Der Vorsitzende des Förderkreises Netzwerk Leben e.V., Prof. Dr. Dr. Dr. hc Helmut Zöpfl:
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Können Sie sich vorstellen, dass jemand den Jagdschein bekommt, der überhaupt keine Ahnung von Begriffen wie Wild, Wald, Naturschutz, Hegen usw. hat, jemand der nicht weiß, was ein Gewehr ist und wie man es bedient? Das ist selbstverständlich unmöglich. In der Pädagogik verhält es sich aber leider in zunehmender Weise so. Da wird nämlich immer weniger gefragt, was ein Kind überhaupt ist, in welcher Entwicklungsstufe oder in welcher Zeitsituation es sich befindet, aber auch nicht, was man unter so grundlegenden Begriffen wie Bildung oder Erziehung zu verstehen habe bzw. welches Wissen eigentlich wesentlich ist. Fast selbstverständlich reduziert man das Kind auf einen „Mini-Erwachsenen“, dessen Erfüllung es wäre, möglichst früh, möglichst schnell möglichst viel zu lernen. Das Kind wird dann in erster Linie nur als „Lernender“ verstanden, wobei man auch selten danach fragt, was eigentlich gelernt werden soll. Es scheint die Regel zu gelten: „Wir wissen nicht mehr, wohin wir wollen, dafür sind wir umso früher dort“.Da interessieren auch kaum die alarmierenden Feststellungen über den gesundheitlichen Zustand unserer Kinder. Wir wissen genau, dass jedes 5. Kind übergewichtig ist, dass bereits jeder zweite Haltungsschäden aufweist, die Menge des bei Hyperaktivität verabreichten Medikaments Ritalin sich in den letzten Jahren verdreifacht hat usw.. Die von meinem Lehrstuhl vor einigen Jahren veröffentlichte Studie, wonach Kinder die Welt immer weniger in ihrer Dreidimensionalität erfahren, erleben und begreifen und eine signifikante Reduktion auf ein zweidimensionales Weltbild, also im wahrsten Sinne des Wortes eine Verflachung stattfindet, wurde, (in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium und dem ISB erstellt) in ihrer Bedeutung von der Bildungspolitik bis heute nicht wahrgenommen, obwohl wir darin nicht beim Klagen über den Ist-Zustand steckengeblieben sind, sondern ganz handfeste Gegenmaßnahmen entwickelt haben. Wer also über ein Thema Kind und Natur berichten und zum Nachdenken anregen soll, hat meines Erachtens sowohl die Pflicht und Aufgabe, zunächst – wenn auch in der Kürze der Zeit nicht erschöpfend – seine Gedanken über das, was Kind und Natur sind bzw. sein können, darzulegen. Fragen wir uns als Einstieg einmal, wie man Kind schreiben kann.K wie KonsumentI wie InternetanschlussN wie Nürnberger TrichterD wie DauerstressMan kann es aber auch anders schreiben:K wie KreativitätI wie Ich-StärkeN wie NeugierdeD wie Da-sein-dürfenKein Zweifel, dass bei der ersten Einschätzung eine etwas andere Pädagogik gefordert ist wie bei einer, bei der man das Kind als einmaliges Wesen betrachtet.
Willkommen, Kind, auf dieser Erde.
Nimm sie als Heimat, hab sie gern.
Versuch, dass er noch besser werde
durch dich, der gute, blaue Stern.
Du kleines, wunderbares Wesen,
so was wie dich gab es noch nie.
Freu dich, du wurdest auserlesen
für jene große Symphonie.
Die bunte Symphonie vom Leben,
die immer wieder neu erklingt.
Ein heller Ton ist nun gegeben
durch dich, der neue Farbe bringt.
Um keinen Irrtum aufkommen zu lassen, ich bin kein Utopist und durchaus der Meinung, dass Kindheit auch Vorbereitung auf das Erwachsensein erfordert und das Lernen einen wichtigen Teil der kindlichen Erziehung darstellt.
Dennoch glaube ich auch, dass Kindheit etwas Eigenständiges ist, eine Zeit, die eine Eigenzeit, einen Eigenwert darstellt. Der polnische Pädagoge Janusz Korczak hat es einmal so formuliert: „Das Kind hat ein Recht auf sein Kindseindürfen“. In diesem Sinne sollten wir auch endlich erkennen, dass wir nicht nur Kindern, sondern die auch uns etwas zu sagen haben. Und das sind vor allem auch die Fragen, die Kinder stellen. Wir neigen heute mehr denn je mit unseren kleinkarierten Tests, Fragebögen und dem multiple choice Verfahren ein paar Antworten vorzugeben, die teilweise nur eine begrenzte Sicht auf „das Richtige“ zulassen und in der Regel die Welt-Erfahrung auf ein Ankreuzeln reduzieren bzw. Antworten zu geben auf Fragen, die Kinder nie gestellt haben. Demgegenüber stellt Manfred Lütz fest: „Es ist das ganz Unmittelbare von Kindern, den konkreten Moment, die konkrete Situation, den konkreten Menschen wahrzunehmen. Kinder stecken Menschen und auch die Welt nicht in ausgedachte Schubladen... Kinder sind ohne Hintergedanken am Eigentlichen interessiert und kennen nicht die Tabus der Erwachsenenwelt. Das lässt die Erwachsenenwelt manchmal peinlich verstummen, wenn Kinder zum Beispiel ganz ernsthaft über den Tod reden“ (Manfred Lütz, Gott, Menschen 2007, S. 73). Wir müssen einmal zugeben, dass die „Alltagstauglichkeit“ nicht die allein gültige Wirklichkeitssicht sein kann. Kinder können die Welt z. B. beim Sandspiel, beim Bauen eines Sandsees am Strand, bei dem das Wasser immer wieder herausläuft, spielend „erfassen“, auch wenn es sich für aufgeklärte Erwachsene wie eine Sisyphos-Arbeit anschaut.
