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Was ist ein Sakrament?

Im Sakrament spielen Symbol(e), Worte und Feier zusammen. Materielle Elemente werden zu Zeichen, zu Symbolen. Sie weisen über sich hinaus und machen die bedingungslose Zuwendung Gottes zum Menschen mit den Sinnen wahrnehmbar. Was sie bezeichnen, benennen und feiern, (be-) wirken sie: Der Mensch kann in der Feier der Sakramente mit Gewissheit wirklich leibhaftig erfahren, Gott liebt mich bedingungslos. Ein solches Erleben ist heilsam und heilend für den Empfänger.

Gott liebt jeden Menschen bedingungslos. Er will, dass die Menschen dies auch spüren und erfahren. Er spricht den Menschen an. Damit der Mensch den Zuspruch Gottes erkennen und – so er offen dafür ist – annehmen kann, bedient sich Gott der Kommunikationsformen, die der Mensch verstehen kann. Der Mensch ist ein Wesen aus Leib, Seele und Geist. Deshalb kleidet Gott seine liebevolle Zuwendung in ein leibhaftes Gewand. Er benützt materielle Elemente, die – da von Gott erschaffen – mehr zu sagen vermögen, als das menschliche Auge wahrzunehmen vermag. Sie werden zu Zeichen, zu Symbolen seiner bedingungslosen Liebe zum Menschen.

Die ganze Schöpfung ist Symbol der Liebe Gottes. Von Gott erschaffen, birgt sie Göttliches in sich.

Mehr noch als die bloß materielle Wirklichkeit ist der Mensch als Person fähig, als Hinweis auf die Güte Gottes erkannt und erlebt zu werden. Als Frau und Mann ist er Gottes Ebenbild. Das hat eine innige Beziehung zwischen Gott und Mensch zur Folge. Diese Verbundenheit mit Gott währte nur so lange, als der Mensch auf Gott vertraute. Als die Menschen das Vertrauen auf Gott verloren hatten, konnten sie die Zuwendung Gottes zu ihnen kaum noch positiv wahrnehmen. Um ihnen die Erfahrung seiner Nähe zu ermöglichen, hat Gott im Lauf seiner Geschichte mit den Menschen, immer wieder großartige Menschen dazu berufen, ihren Mitmenschen seine Liebe erkennbar und erlebbar zu machen.

In einmaliger und unüberbietbarer Weise hat Gott durch Jesus Christus inmitten der Menschen gewirkt. In ihm ist die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes erschienen. (Vgl. Tit 3,4) Er ist Gottes Sohn, der Mensch geworden ist. „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, ... damit die Welt durch ihn gerettet wird.“ So heißt es im Evangelium des Johannes. (Joh 3,17) In ihm konnten die Menschen der bedingungslosen Liebe Gottes von Mensch zu Mensch, von Angesicht zu Angesicht begegnen. Wer sich glaubend auf ihn einließ, konnte für sein Leben Heil erfahren. Deshalb wird Jesus verstanden als Sakrament im ursprünglichen Sinn, kurz: als Ursakrament. Alle anderen Sakramente werden von ihm abgeleitet.

Jesus hat Jünger berufen und sie zur Gemeinschaft derer versammelt, die an ihn glauben. Ihnen hinterließ er als sein Testament, seine Botschaft vom bedingungslos liebenden Gott durch ihr Leben und Wirken unter allen Menschen bekannt zu machen. Denn Gott will durch Christus das vollkommene Heil aller wirken.

Aus kleinen Anfängen ist die Kirche entstanden. In ihr und durch sie will Gott den Menschen aller Zeiten begegnen und ihnen durch deren Wort und Tat seine bedingungslose Liebe künden und erfahrbar machen. Durch sie und in ihr wirkt Gott durch Jesus Christus im Heiligen Geist. Deshalb wird die Kirche zurecht als Grundsakrament bezeichnet. Sie ist selbst Sakrament. In ihr und durch sie bietet Gott sein Heil an und wirkt es.

In der Feier der einzelnen Sakramente der Kirche wird die Sehnsucht der Menschen nach einem gütigen und bedingungslos liebenden Gott positiv beantwortet: „Ja, Gott liebt dich bedingungslos. Darauf kannst du dich verlassen. Er macht sich dir als dieser Gott durch die Feier und in ihren vielen Elementen mit Gewissheit erfahrbar. Öffne dich, glaube an Gott und vertraue auf ihn. Verkoste und genieße seine Liebe.“ Nur wer sich vertrauensvoll auf Gott einlässt, kann dies spüren. Mit Blick auf Jesus Christus ist dies dem Menschen möglich. Denn an ihm hat Gott sich als der Treue erwiesen.

Die elementaren Zeichen, die Gottes Güte spürbar machen, die Symbole, schenken eine jeweils eigene Erfahrung davon, was Gottes Liebe in einem Sakrament bewirkt.
(Z.B. das Wasser bei der Taufe, die Handauflegung und Salbung bei der Firmung usw.)

Die Sakramente werden in und mit der Gemeinschaft der Glaubenden gefeiert. Die Kirche handelt dabei nicht aus eigener Macht. Gott wirkt durch Jesus Christus im Heiligen Geist in ihr und durch sie. Damit dies bewusst und erlebbar bleibt, feiert die Glaubensgemeinschaft ein Sakrament stets zusammen mit einem Priester. (Einzige Ausnahme ist das Sakrament der Taufe, das aufgrund seiner grundlegenden Bedeutung für das Heil des Menschen jeder spenden kann, falls er im Sinne der Kirche handelt.) Die Priester sind dazu geweiht, den Glaubenden bleibend bewusst zu halten und sichtbar zu machen, dass es Gott ist, der durch Christus im Heiligen Geist das Heil des Menschen wirkt. So wirken die Sakramente wahrhaft das Heil derer, die sie gläubig empfangen und Gottes Zuwendung mit ihrer Annahme beantworten.

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Sakramente

Sakramente im Wandel von Zeit, Gesellschaft und Kirche

Die sieben Sakramente der katholischen Kirche stellte die Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt in einer siebenteiligen Reihe vor. KiZ-Serie zu den Sakramenten.