Ein Todesfall

5. Beispiele

5.1 Beispiel für ein Totengebet nach dem Tod eines 12jährigen Schülers


Totengebet für Niklas,

Lied: Selig seid ihr

Liturgischer Gruß

„An-rede“ für die Eltern, Schwester, Freunde, Mitschüler, Lehrer, Gemeindemitglieder...:

Der Niklas ist tot...
Der Niklas ist tot.
Du lieber Gott, das darf doch nicht wahr sein. Es muss doch ein Traum sein, aus dem wir jeden Moment aufwachen. Langsam, mit immer schwererer Gewissheit, mit einer Gewissheit, die uns auf dem Herzen zu lasten beginnt, begreifen wir: Es darf nicht wahr sein und es ist trotzdem wahr.
Warum? Warum? Tausendmal die gleiche Frage.
Noch ist da diese Wut, von der wir nicht genau wissen, woher sie kommt und an wen sie gerichtet ist. Aber wir spüren – vielleicht noch ganz undeutlich – dass wir auf dieses tausendmal gefragte „Warum“ wohl nie eine akzeptable Antwort erhalten werden.
Wir sehen hier vorn einige Gegenstände: Kassetten, ein Kuscheltier...
Zu jedem dieser Dinge gäbe es viel zu erzählen. Aber es wäre nur ein Bruchstück, ein winziger Ausschnitt. Niklas hatte so viele Seiten, er war an allem interessiert, und jede Seite wäre es wert, betrachtet zu werden. Aber vielleicht können diese Dinge helfen, unsere Erinnerung zu unterstützen.
Hier liegt ein kleines Werkzeug. Es ist unbenützt; es wäre für Niklas bestimmt gewesen, er hätte es Ostern bekommen sollen. Er konnte es nicht mehr benutzen. Vieles ist jetzt nicht mehr möglich: Für Niklas – was hätte er noch alles vor sich gehabt, aber auch für die, die zurückbleiben – vieles muss offen bleiben, kann nicht mehr getan oder gesagt werden. Eine Leerstelle, eine Lücke tut sich auf, die nicht gefüllt werden kann.

Beim Aufgang der Sonne (aus den Toren des Gebetes)
siehe Seite 25

Lesung: Ps 22,2f Mein Gott, warum hast du mich verlassen
siehe Seite 43

Lied: Gib mir die richtigen Worte...

Aktion: Stein

Es ist, als ob ein Stein auf dem Herzen lastet, ein Stein in unserer Seele.
Steine drücken im Schuh, oder zeigen sich als Fremdkörper in einer Wunde. Er tut weh, reibt, entzündet, so, wie das Sandkorn die Muschel schmerzt.
Natürlich wäre es schön, wenn wir diesen Stein einfach von unserem Herzen nehmen könnten, aber wir wissen ja, dass das nicht geht.
Aber wir können uns gegenseitig unsere Last zeigen, uns von unserer Trauer erzählen. Wir dürfen uns den Stein unseres Herzens zeigen.
Ich möchte dazu jetzt ermutigen: Nehmt aus dem Korb in der Mitte einen Stein und bringt ihn nach vorn, um ihn beim Bild von Niklas niederzulegen.
Der Stein, der Schmerz, die Trauer, ist uns damit nicht genommen. Aber es ist gut ihn mit anderen zu teilen.

Lesung: Röm 12, siehe Seite 44

Fürbitten

Vater unser

Text von Henry Scott Holland, siehe Seite 23

Abschließende Worte:
Was passiert ist, ist mit Worten kaum zu beschreiben. Niklas ist tot.
Und wir haben – ob uns der Gedanke passt oder nicht – die Aufgabe zu leben.
Vielleicht zeigt sich noch nicht, wie das gehen soll.
Seien wir füreinander da!
Halten wir uns aus!
Entwickeln wir einen Blick für das, was die Menschen um uns brauchen und was ihnen gut tut!
„Das ist alles, was wir tun können:
immer wieder von neuem anfangen,
immer wieder und wieder.“ Thornton Wilder

Segensgebet (Sabine Naegli) siehe Seite 54

Lied: Von guten Mächten wunderbar geborgen

5.2 Beispiele für Ankündigungen

(entnommen: Monika Specht-Tomann/Doris Tropper, Zeit des Abschieds, Düsseldorf 1998)

Tod
als Grenze des Lebens aber nicht der Liebe
annehmen!
Nicht im Schmerz
eingemauert bleiben!
Nicht nur den Verlust
sehen!
Vertrauen und hoffen, dass es die andere Welt gibt,
real und nahe,
nicht jenseits von uns,
sondern um uns,
über uns,
in uns
Martin Gutl

Am Samstag, den 20. Juli 199. hat unser
SEBASTIAN
gemeinsam mit seinem Vater bei einem Segelunfall
diese Grenze überschritten.
N.N., Mutter und Stiefvater
N.N., Geschwister
N.N., Großeltern
N.N., Großmutter
N.N. Das Begräbnis findet statt am . . .


Letzten Endes ist es dies, worum es in der Frage um Leben,
Tod und Übergang geht:
Das Leben anderer zu berühren
und damit auch sein
eigenes zu bereichern
(aus: Jedes Ende ist ein strahlender Beginn
v. E. Kübler-Ross)
Wir danken für die so tröstliche Begleitung, dieses Gefühl des Getragenwerdens anlässlich des Todes von Sebastian.
N.N...

Der Tod bedeutet eigentlich nichts. Ich bin nur in den nächsten Raum hinübergewechselt. . .
Bete, lächle, denk an mich, bete für mich. Lass meinen Namen zu deinem Wortschatz gehören, sprich ihn aus, ohne große Dramatik, ohne eine Spur
von Schatten auf ihm . Warum sollte ich aus deinen Gedanken verschwinden,
nur weil ich deinen Augen entschwinde?
Ich warte auf dich, während einer kurzen Unterbrechung,
irgendwo, sehr nahe.
Alles ist gut.
Henry Scott Holland
(Domherr zur St. Pauls' Cathedral)


Wir laden zu einer gemeinsamen Messe, in Erinnerung an unseren
SEBASTIAN
um 19. Januar 199.
um . . .
im . . .
N.N.
Wir bitten, eine Kerze als Zeichen der Verbundenheit mitzubringen.

 

TERMINE: SCHULE

26. Mai 2012 09.00 Uhr
30. Mai 2012 09.00 Uhr
1. Juni 2012 - 2. Juni 2012
15. Juni 2012 13.30 Uhr
22. Juni 2012 15.00 Uhr
Arbeitskreis "Ganztags-Klasse!"
Ort: Mittelschule Nürnberg-Schlößleinsgasse
Veranstalter: Hauptabteilung Schulen und Hochschulen
27. Juni 2012 21.15 Uhr
18. Juli 2012 21.15 Uhr

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