Bekannt ist jenes Erlebnis des hl. Augustinus, das ihm zu ganz entscheidenden Einsichten geführt hat. Er beobachtete ein Kind am Meer, das geduldig mit einer Muschel Wasser aus dem Meer in eine kleine Grube schöpft. Augustinus fragt das Kind, was das denn solle. Dieses blickte auf und gibt die Antwort: „Ich versuche das ganze Meer in diese Kuhle zu schöpfen.“ Und es fährt unbeirrt darin fort. Augustinus kommt zu der plötzlichen Einsicht, dass er hier eine Antwort auf all sein Suchen bekommen hat. Gott ist unermesslich wie das Meer ...
Wie viele Fragen, die man in der Kindheit gestellt hat und die Gott sei Dank nicht durch irgendwelche unsinnige Kindergartenlehrpläne – welch unsinniges Unterfangen, den Kinder-Garten in detaillierte Lernziele zu „entkindlichen“ und den „Garten“ zu einem Bebauungsfeld zu machen – ausgetrieben wurden, haben später zu großartigen Entdeckungen geführt. Die Biographie von großen Erfindern und Entdeckern ist voll von Fragen, die ihre Wurzeln in der Kindheit hatten und einen lebendigen Motor der Neugier gespeist haben. Es ist nicht uninteressant, sich einer zunächst eher als kindliche abgetanen Bewegung zu erinnern, die bei aller politischen Neutralität, die mir eigen ist, die Politiklandschaft enorm beeinflusst hat. Stellen sie (die Grünen) nicht geradezu kindlich eine Sicht der Natur in den Ausgangs- und Mittelpunkt: die Natur als staunenswerte und respektierende Schöpfung, die man nicht beliebig zum Zwecke des Menschen konsumieren kann... „Die haben ja keine Ahnung von wirklicher Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft und Energiepolitik, das sind ja alles unausgegorene naive Kindereien ...“ hatte man einst geunkt. Doch ihre „kindlichen Ideen“ von der Natur sind heute keine Kindereien mehr, sondern Gemeingut aller Parteien – als hätte man nie etwas anderes gedacht ... Könnte es nicht sein, dass auch andere Sichtweisen von Kindern heute wirklicher sind als die Wirklichkeit, die Erwachsene nach Herrschaftsart zur einzig ernstzunehmenden Wirklichkeit erklären?“ (Manfred Lütz, a. a. O. S. 77) Apropos Wirklichkeit. Noch nie ist von der Wissenschaft der Wirklichkeitsbegriff so sehr in Frage gestellt worden wie heute. Wir wissen nicht zuletzt durch Einsichten der Relativitätstheorie Einsteins aber auch der Quantenphysik z. B. Max Plancks und Werner Heisenbergs, um die Unfassbarkeit der Wirklichkeit und Natur, wir wissen, dass wir weitgehend nur in Bildern denken können. – Vgl. dazu das großartige Buch von Hans-Peter Dürr. Auch die Wissenschaft spricht nur in Gleichnissen. Freiburg/Br. 2004 – und dennoch versteifen sich ewig gestrige Behavioristen auf ein Wirklichkeitsbild einer totalen Messbarkeit und Berechenbarkeit, die den anderen Dimensionen der Welterfassung ihre wissenschaftliche Berechtigung abspricht.
Michael Ende hat einmal die berechtigte Frage gestellt, ob ich den Mond nur als einen in seiner Größe, seines Gewichtes, seiner Umlaufzeit usw. erfassbaren Himmelskörper sehen kann oder nicht auch als jenen, der in dem wunderschönen Gedicht von Matthias Claudius „aufgegangen ist am Himmel hell und klar“, der „nur halb zu sehen und dennoch rund und schön ist“. Ist Wasser, so wie es vielleicht der Wille einer unsäglich primitiver sich so wissenschaftlich gebenden Bildungsmechanik ist, nur die ankreuzbare Formel mit der Auswahl HO2, OH, oder H2O?
Neulich las ich irgendwo
eine Formel H²O.
