüler von sich aus Blumen oder ein Kreuz dazu.
Um der Betroffenheit der Schüler genügend Raum zu geben ist es wichtig für Gesprächsmöglichkeit zu sorgen. Wenn es die Situation zulässt und mehrere Lehrkräfte der Klasse zur Verfügung stehen, ist es sinnvoll, kleine Gesprächsgruppen zu bilden. Die Inhalte der Gesprächsgruppen werden zunächst natürlich durch die Schüler bestimmt sein. Der Lehrer könnte das Gespräch evtl. auf das Thema lenken: Woran erinnert ihr euch gerne? Woran erinnert ihr euch nicht so gern? Damit könnten mögliche Konfliktsituationen, die angesichts des Todes Schuldgefühle auslösen könnten, angesprochen werden. Erinnerungen und Gefühle der Schüler könnten auch in gemalten Bildern zum Ausdruck gebracht werden.
Erinnerungen an den Toten könnten durch eine Sammlung von Fotos, Gegenständen, Texten, Bildern aus dem Kunstunterricht etc. gebündelt werden.
Grundsätzlich ist eine Beteiligung der Mitschüler am Trauergottesdienst und an der Beerdigung hilfreich und wünschenswert. Wenn es möglich ist, kann eine aktive Beteiligung ein eindrucksvolles Zeichen setzen, das für alle Beteiligten Hilfe zur Bewältigung des Todesfalles werden kann. Eine derartige Beteiligung ist immer mit den Angehörigen und dem Pfarrer abzusprechen. An folgende Bereiche ist zu denken:
- Lesen eines Textes
- Fürbitten
- musikalischer Beitrag
- musikalische Gestaltung
- Entzünden einer Kerze vor dem Bild
- Abspielen der Lieblingsmusik des Verstorbenen
- Bemalen eines Tuches für den Sarg
Um Unsicherheiten vorzubeugen, sind Absprachen sinnvoll, ohne dass dadurch Zwang ausgeübt werden sollte (Nehmen wir Blumen mit? Wie sollen wir uns anziehen...).
Nach dem Trauergottesdienst und der Beerdigung kann ein gemeinsames Treffen von Schülern und Lehrern geplant werden.
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