Ausstellung der Universitätsbibliothek über Bischof Johann III. von Eych (1445-1464)
Das 15. Jahrhundert war eine spannende Zeit, eine Zeit des Übergangs und des Um- und Aufbruchs. Der Buchdruck wurde erfunden und dadurch wurde sowohl die Bildung der als auch die Informationsverbreitung unter den Menschen grundlegend revolutioniert, die Gesellschaft änderte sich, die Zeit der großen Entdeckungen begann, die Antike wurde im Humanismus und der Renaissance wiederentdeckt und die Reform der Kirche an Haupt und Gliedern wurde zu einem der großen Themen der damaligen Zeit.
Im Bistum Eichstätt wird diese Zeit in der Person des 50. Eichstätter Bischofs Johann III. von Eych (1445-1464) und seiner Vertrauten und Mitarbeiter greifbar. Er machte die Bischofsstadt an der Altmühl zu einem Zentrum des Frühhumanismus nördlich der Alpen und reformierte sein Bistum im Sinne der Ideen des Basler Konzils (1431-1449).
Ihm ist die Ausstellung „Auf Reform geeycht. Bischof Johann von Eych und sein Kreis im Spiegel ihrer Handschriften“ gewidmet, die in der Universitätsbibliothek am Hofgarten und im Domschatz- und Diözesanmuseum dank der Zusammenarbeit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt mit der Universitätsbibliothek, dem Diözesanarchiv und dem Domschatz- und Diözesanmuseum zu sehen ist. Der Anstoß kam vom Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte, der die Tagung „Reform und früher Humanismus in Eichstätt. Bischof Johann von Eych“ vorbereitete.
Im Diözesanmuseum wird neben dem vom Johann III. gestifteten sogenannten älteren Walburgateppich das von ihm testamentarisch für seinen Nachfolger angefertigte Rationale gezeigt, auf dem unter anderem die für Eychs Reformpolitik so wichtigen Tugenden der disciplina (= Zucht) und veritas (= Wahrheit) geschrieben stehen.
Die Reform der Klöster im Bistum Eichstätt und die seiner Diözese sowie das neue Bildungsideal des Humanismus zeigt die Universitätsbibliothek anhand einer Auswahl an Handschriften Eychs und seines Kreises, die seit den Wirren der Napoleonischen Zeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts verstreut waren und jetzt für die Ausstellung aus dem Eichstätter Diözesanarchiv, der Universitätsbibliothek Eichstätt und der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg zusammengetragen wurden.
Sie vermitteln einen anschaulichen Eindruck davon, dass Eichstätt sowohl in Sachen Reform der Kirche, wie auch bei der Wiederentdeckung der Antike eine wichtige Rolle nördlich der Alpen einnahm, ja einer der Knotenpunkte der Entwicklung im Reich war, wie Prof. Jürgen Dendorfer betonte, der bis zu Sommersemesters 2011 den Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt innehatte und seitdem in Freiburg lehrt.
Diplomatisches Netzwerk
Johann von Eych wurde 1404 entweder im thüringischen Eicha, dafür spricht vor allem die Nähe zu Heltpurg, oder in Aich bei Heilsbronn geboren. Er studierte in Wien und in Padua Rechtswissenschaften, wurde in Padua zum Doktor beider Rechte promoviert, lehrte anschließend in Wien und Padua und war Kanzler der Herzöge von Öster-reich, beziehungsweise König Albrecht II.. In der herzoglichen Kanzlei in Wien arbeitete auch Eneo Silvio Piccolomini, der sogenannte „Apostel des Humanismus“ und spätere Papst Pius II (1458-1464).
Johann von Eych war bereits 1434 auf dem Basler Konzil tätig. 1438 übernahm er die Gesandtschaft für König Albrecht ins Reich, in dessen Auftrag er 1439 die Fürstenversammlung in Mainz durchführte, die die wesentlichen Reformbeschlüsse des Basler Konzils bestätigte.
1445 wurde Johann als Nachfolger Bischof Albrechts II. von Hohenrechberg zum Eichstätter Bischof gewählt und empfing am 1. Januar 1446 die Priester- und Bischofsweihe. In Eichstätt versammelte der gut vernetzte Bischof – er hatte ein verwandtschaftliches, studentisches und diplomatisches Netzwerk – Männer der Reform um sich, die meist auch in Italien studiert hatten und dem Humanismus verpflichtet waren, wie zum Beispiel sein Verwandter Johann von Heltpurg, dessen juristische Mitschrift in der Ausstellung zu sehen ist, sein Kanzler Johannes Mendel oder Albrecht von Eyb.
Die von Bischof Johann III. im Bistum durchgeführten Reformen sind in der Ausstellung durch das Statutenbuch, das die Statuten der Diözesansynode sowie Visitationsberichte der Klöster enthält und durch die Visitationsprotokolle des Generalvikars Johannes Vogt vertreten.
Klaus Kreitmeir, Kirchenzeitung
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