Ich hab Papa drauf befragt,
was das sei. Er hat gesagt:
Paß gut auf und denke nach:
H²O ist Quelle, Bach,
es ist Fluß, Strom, See und Meer,
trägt die Schiffe kreuz und quer.
Es ist Nebel, Wolken grau,
es ist Regen, Morgentau,
rinnt, strömt, sprudelt, tropft und fließt,
rieselt, plätschert, rauscht und gießt,
brodelt, brandet, wogt und zischt,
reinigt, löscht den Durst, erfrischt.
Mehr wert ist´s als Gold und Geld,
ohne es wär´s schlecht bestellt.
Es gibt Leben Pflanz´ und Tier,
ohne es da könnten wir
nicht einmal drei Tage leben,
es ist Lebenssaft, ist Segen.
Sicher hast du schon entdeckt,
was in dieser Formel steckt,
die so trocken es benennt,
dieses nasse Element.
Ist es nicht Urelement, Lebensquelle, Quelle, Bach, Fluß, Strom, Meer? Etwas, das fließt, rauscht, tropft, versiegt usw.? Heiliges Zeichen, Sakrament? Heimat einer Wunderwelt von Tieren und Pflanzen und nicht zuletzt zu verantwortender und schützenswerter Bereich unserer Natur? Wir können auch fragen: Was ist das Tier? Nur Nutzwild? Zweifelsohne gut zubereitete Delikatesse bei Empfängen des Jagdverbandes? Nur Durchgangsstufe der Evolution zur „Krone Schöpfung? Mensch“. Oder auch „Kind“ einer großartigen Schöpfung, deren Vielfalt sich durch keinen Darwinismus erklären lässt? „Bruder und Schwester im Leben“, wie es in dem Lied Fred Rais heißt?
Wenn wir nachts zum Himmel blicken
und die Sterne sehn,
wie sie leuchten, wie sie blinken,
ist das wunderschön.
Doch nur einer dieser Sterne
kann uns Heimat sein,
weil`s wir auf unsrer guten Erde
Leben gibt allein.
Schau dich um auf dieser Erde,
was sich da bewegt.
Alles ist voll buntem Treiben,
unsre Erde lebt.
Laß den Tieren ihre Freiheit,
sperre sie nicht ein.
Sei nur gut zu allen Tieren,
laß sie Tiere sein.
Brüder sind wir alle im Leben:
Aus der selben Hand
ward das Leben uns gegeben
und auch der Verstand,
dass wir Leben achten müssen
und zu keiner Zeit
einem andern Lebewesen
zufügen ein Leid.
In der Bibel ist es immerhin einen eigenen Schöpfungstag wert. Wie wirklich ist die Wirklichkeit, hat Paul Watzlawick schon vor dreißig Jahren gefragt und er hat dabei die Illusionen einer einseitigen Erwachsenenwelt ad absurdum geführt. „Jede Wirklichkeit kann man unter unterschiedlichen Perspektiven sehen. Was die eigentliche Sichtweise ist, das hängt sehr von der Frage ab, die sich Ihnen gerade stellt. Wenn Sie Knochenkrebs haben, dann ist die Röntgenaufnahme gewiss die eigentlichere Aufnahmen von Ihnen und nicht die blendende Fotoaufnahme vom gleichen Tag. Wir Erwachsene wissen es nicht besser als Kinder, sondern nur anders... – aber deshalb auch wahrer? (Manfred Lütz, a. a. O. (S.75)). Vor Jahren bekam ich von Kindergärtnerinnen Aussagen von etwa 5-jährigen Kindern zu dem Thema Zeit zugesandt. Die Frage der Erzieherinnen lautete in etwa: Woran denkst du, wenn du das Wort Zeit hörst?
Wenn ich aufstehe und spiel, das ist Zeit.
Zeit, das ist in den Wald gehen, Pilze suchen und Beeren pflücken.
Zeit ist wie eine Treppe.
Schauen, bis jemand die Tür aufmacht, wenn man jemanden gern hat.
Zeit ist Ausruhen, Leben.
Die Zeit ist wie ein Luftballon. Die gibts überall. Es gibt genug davon. Man muss sie sich nur nehmen, dann reicht sie einem.
Sie ist was Schönes wie die Ferien, aber sie springt davon wie ein Hunderl.
Das ist was mit der Zeit. Die kommt und geht wie´s Jahr. Wenns langweilig ist im Leben, bleibt sie stehen, und auch wenn man krank ist, vergeht sie ganz langsam. Nur wenn wir spielen, vergeht sie immer so schnell.
Wenn ich mich hinleg und nichts tue, in den Himmel guck oder auf die Wiese, dann hab ich Zeit, sonst hab ich Eile, sie ist wie der Wind, den kann man auch nicht einpacken und einfangen.
Zeit ist Fortfahren und Wiederkommen.
Die Zeit kommt vom lieben Gott, von wem denn sonst?
