Die Arbeit vor Ort sichern

Diözesanjugendseelsorger Domvikar Jürgen Konert
Werben in eigener Sache: Diözesanjugendseelsorger Domvikar Jürgen Konert hofft auf ein gutes Ergebnis bei der ersten Jugendsammelaktion.

Jugendstiftung der Diözese startet am 6. November Sammelaktion / "Durst nach Spirtituellem"

Der Topf ist mit 52.000 Euro gefüllt. Seit der Gründung im Mai 2010 hat die Jugendstiftung der Diözese Eichstätt jedoch das Startkapital noch nicht aufstocken können. Das soll jetzt anders werden: Am Sonntag, 6. November, sind alle Pfarreien im Bistum aufgerufen, die Jugendsammelaktion der Stiftung "Zukunft kirchliche Jugendarbeit" zu unterstützen. Diözesanjugendseelsorger Domvikar Jürgen Konert hat allen Pfarrern und Pfarrgemeinderatsvorsitzenden einen ausführlichen Brief geschickt, um für Sammlung und Stiftung zu werben. Konert hat dazu das offizielle Okay der Ordinariatskonferenz, in der beschlossen wurde, diese Aktion zu unterstützen.

"An dem Tag soll die Jugendarbeit in den Mittelpunkt gestellt werden. Es soll gezeigt werden: das leisten unsere Jugendlichen, die engagieren sich, die hängen viel Zeit rein und sind in der Pfarrei vor Ort da", erklärt Konert im Gespräch mit der KiZ. In den Pfarrgemeinderatssitzungen stünden Jugendthemen oft auf der Tagesordnung, weiß er. "Wir müssen was für die Jugend tun", heiße es da. Der spezielle Tag sei daher "als Sprungbrett gedacht, mal darüber nachzudenken, wie sieht es überhaupt aus, mit unserer Jugend".

Gleich nachdem der Brief draußen war, "rief eine Pfarrgemeinderatsvorsitzende an und sagte: das ist eine tolle Aktion, da sind wir dabei", berichtet Konert stolz. In seiner Heimatpfarrei in Thalmässing planen Jugendliche zudem beim Dekanatsjugendgottesdienst einen Kuchenverkauf zugunsten der Stiftung.

Wie die Aktion und der Tag sonst gestaltetet werden, überlässt Konert den Gruppen vor Ort. Auf den Internetseiten der Jugendstiftung finden sich Fürbitten und Segenswünsche, um einen Gottesdienst an diesem Tag mitzugestalten. Die Sammelaktion, darauf legt Konert auch Wert, findet im Anschluss an die Messen statt. Die normale Sonntagskollekte habe mit der Jugendsammelaktion nichts zu tun und finde wie gewohnt statt.

Seit über einem Jahr ist Konert Diözesanjugendseelsorger und nebenbei auch weiter Pfarradministrator in Thalmässing. Der 43-Jährige findet "die Jugendarbeit im Bistum qualitativ gut" und er sei gleich nach seiner Amtseinführung überrascht gewesen, "wie viel Engagement es gibt". Was ihm auch aufgefallen sei: "Der Durst, die Suche, nach Spirituellem ist groß." Und genau da will die Jugendstiftung, deren Schirmherr Bischof Dr. Gregor Maria Hanke OSB ist, ansetzen. Im kommenden Jahr, anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Bischöflichen Jugendamts, soll zum ersten Mal der Alois Brems-Preis verliehen werden. Die Auszeichnung, benannt nach Eichstätts erstem Diözesanjugendseelsorger (1937-50) und späterem Bischof, richtet sich "an alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die durch ihr Engagement und ihren Einsatz deutlich machen, dass Kirche, Glaube und Jugend zusammen gehören", heißt es in den Vergaberichtlinien.

Konert hofft auf "coole Ideen", bei den Jugendgruppen und Verbänden, die sich bewerben. "Es gibt bereits einiges auf dem Markt in der Diözese. Da sind spannende Gottesdienstprojekte dabei."

Bewerbungen um den Preis, aber auch um reguläre Förderung, nimmt das Jugendamt entgegen. Gegründet wurde die Stiftung vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Diözesanverband Eichstätt und dem Bischöflichen Jugendamt. Sie ist als gemeinnützig anerkannt, wurde von der Diözese Eichstätt errichtet und gehört dem Stiftungszentrum katholische Jugendarbeit in Bayern an.

Den finanziellen Grundstock legte die Diözese, die 50.000 Euro einzahlte. 2.000 Euro kamen vom BDKJ. Nicht nur durch die aktuelle Jugendsammlung soll das Kapital wachsen. Konert will in einem nächsten Schritt um Zustifter werben. "Von der Kleinspende über 20 Euro bis hin zu Leuten, die sagen: Wir möchten eine eigene Stiftung unter der Jugendstiftung gründen", sei alles willkommen. Konert erinnert an die steuerlichen Vorteile, die eine Stiftung Privatspendern bringt. "Es ist gut angelegtes Geld", weil alle Mittel direkt der Jugend zugute kämen. "Ich investiere hier in die Zukunft der Kirche, in die Jugendarbeit vor Ort." Für Domkapitular Alfred Rottler, der im Stiftungsvorstand sitzt, ist die Jugendsammlung "ein Baustein, um das Stiftungskapital zu heben". Es soll auch "keine einmalige Sache bleiben", sondern den Jugendlichen jedes Jahr eine Plattform bieten, sich zu präsentieren. Durch die Stiftung soll die Jugendarbeit im Bistum langfristig ein weiteres finanzielles Standbein erhalten, da "die Ressourcen weniger werden oder aber starken Schwankungen unterworfen sind". Durch die Jugendarbeit in Verbänden und Pfarreien würde "die Begeisterung und Freude an Kirche" geweckt, erklärt Rottler.

Andrea Franzetti, Kirchenzeitung

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