Schulpastoral

Das "Compassion" - Projekt am Gnadenthal-Gymnasium in Ingolstadt

Leitung und Ansprechpartner: StR i.K. Wolfgang Wittmann, Joachim Kohler Dipl.-Theol. Referent für Schulpastoral (Jo.Kohler@gmx.de) , Lehrer am Gnadenthal-Gymnasium, Kupferstraße 23, 85049 Ingolstadt.

Am Gnadenthal-Gymnasium Ingolstadt wird seit dem Schuljahr 2003/04 für die Schüler der zehnten Klassen das Projekt Compassion durchgeführt. Dabei handelt es sich um ein zweiwöchiges Praktikum sozialen Lernens, das die Jugendlichen in soziale Einrichtungen führt. Dort haben sie die Gelegenheit, Einblicke in das Leben von Menschen zu bekommen, deren Probleme in unserer Gesellschaft oft verdrängt werden. Sie können anderen Menschen helfen und dabei selbst neue Erfahrungen sammeln.

Man findet die Schüler/innen in sehr verschiedenen Einrichtungen: in Altenheimen, Behindertenwerkstätten, bei der schulischen Sozialarbeit, in Tagesstätten für seelisch und geistig behinderte Menschen, bei der Reittherapie oder bei der Betreuung von Obdachlosen. Viele finden besonders beeindruckend, dass man oft für eine einfache Hilfe oder einen freundlichen Gruß ein dankbares, glückliches Lächeln erhält. Ebenso die Integration in den Kreis der Mitarbeiter, die Erfahrung, an einem Arbeitplatz ernst genommen und gebraucht zu werden, empfinden die Jugendlichen als positiv. Oft stellt sich auch das Bewusstsein ein, dass man für ein Leben, das frei von Krankheit ist, dankbar sein kann. Die Schüler lernen damit als wichtiges Gut zu schätzen, was vielen Menschen selbstverständlich erscheint. Schließlich werden durch das Praktikum Hemmschwellen abgebaut, zum Beispiel beim Umgang mit körperlich oder geistig behinderten Menschen.

Die beiden Wochen können die Persönlichkeit und das Selbstwertgefühl der Jugendlichen stärken. Sie leisten etwas, wenn sie im Krankenhaus zur Frühschicht eingeteilt sind und dementsprechend zeitig aufstehen müssen, oder wenn sie mit Problemen konfrontiert werden, die sie selbst erst einmal verarbeiten müssen. Insgesamt werden die beiden Wochen von den meisten sehr positiv erlebt.

Das Projekt wird in der Schule vorbereitet und auch nachbesprochen. Zum Beispiel behandelt man in den Wochen zuvor in den Fächern Religion oder Deutsch die Themen Behinderung und Sterbehilfe, in Sozialkunde wird über die sozialen Sicherungssysteme der Bundesrepublik gesprochen. Außerdem werden zwei Vorträge über problematische Krankheiten bei Kindern sowie über die Situation von alten Menschen in Senioren- oder Pflegeheimen gehalten. Dafür wurden Kontakte zu Einrichtungen geknüpft, die in diesen Bereichen tätig sind.

Während des Praktikums werden die Schüler an ihrem Arbeitsplatz von jeweils einem Lehrer der Schule besucht, außerdem bieten die Betreuer in der ersten Woche ein Treffen an, bei dem über Probleme gesprochen werden kann, die sich in den ersten Tagen ergeben haben.

Nach den beiden Wochen treffen sich alle Schüler/innen der Jahrgangsstufe mit den Organisatoren des Projekts, um im großen Kreis sowie in kleineren Gruppen ihre Erfahrungen auszutauschen.

Möchten Sie weitere Informationen, so stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

Leitung und Ansprechpartner: StR i.K. Wolfgang Wittmann, Joachim Kohler Dipl.-Theol. Referent für Schulpastoral (Jo.Kohler@gmx.de)