Sie fliegt fort. Meine Mama weiß auch nicht, wo die Zeit hingeht.
Sie ist ganz alt.
Wir bekommen sie geschenkt wie die Kleider von der Oma.
Die Zeit ist vom lieben Gott für uns gemacht. Sie geht immer mit uns, auch ins Grab. Sie macht uns lustig oder auch manchmal bös. So wie wir sind, ist die Zeit auch. Die Zeit kommt von nirgendwo her. Sie läuft im Kreis herum und ist immer da.
Wenn mein Papa mit mir spielt, ist Zeit. Sie kommt mit ihm im Zug aus Frankfurt und fährt wieder mit dem Zug zurück.
Es ist fast unglaublich, welche großartigen Bilder die Kinder hier gezeichnet haben. Bilder, die einem Dichter zur Ehre gereichen würden. Und manches ist geradezu philosophisch gesagt!
Einmal ganz ehrlich, woran denken wir Erwachsene in der Regel? Wohl in erster Linie an die (vermeintliche) Messbarkeit der Zeit, an die Uhr, an Termine. Womöglich noch an den für unsere westliche Mentalität so bezeichnenden Spruch von Ford: „Zeit ist Geld“. Die wenigen Aussagen der Kinder bringen in vermeintlich naiven Bildern dagegen eine Fülle von, ethischen, philosophischen ja sogar naturwissenschaftlich haltbaren Einsichten auf das wahre Wesen der Zeit. Es wäre hochinteressant, Empfindungen der Kinder über Phänomene der Natur nachzugehen. Vorausgesetzt freilich, sie sind nicht schon von den verschiedensten Medieneinflüssen, was leider oft der Fall ist, kontaminiert. Damit bin ich auch bei dem zweiten wichtigen Begriff „Natur“ angelangt.
Ich könnte mir nun das Ganze leicht machen und einfach die Forderung aufstellen, dass das Kind zum rechten Umgang mit der Natur, zum Wissen über dieselbe und Erfahrungen mit derselben erzogen werden muss. Das ist natürlich irgendwie richtig. Ich halte es aber aus dem schon eingangs angeführten Gründen im Sinne einer wissenschaftlichen Redlichkeit für wichtig, auch bei dem Begriff Natur zu fragen, was wir darunter verstehen können. Und die Antwort darauf ist alles andere als einfach und eindeutig. Gehen wir von der allgemeinen Betrachtungsweise unserer Tage aus, dann ist die Natur zu einer berechenbaren Größe geworden, die sich der Mensch zunutze machen kann. Hans Freyer hat schon in den fünfziger Jahren als besonderen Trend „die Machbarkeit“ herausgestellt (vgl. Hans Freyer Die Theorie des gegenwärtigen Zeitalters, Stuttgart 1958). In zunehmender Weise wird unsere Erde und damit die Natur immer mehr ge- und verformt. Primärerfahrungen werden immer seltener „der Mensch begegnet immer mehr seinem „Gemächte“. Dies gilt auch für das Naturbild vieler Kinder. Nicht zuletzt durch die Zeichentrickfilmschwemme assoziiert das Kind häufig z. B. mit dem Begriff Tier irgendwelche entweder Bambi-verkitschte Rehe, Hasen, Eichhörnchen usw. oder gar kreischende bis zum Monster verformte bösartige Wesen, die nur noch aus dem Gedanken heraus leben, sich gegenseitig etwas anzutun. Dazu bedienen sie sich in der Regel auch aller möglicher von uns Menschen ausgedachten Waffen, Sprengstoff etc.. Diese Wesen vermitteln einen Heidenspaß am Bösesein, Meucheln, Morden. Gewalt ist lustig und bleibt ohne Folgen, denn die verstümmelten Wesen regenerieren sich in Sekundenschnelle und stehen als Täter oder Opfer gleich wieder zur Verfügung. Kein Wunder, dass man sie auch in Videospielen oder auf den Gameboy „nachspielt“. Die „natürliche Scheu wird systematisch abgebaut. Der zweidimensionale Tod auf dem Bildschirm berührt nicht, ist viel weniger als das Hinauswerfen beim „Mensch ärgere dich nicht“-Spiel. Manfred Lütz sagt: „In der wahren Welt stirbt man ... wirklich, während im Fernsehen jeden Abend alte Filme laufen. Das heißt, wer im Fernsehen lebendig wirkt, ist in Wirklichkeit oft tot, und wer im Fernsehen im „Tatort“ ermordet wird, ist in Wirklichkeit putzmunter. Im Fernsehen ist alles gleich-gültig und nichts end-gültig. So sorgt das Fernsehen in gewisser Weise mit dafür, dass wir den Tod nicht mehr Ernst nehmen – und das Leben auch nicht“. (a. a. O. S. 299)
