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Caritas Leitmeritz hilft den Roma

Caritasdirektorin Ruzena Kavkova. Foto: Meyer
Vielfältige Einblicke in die Arbeit der Caritas in Leitmeritz gab Direktorin Ruzena Kavkova bei ihrem Besuch im Bistum Eichstätt. Foto: Meyer

Caritasdirektorin Ruzena Kavkova besuchte das Bistum Eichstätt / Workshops und Vorträge

Im Rahmen der diesjährigen Renovabis-Pfingstaktion war die Leitmeritzer Caritasdirektorin  Ruzena Kavkova im Bistum Eichstätt zu Gast. Im Mittelpunkt der Aktion des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis steht der Appell zu weitergehender Solidarität zwischen West und Ost sowie die Überwindung von Fremdheit und Vorurteilen in Europa. Daher wurde für die Aktion 2014 das Leitwort „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern – Gemeinsam für ein solidarisches Europa!“ gewählt. Renovabis erinnert an die Veränderungen in Europa vor 25 Jahren, den Zusammenbruch der kommunistischen Systeme im Osten und den Fall des Eisernen Vorhangs, der den Kontinent zerteilte. Vor allem aber richtet das Osteuropa-Hilfswerk den Blick darauf, was aus der damals gewonnenen Freiheit geworden ist und wie sich die mittel- und osteuropäischen Länder seither entwickelt haben.

Besuch in Hirschberg

Kavkova besuchte in Eichstätt unter anderem den Tag „Dienstgemeinschaft Caritas“ im Bildungshaus Schloss Hirschberg. Insgesamt rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 18 Caritas-Einrichtungen im Bistum Eichstätt kamen zusammen. Zu dem von Caritasdirektor Domkapitular Franz Mattes und dem Caritas-Qualitätsbeauftragten Matthias Helfrich veranstalten Tag trug Kavkova einen Kurzvortrag bei.

Davor sah sie außerdem gemeinsam mit dem Eichstätter Referenten für Weltkirche, Gerhard Rott, sowie den meist neuen Caritas-Mitarbeitenden den Film „Liebe tut Not“ über die Caritasarbeit in der Diözese Eichstätt. In Anlehnung an den Film sagte Kavkova, vieles im Caritasverband Leitmeritz sei ähnlich wie im Bistum Eichstätt, womit sie sich auf Tätigkeiten in Altenheimen, Sozialstationen und Beratungsstellen bezog. Allerdings habe man 1991 bei Null angefangen. Finanzielle Unterstützungen vom Deutschen Caritasverband, dem Hilfswerk Renovabis und anderen Teilen der Kirche seien sehr wichtig gewesen, um Strukturen und soziale Projekte zu entwickeln, sagte die Caritasdirektorin. Einen Schwerpunkt der Caritasarbeit stellt der Direktorin zufolge die Hilfe für Roma dar, gegen die es in jüngster Zeit gewaltsame Übergriffe gab. Von rund 300.000 Roma in Tschechien leben nach ihrer Mitteilung alleine etwa zwei Drittel im Gebiet ihrer Diözese. Nicht ohne Stolz verwies sie darauf, dass mittlerweile 26 der insgesamt 600 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Angehörige der Roma seien. Diese habe die Caritas Leitmeritz zuvor wie viele andere beraten, insbesondere bei der Arbeitssuche. Auch in der benachbarten Slowakei setze sich die Leitmeritzer Caritas für Roma ein, indem sie dort die Schulvorbereitung von Kindern dieser Volksgruppe unterstützt, so Kavkova. Darüber hinaus fördere ihr Verband die Arbeit von Salesianern für Straßenkinder in der Mongolei. Gerhard Rott erwähnte, dass die Sternsingeraktion – die in Deutschland bekanntlich von Kindern aus Pfarreien durchgeführt wird – in der tschechischen Partnerdiözese auch von der Caritas organisiert werde.

Kooperationen geplant

„Es ist toll, dass eine Organisation, die selbst noch im Aufbau ist, auch international mitdenkt“, würdigte Rott die Arbeit der Besucherin sowie ihrer Mitarbeiter. Da auch bei der Caritas in der Diözese Leitmeritz Kleiderkammern eine bedeutende Rolle spielen, regte Rott eine Zusammenarbeit mit Kleiderkammern der Caritas in der Diözese Eichstätt an. Über Kleiderkammern, so die Caritasdirektorin, komme man häufig an Menschen mit grundlegenden Problemen, zum Beispiel Arbeitslosigkeit, heran. Laut Kavkova werde heute die Caritasarbeit in der tschechischen Bevölkerung grundsätzlich gut angenommen.

Im Rahmen eines Workshops kam Kavkova außerdem mit Studenten des Studiengangs Soziale Arbeit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt in Kontakt. Hier berichtete sie ebenfalls von ihrer Arbeit mit den Roma, schilderte deren Lebensumstände und die Herausforderungen der Arbeit. „Wir wollen den Roma eine Chance geben, sich in die Gesellschaft zu integrieren“, betonte Kavkova hier.Den Abschluss des Besuchs der Caritasdirektorin im Bistum Eichstätt bildete ein abendlicher Vortrag im Marquardus-Saal in Eichstätt zum Thema „Gemeinsam für ein solidarisches Europa – Die Hilfe von Renovabis am Beispiel der Caritas Leitmeritz/ Tschechien.“

pde/rme/fla, Kirchenzeitung Nr. 22 vom 1. Juni 2014

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