
Energetische Sanierung senkt Heizkosten / Neue Fenster für Wohnheim / Gebäude untersucht
Monatelang war die Straße gesperrt, standen direkt vor dem Haus Bauzäune und ein Baugerüst. Die Zäune sind mittlerweile abgebaut, die Straße wieder frei, nur das Gerüst steht noch. Am Studentenwohnheim in der Pedettistraße in Eichstätt wurden Fenster ausgetauscht, Dämmplatten an der Fassade und auf dem Dach angebracht und Wände verputzt. Über 100 kleine Appartements und 17 Wohnungen in einem angrenzenden Haus wurden hier vom Gundekarwerk energetisch saniert. „Wir sind darauf bedacht, die Schöpfung zu bewahren“, erklärt Werner Rieder. Der Abteilungsleiter des Gundekarwerks will, „wo es irgendwie geht“, energetische Sanierungen vorantreiben.
Die Baumaßnahme in Eichstätt ist kein Einzelfall. Häuser in Nürnberg und Ingolstadt wurden ebenfalls saniert, mit Solaranlagen ausgestattet, an Fernwärmenetze angeschlossen oder mit effizienteren Heizanlagen ausgestattet. Alleine im vergangenen Jahr flossen über sechs Millionen Euro in Umbaumaßnahmen der Wohnungen und Häuser der kirchlichen Wohnungsgesellschaft. In Eichstätt wurden die Fassaden mit einem modernen Wärmedämmverbundsystem versehen. Dazu wurden bis zu zehn Zentimeter dicke Platten auf die Wände gesetzt. Im Dachbereich wurde die Isolierung aufgestockt. Teilweise sind dort nun 18 Zentimeter dicke Dämmungen zu finden.
Am aufwendigsten sei die Erneuerung der Fenster gewesen, erklärt Peter Fischer, Hausverwalter in Eichstätt. Über 100 Holzfenster wurden durch maßgefertigt Metallfenster ersetzt. Viele der Studentenappartements haben Erker oder dreieckige Fenster, daher konnte „nichts von der Stange bestellt werden“, erläutert Fischer.
Weitere Umbauten stehen an: der Wohnblock in der Webergasse soll im kommenden Jahr ebenfalls saniert werden. Die Bilder mit der Wärmebildkamera zeigen, dass an Fenstern und Wänden der Wärmeverlust sehr hoch ist.
Geplant ist zudem die Erneuerung der Heizanlage. Momentan sind noch zwei 30 Jahre alte Gasbrenner in Betrieb, die dann durch eine effizientere Anlage ersetzt werden sollen. Durch die energetische Sanierung der Häuser ist künftig weniger Wärmeleistung erforderlich, die alten Kessel sind damit zu groß. Die neue, kleinere Anlage soll zudem mit Energiespar-
pumpen ausgestattet werden.
Pluspunkte in der Ökobilanz des Studentenwohnheims gibt es künftig auch beim Kaffeekochen oder beim Fernsehschauen: Seit 1. Dezember bezieht das Gundekarwerk für die Eichstätter Wohnanlage Ökostrom der Stadtwerke Eichstätt.
Roman Stibolitzki vom Diözesanbauamt hat für die Häuser einen Energieausweis erstellt, und an allen Bauteilen den Wärmeverlust ermittelt. Untersucht wurde dabei auch, ob und wie Heizungsrohre gedämmt sind oder wie die Räume genutzt werden. Für Wohnungen lag der Primärenergiebedarf bei 184 Kilowattstunden pro Quadratmeter (kWh/m²). Nach der Sanierung sank der Wert auf 146 kWh, angestrebt sind 95 kWh. Sowohl durch die Dämmung als auch die neue Heizung soll der Energiebedarf um jeweils rund 20 Prozent gesenkt werden.
Andrea Franzetti, Kirchenzeitung
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