Was nun ist diese Natur? Eine eigentlich unbeantwortbare Frage. Natur lässt sich kaum definieren. Im frühen griechischen Denken ist sie das Allumfassende, das Waltende, das sich in den verschiedensten Erscheinungen zeigt. Als solche ist sie etwas Verehrungswürdiges, ja Heiliges. Auch wir selber sind selbstverständlich ein Teil von ihr, in sie hineingebettet und mit ihr verwoben. Es ist nicht uninteressant, dass sich die moderne Naturwissenschaft in manchem wieder diesen Vorstellungen nähert und von dem absoluten Mess- und Machbarkeitsdenken abrückt. Durch die Chaos- und Gaia-Theorie wissen wir inzwischen Bescheid über die gegenseitige Abhängigkeit der einzelnen Bereiche und Teile. Wir erleben nachdrücklich, wie auch kleinste Veränderungen auf das gesamte Ökosystem wirken und wieviel der Mensch in seiner einseitigen Vorstellung, die Natur beliebig machbar zu betrachten, schon „durcheinandergebracht“ hat. Wir wissen, dass regionale Schäden sich innerhalb kurzer Zeit weltweit auswirken können und müssen befürchten, dass ein kleiner Tropfen das Fass endgültig zum überlaufen bringen kann. Das bekannte Bild der Chaos-Theorie vom Flügelschlag eines kleinen Schmetterlings in den Anden, der einen Windhauch, dieser einen Sturm, der einen Orkan und Hurrikan auslösen kann, ist alarmierender denn je. Nur, dass es nicht ein Schmetterling sein muss, sondern womöglich auch ein Deospray sein kann, der zur endgültigen Katastrophe führt. Womöglich hat der Aphorist Werner Mitsch doch recht, wenn er meint, dass die Menschheit nie zur Ruhe kommen wird, bevor sie nicht ihren letzten und größten Feind ausgerottet hat: sich selbst.
Aber wir wollen hier keine der üblichen Umwelt-Horror-Visionen weiterspinnen, sondern positiv nach vorne blicken. Denn wir wissen genau, dass Schreckensbilder in der Regel entweder lähmen oder zur Auffassung führen, wenn sowieso schon alles zu spät ist, was kann dann ich noch tun? Stellen wir zunächst einmal fest, dass das Umweltbewusstsein gerade in unserem Land enorm gewachsen ist. Leider dämmern aber ausgerechnet große Nationen in einem verhängnisvollen Schlaf dahin, auch wenn es – man denke an die USA – kleine Hoffnungsschimmer gibt. Wieweit dieselben aber bald zur Erleuchtung führen, mag dahingestellt sein.
Nun wissen wir aber auch, dass Bewusstsein noch lange nicht zur Tat führen muss. Der Weg über die Besinnung zur konkreten Handlung ist bekanntlich oft sehr lange, und es stimmt auch nachdenklich zu wissen, wie viel Umweltschutzgedanken inzwischen in diversen Lehrpläne eingeflossen sind, wie viele Projekttage sogar damit verbracht wurden und trotzdem so viele Veranstaltungen von Kindern und Jugendlichen in Müllansammlungen enden. Nicht umsonst hat Immanuel Kant bei seinen drei großen Fragen: „Was können wir wissen?“ „Was dürfen wir hoffen?“ das „Was sollen wir tun?“ als wichtige letzte genannt hat. Dieses „Was sollen wir tun?“ scheint uns für den rechten Umgang mit der Natur geradezu die Gretchenfrage zu sein. Natürlich ist es wichtig, wie schon ausgeführt, sich über die Grundbegriffe Kind, Natur, Entwicklungsphase, Zeitsituation usw. Gedanken zu machen. Bei dieser Gegenwartsbetrachtung zeigt sich die angedeutete Verengung und Verkürzung der kindlichen Erlebniswelt im Hinblick auf eine Reduzierung der dreidimensionalen Betrachtung auf das Zweidimensionale. Gleichzeitig müssen wir einen Schwund ursprünglicher Primärerfahrung feststellen. Sekundär- bzw. Tertiärerfahrung überwiegen. Der Verlust der Unmittelbarkeit führt zum Überhandnehmen medialer Sekundärwelten.
