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KANDIDATEN FÜR PFARRGEMEINDERATSWAHL

Es ist nicht leicht, Frauen und Männer, Jugendliche und Ältere zu gewinnen, für einige Jahre Verantwortung für die Pfarrgemeinde zu übernehmen. Jedoch sollten sich der amtierende Pfarrgemeinderat und auch der Wahlausschuss nicht unter Druck setzen lassen. Wichtig ist es vor allem, vorhandene Talente zu erkennen. Den idealen Kandidaten und die ideale Kandidatin gibt es nicht.

Kandidatinnen und Kandidaten ein klares Angebot machen

Menschen, die ehrenamtlich ihre freie Zeit für das Engagement im Pfarrgemeinderat aufbringen, wollen wissen, worum es geht. Es ist wichtig, möglichen Kandidatinnen und Kandidaten ein klares Angebot machen zu können. Die beschwichtigende Aussage: „Das kannst du doch machen, so viel Zeit kostet dies nicht!“ vermittelt eher die Botschaft: „Dann braucht ihr mich nicht, denn so wichtig ist die Aufgabe nicht“. Vielmehr muss benannt werden können,

  • welche Erfahrungen und Kenntnisse verlangt werden 
  • wofür der Pfarrgemeinderat zuständig ist
  • welche Kompetenzen er hat 
  • wie viel Zeit einzuplanen ist 
  • welche Angebote an Begleitung und Fortbildung es gibt 
Kompetenzprofil für Kandidatinnen und Kandidaten

Wer sich engagiert, möchte als eigenverantwortliche Person ernst genommen werden, möchte das Gefühl haben, dass das Engagement einen „Sinn“ hat. Der Wunsch, Verantwortung zu übernehmen, verbindet sich immer mehr mit der Erwartung, dass die Tätigkeit Freude und Spaß macht. Bei der Kandidatensuche ist es wichtig, folgende Botschaften zu vermitteln:

  • Wir suchen fähige Leute für wichtige Aufgaben. 
  • Du bist als Ehrenamtlicher mit deinen Kompetenzen wichtig. 
  • Du musst nicht nur etwas opfern, du gewinnst auch durch dein Engagement. 
  • Der Pfarrgemeinderat braucht verschiedene Gesichter und Talente
Tipps zur Kandidatensuche

Liste erstellen und Aufträge verteilen

  • Einigen Sie sich im PGR auf die Fähigkeiten, die Sie bei einer Stellenanzeige „Mitarbeiter für den Pfarrgemeinderat gesucht" nennen würden.
  • Erarbeiten Sie auch die Punkte, die zu „Wir bieten ...“ genannt werden können. 
  • Fertigen Sie eine Liste von Gruppen, Initiativen und Vereinen an, die im Pfarrgemeinderat vertreten sein könnten.  Jedes amtierende PGR-Mitglied soll 5 Personen notieren, die seiner/ihrer Ansicht nach geeignete Kandidaten/innen wären.
  • Erstellen Sie aus allen Vorschlägen eine gemeinsame Liste. Überprüfen Sie, ob aus bestimmten (Ziel-) Gruppen wichtige Personen fehlen. Vereinbaren Sie, wer wen anfragt.
  • Überlegen Sie, wer zu wem den „besten Draht hat“. Sie werden staunen, wie viel potentielle Kandidaten es gibt. 
"Aktion Tippzettel"

Möglichst viele Personen einbinden, Kandidatenvorschläge zu sammeln.

Pfarrversammlung als bunter Nachmittag

Pfarrversammlungen laufen oft ziemlich nüchtern und trocken ab. Wie soll da der Funke überspringen und Personen Lust bekommen, im PGR mitzuarbeiten? Wenn Sie z. B. an einem Sonntag zu einem bunten Nachmittag mit Kaffee und Kuchen einladen und möglichst viele Gruppen und Personen einbinden, erreichen Sie mehrere Ziele gleichzeitig. Die, die im Programm dabei sind, sind schon mal sicher Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Pfarrversammlung. Vor allem bietet es sich an, den Kindergarten und die Grundschule einzubinden. Dann kommen die Eltern und evtl. Großeltern mit. Das ganze mit Musik und Sketchen umrahmen und zwischendurch die Arbeit des Pfarrgemeinderates vorstellen und welche Ziele sie für die Zukunft haben. Wenn dann Rückmeldebögen für Interessenten an einer ehrenamtlichen Mitarbeit eingesammelt werden, kommen oft Personen in den Blick, an die vorher niemand gedacht hat. Diese können dann persönlich angeschrieben und zu einer Pfarreiwerkstatt eingeladen werden, in der in Gruppenarbeit Ziele und Ideen für das Leben der Pfarrgemeinde entwickelt werden. Ein Auftrag kann dabei z. B. sein, dass in jeder Arbeitsgruppe mindestens eine Person gefunden wird, die sich zur Pfarrgemeinderatswahl aufstellen lässt. Die Ergebnisse werden zum Schluss im Plenum präsentiert. Jede Gruppe vereinbart einen Termin für das nächste Treffen, in dem die Ideen konkretisiert werden. Damit ist auch ein erster Schritt getan für die Gründung von Arbeitsgruppen und Sachausschüssen des neuen Pfarrgemeinderates.

Wie spreche ich Kandidatinnen und Kandidaten an?
  • Bereiten Sie sich auf Ihre „Werbegespräche“ vor, indem Sie sich überlegen, für welche konkrete Aufgabe diese Person besonders geeignet wäre bzw. wie Sie sie überzeugen könnten und was Sie auf welche Frage antworten. 
  • Suchen Sie die Personen, die Sie werben wol-len, zu Hause auf. Ein Besuch oder ein Anlass, bei dem der/die Angesprochene spürt, dass man sich extra zu ihm/zu ihr auf den Weg gemacht hat, ist sicher überzeugender als ein zufälliges Zusammentreffen auf der Straße oder ein Gespräch am Telefon. 
  • Erzählen Sie positiv von Ihren Erfahrungen im PGR und von den Möglichkeiten und Chancen, die eine Mitarbeit in diesem Gremium bietet. 
  • Informieren Sie ehrlich und zuverlässig über die möglichen Aufgaben und die zeitliche Belastung. Die/der Betroffene braucht für ihre/ seine Entscheidung Sicherheit und muss einigermaßen überschauen können, was auf sie oder ihn zukommt. 
  • Begründen Sie, warum Sie gerade ihn oder sie werben wollen, welche Fähigkeiten Sie ihrem Gesprächspartner zutrauen, welche Hoffnungen Sie mit seiner/ihrer Kandidatur verbinden.  Manche Person kann man gewinnen, wenn man ihr eine bestimmte Sachaufgabe anbietet, manche eher mit der Aussicht, sich zunächst allgemein orientieren zu können und sich später für ein bestimmtes Gebiet zu entscheiden. 
  • Versuchen Sie nicht eine schnelle Entscheidung herbeizuführen. Signalisieren sie Ihrem/r Gesprächspartner/in, dass so etwas ruhig noch einmal überdacht gehört und man sich noch einmal treffen könnte. Kündigen Sie an, dass Sie noch einmal nachfragen werden. 
  • Besprechen Sie auch die Situation, dass der der/die Kandidat/in nicht gewählt werden könnte und zeigen Sie Alternativen auf, sich in der Pfarrgemeinde zu engagieren (z. B. in Sachbereichsgremien). 
  • Seien Sie durchaus beharrlich, aber „beknien“ Sie niemanden. 
  • Freuen Sie sich über eine Zusage und akzeptieren Sie eine Absage ohne Groll.