Nun ist es zweifelsohne entscheidend, welche Wertigkeit wir ursprünglichen Erfahrungen und Erlebnissen überhaupt geben. Bestimmt lässt sich ein Wissen über gewisse Teilbereiche der Natur in kürzerer Zeit und weniger arbeitsaufwendig z. B. über Internet und mit entsprechenden Arbeitsblättern gewinnen und im Multiple-Choice-Tests vermeintlich überprüfen. Gehen wir aber von anderen Setzungen aus, von einer Achtung der Gesamtpersönlichkeit des Kindes, der Großartigkeit und Schönheit der Natur, die der Christ auch Schöpfung nennt, das Hineinverwobensein jedes einzelnen und der Bezogenheit der „Geschöpfe“ untereinander und damit der Verantwortlichkeit für das Einzelne und das Ganze, dann werden sich daraus sicher andere Erziehungsaufgaben ergeben, als wenn man lediglich die Zahnformel der Katze mit der des Hundes vergleichen und die Zahl der Staubgefäße des Buschwindröschen zählen soll. Um nicht falsch verstanden zu werden, auch unser Ansatz verzichtet nicht auf Wissen und ist nicht bloß „gemütshaft“. Er weiß aber auch um die Einheit von Kognition und Emotionalem, von Kopf, Herz und Hand, um mit Pestalozzi zu sprechen. Wenn nach Max Müller Bildung eine „grundsätzliche Orientierung des ganzen Menschen in seiner Welt“ ist, entspricht die so wichtige Bildungsaufgabe der Begegnung von Kind und Natur diesem ganzheitlichen Ansatz. Dazu gehören ebenso die Fragen des Kindes, das Staunen und Ergriffensein, das Aufscheinen lassen des Wunderbaren und des größten Wunders Leben wie Kenntnisse, Fertigkeiten und die Aufgabe der Verantwortlichkeit vor der Schöpfung. Alle didaktischen Einsichten, die leider von ihren übertriebenen Methodengläubigkeit vergessen wurden, können dabei sehr nützlich sein.
Einer meiner Mitprüfer meinte einmal nebenbei, dass die Pädagogik seit Sokrates gar nicht mehr so viel Neues erfunden habe. Ich gebe dem gerne bedingt recht. Wie viel an pseudowissenschaftlichen Motivationsgerede z.B. um die Unterscheidung z.B. von extrinsischer und intrinsischer Motivation hätte man sich sparen können mit der einfachen Überlegung, wie wichtig es ist, die Fragen des Kindes und Jugendlichen ernst zu nehmen; sie in ihrer Fragehaltung und natürlichen Neugier zu unterstützen und zum gemeinsamen oder auch persönlichen Fragen anzuregen. Die sokratische Frageweise, die sog. Maieutik (die Hebammenkunst) kommt den Bedürfnissen des jungen Menschen entgegen. Der Fragende ist kein Besserwisser, einer, den man abfragt oder gar versucht, den anderen mit Fragen bloßzustellen, „fertig“ zu machen. Er stellt „echte“ Fragen, die ihm selber beschäftigen, Fragen, die im Gespräch auch für beide überraschende Antworten bringen können. Er stellt eventuell sogar sich in Frage, bringt aber auch sein persönliches Wissen, seine Erfahrung mit ein. Der andere sollte ganz einfach erkennen, dass die Frage ernst gemeint ist. Solche Fragen könnten u. a. lauten: „Was glaubst du denn?“ „Was müssen wir alles wissen, um eine Antwort zu finden?“ „Welche Erfahrungen hast du bisher schon?“ „Welche neuen Fragen entstehen mit der gefundenen Antwort?“ „Welche Folgerungen für unser Handeln werden daraus erwachsen?“
Nicht zuletzt wegen der unüberschaubaren Flut neuen Wissens, gerade auch im Naturbereich entsteht die Notwendigkeit einer Besinnung auf schon lange erkannte Einsichten über das Exemplarische, die ganz einfach sind: An einem Beispiel, das man besonders intensiv behandelt, einige für die ganze Art, die Gattung typische Merkmale erkennen, erfahren, erleben, herausarbeiten. Besser eine gründliche Auseinandersetzung mit wenigen oder ein bloß oberflächliches Wissen, das zu einem schnellen Vergessen führt. Themen könnten u. a. sein: Anatomie, Angepasstheit an die Umwelt, Nahrung, Paarungsverhalten, Gefährdungen, Schutz, Pflege
Der angesprochenen Verflachung und Reduzierung auf zwei Dimensionen kann gerade auch durch die Begegnung von Kind und Natur am besten entgegengearbeitet werden. Wir wissen inzwischen von der Gehirnforschung, wozu eine solche einseitige Wahrnehmung führen kann. Wir sollen Kindern, die nicht mehr etwas be-an-um-greifen, zu einem Begriffe gelangen? Die Forderung nach einer immer früheren Schulung des Kindes in Fremdsprachen lässt in der Regel außer Acht, dass eine Umsetzung voraussetzt, schon etwas begriffen zu haben, einen Begriff zu haben. Ganz einfach ausgedrückt: Das Kind muss zunächst in bestimmten Begriffen heimisch werden. Was eignet sich nun dazu besser als eine möglichst an allen Sinnen orientierte Begegnung mit der heimischen Natur? Eine ganzheitliche Sinneserfahrung ermöglicht natürlich auch eine größere Sprachkompetenz. Die Farben, die Laute, der Geschmack, der Geruch, das Fühlen lassen eines Gegenstand erst zu einen Begriff werden.
Wie viele Verben schildern beispielsweise Blätter und Laub: Sprossen, grünen, welken, fallen, rascheln, modern usw. welch ein einmaliges Erlebnis ist es, die Scheu zu überwinden und sich einmal in einem Laubhaufen zu legen.
Eines in der heutigen Didaktik weitgehend vergessenes Prinzip ist das der originalen Begegnung. Es gibt keinen Zweifel, dass gerade Kinder eine Ursprungssituation besonders beeindruckt. So gehört für mich bis heute zu den beeindruckensten Erlebnissen, wie, als wir in der Nachkriegszeit in unserem Garten Hühner hielten, aus dem ausgebrüteten Ei das erste Küken ausschlüpfte. Es ist eine bemerkenswerte Tatsache das gerade in der modernen Naturwissenschaft wieder Begriffe wie Staunen und Wundern entdeckt werden. Der sog. Paradigmenwechsel hat bewirkt, dass man von einem mechanistischen Weltbild in dem alles als berechenbar erschien, abrückt und auch dem Geheimnisvollen wieder Raum gibt. Das heißt freilich nicht, dass man dem Wißbaren, Erklärbaren keinen Platz gäbe. Im Gegenteil Wissen, Erkenntnisse, Kenntnisse sind etwas ganz Wichtiges sind. Aber sie müssen den Blick freilassen, ja geradezu öffnen für das Staunen. Leibniz und Heidegger haben als die grundsätzliche Frage das Wundern darüber herausgestellt, dass etwas ist und nicht vielmehr nichts. Führenden Vertreter der modernen Naturwissenschaft meinen, dass aber noch staunenswerter sei, dass etwas wird entsteht, aber auch vergeht. Nicht also das statische „Ist“, sondern das dynamische Sein, das sich im Wandel und in dem „panta rhei“ des Heraklit offenbart, ist das Erstaunliche. Wie viel Möglichkeiten ergeben sich gerade im Bereich des Lebendigen bei Pflanze und Tier, dieses Staunen zu ermöglichen. Jeder Beginn, jedes Neuwerden ist eigentlich ein Wunder. Auch dass der Baum, der Strauch, der vor kurzem noch wie in toter Besen aussah, plötzlich wieder sprosst, grünt, blüht und Früchte trägt.
Ginsberg schreibt:
Zur Nacht hat ein Sturm alle Blätter entlaubt;
sieh sie an, die knöchernen Besen.
Ein Narr, wer bei diesem Anblick glaubt,
es wäre je Sommer gewesen.
Und ein größerer Narr, wer träumt und sinnt,
es könnte je wieder Sommer werden.
Und grad diese gläubige Narrheit,
ist die sicherste Wahrheit auf Erden.
Jeder Samen ist eigentlich ein Wunderwerk. Jede Geburt ist ein neues Wunder, in dem sich eigentliche Unwahrscheinliches verwirklicht. Manfred Lütz schreibt: „Wir übersehen im Leben Wunder ja manchmal dadurch, dass wir irgendetwas vergleichsweise Äußerliches über ein Phänomen wissen oder den gleichen Vorgang immer wieder erlebt haben. Das macht ihn zwar nicht weniger wunderbar, aber man ist in seiner Wahrnehmungsfähigkeit abgestumpft ... Vielleicht gehört ... eine gewisse geistige Wachheit dazu, Wunder wahrnehmen zu können und auch Muße, Zeit der stressfreien Betrachtung der Welt ... Das Wunderwerk schlechthin ist ... immer schon die Schöpfung gewesen. (M. Lütz, a. a. O. S. 139)
Wenn wir „welch ein Wunder“ raunen,
über neue Technik staunen,
über neueste Raketen,
die erreichen schon Planeten,
über Roboter, Computer
- wieviel er auch kann und tut er -
sollten wir doch unterdessen
größere Wunder nicht vergessen,
gegen welche diese einem
unbedeutend fast erscheinen.
Nur ein Beispiel will ich nennen,
jenes, das wir alle kennen,
jenen winzig kleinen Samen,
aus dem Wunder kommen, kamen.
Gräser, Kräuter und Getreide,
Blumen, eine Augenweide,
blühend, duftend, bunt und bunter
und, oh Wunder über Wunder,
Bäume, Blätter, Früchte tragend,
mächtig in den Himmel ragend.
Alles ruht in dieser Fülle
in des Samens zarter Hülle.
Und dem Samen ist gegeben
jenes größte Wunder Leben,
jene wundersame Kraft
die, erschaffen selbst, neu schafft.
Naturerfahrungen und Erlebnisse, Ergriffenwerden von den Wundern der Schöpfung brauchen Zeit, und Zeit ist Leben. Leben aber braucht Zuversicht und Hoffnung. Die lange Zeit mit kritischem Denken gleichgesetzte Schwarzmalerei bringt nicht weiter. Hans Peter Dürr schreibt: „Ich brauche Träume und Visionen. Auf ihnen gründen sich Hoffnungen. Und eine Hoffnung ist der erste Schritt zum Einstieg für eine zukünftige Gestaltung unserer Wirklichkeit ... Hoffnung ist eine Artikulation der Wirklichkeit. Und ihre energetisch-materielle Manifestation gelingt, weil Leben gelingt. (Dürr, H.P, Auch die Wissenschaft spricht in Gleichnissen, Freiburg 2007, S. 69)
Ernesto Cardehal bemerkt: „Laßt uns die Hoffnung organisieren. Wir haben damit Möglichkeiten, von denen sich die Computer nichts träumen lassen.“
Aus den bisherigen Überlegungen ergibt sich folgewichtig, dass das Thema Kind und Natur nicht nur auf der Ebene einer Naturbetrachtung, -beobachtung oder bloßem Wissen über die Natur abgehandelt werden kann. Entsprechend der aufgezeigten dritten Frage Kant´s „Was sollen wir tun?“ münden auch unsere Gedanken darin, den Kindern nicht nur ihre Verflochtenheit in die Natur bewusst zu machen, sondern sie sogar in die Mitverantwortung für diese großartige Schöpfung hereinzunehmen. Natürlich wird hier von Natur- und Umweltschutz die Rede sein müssen. Wichtiger aber scheint mir zu sein, dem Kind Möglichkeiten zu geben, wie es selber etwas in diesem Spiel der Schöpfung beitragen kann. Wenn auch auf die großen, weltweiten Umweltprobleme, Klimaschutz, Baumsterben, Regenwaldrodung usw. hingewiesen wird, ist es sinnvoll, den Blick nicht nur in die Ferne zu richten, sondern auch in der Nähe Probleme aber auch Möglichkeiten und Chancen aufzuzeigen, etwas Positives beizutragen. Und dazu gehört auch, auf die Leistungen die Naturschützer, aber auch politische Aktivitäten gerade in Bayern in den letzten Jahren hinzuweisen. Es gilt nicht, auf den Verdiensten auszuruhen, aber es wäre auch falsch, sich nur in Klagen zu ergehen, dass ohnehin schon alles zu spät wäre. Ein ständiger Hinweis auf die Schädigungen genügt nicht, mit den Negativmotivation kommt man nicht weiter. Besser ist die Ermutigung, die guten eigene Wege weiterzugehen und eventuelle neue zu entdecken. Seit einiger Zeit gebrauche ich gerne den Ausdruck „Kreativität des eingeschlagenen Guten“. Es ist immer wieder erstaunlich und erfreulich feststellen zu können, wie begeisterungsfähig Kinder sind und wie gerne sie anderen Gutes tun wollen. Hier sehe ich eine echte Aufgabe Fragen von Kindern, ihre Sichtweisen und Vorschläge einzubringen. Wichtig ist, dass es nicht beim Reden und Planen bleibt. Das Kind will ernst genommen werden und braucht Erfolgserlebnisse. Begriffe wie Hegen und Pflegen bieten eine Vielfalt von Erfahrungsmöglichkeiten. Vielleicht sollte man aber auch Kinder ganz bewusst als Botschafter für Gleichaltrige und sogar Erwachsene zu aktivieren versuchen. Kinder können oft in Wort, Bildern, Musik, Lied und Aufführungen evtl. unter Anleitung von Erwachsenen mehr erreichen als noch so gut gemeinte Prospekte und Aufklärungsschriften.
Das erste gute Wort zu finden,
ein Licht im Dunkeln anzuzünden.
Ein bisschen lächeln, freundlich schauen,
dem Leben wieder zu vertrauen.
Mit offenen Augen rumzugehen,
das viele Gute, Schöne zu sehen.
Wald, Wiese, See, Natur zu achten
und nicht als Müllplatz zu betrachten.
Nicht nur ans eigne Wohl zu denken,
dem anderen Geduld zu schenken.
Wenn was nicht recht ist, sich zu rühren
und sich für Gutes zu engagieren.
Es kommt auf mich an,
es kommt auf dich an,
damit die Erde
noch besser werde.
Es kommt auf mich an,
es kommt auf dich an,
dass wir durch unser Leben
ein gutes Beispiel geben.
Lied des Lebens
Sing mit mir das Lied des Lebens,
sing´s mit frohem Mut.
Nichts, was lebt, lebt nur vergebens.
Leben, das ist gut.
Stimmt ins Lied mit ein, ihr Leute.
Leben ist Geschenk.
Leben, das ist Grund zur Freude,
gib, dass ich dran denk.
Denke an das kleine Körnchen,
das der Bauer sät,
und betrachte jene Ähre,
die aus ihm entsteht.
Sieh das Wunder, das der Pflanze,
Tier, Mensch eingesenkt,
dass das Leben neues Leben
immer weiter schenkt.
Schau das winzig kleine Wesen
in der Mutter dein,
bald wird es das Licht erblicken,
Kind und Wunder sein.
Leben ist Geschenk, ist Gabe,
Leben ist es wert,
dass man dafür Sorge trage
und es nicht zerstört.
Schau den kahlen Zweig im Winter,
scheinbar ohne Saft,
doch bald wird er wieder blühen
durch des Lebens Kraft.
Glaub ans Gute, glaub ans Leben,
glaub, dass nichts vergeht
und am Ende neuer Anfang,
neues Leben steht.