„So ein Ereignis kommt nicht wieder“

Der Tagungsraum in Wemding
Der Tagungsraum in Wemding

Der Wallfahrtsort Wemding bereitet sich auf die Frühjahrstagung der bayerischen Bischöfe vor

Wer soll nit Hayl hier hoffen. Der Gnadenbronn steht offen“ steht auf einem Plakat im Büro des Wemdinger Wallfahrtsrektors, Monsignore Heinrich Weiß. Die Abbildung zeigt das Deckenfresko der Basilika Maria Brünnlein, bedeutendste Wallfahrt im Bistum Eichstätt. Im benachbarten Pilger- und Tagungshaus Maria Brünnlein vor den Toren Wemdings treffen sich vom 15. bis zum 17. Februar die bayerischen Bischöfe zu ihrer Frühjahrsvollversammlung.

Auch wenn der Wallfahrtsrektor schon seit geraumer Zeit von den Plänen wusste, die Freisinger Bischofskonferenz nach Wemding zu holen, so gibt es in den Tagen und Wochen vor dem großen Ereignis noch viel zu organisieren und es vergeht kaum ein Tag, an dem Weiß nicht mit dem Sekretariat des Eichstätter Bischofs oder mit dem Katholischen Büro in München telefoniert. Dessen stellvertretender Leiterin Bettina Nickel, die mit nach Wemding kommt und die Ergebnisse der Gespräche protokolliert, wird Weiß für die Dauer der Tagung sein Büro zur Verfügung stellen. „Hier kann sie abends in Ruhe arbeiten.“

Das Telefon klingelt, es geht um den geplanten offiziellen Empfang der Stadt Wemding für die bischöfliche Runde mit Eintrag ins Goldene Buch. Einen musikalischen Willkommensgruß werden dabei die Wemdinger Bläser entbieten, bei denen auch der Wallfahrtsrektor als Tenorhornspieler mitwirkt. Praktischerweise finden die regelmäßigen Proben im Haus Maria Brünnlein statt.

Die offizielle Begrüßung der Bischofskonferenz wird Weiß nicht vornehmen, „das macht der Eichstätter Bischof als eigentlicher Hausherr“, informiert er. „Aber ich darf mit den Bischöfen zelebrieren, und das ist schon etwas Besonderes“, verweist er auf den abendlichen Gottesdienst am Donnerstag, 16. Februar, um 19 Uhr in „seiner“ Basilika.

Soeben hat Weiß im Lichtmess-Gottesdienst die Kerzen geweiht. Darunter war auch ein Exemplar, das er auf Anregung seiner Haushälterin Anna Schrauth in der Kerzenwerkstatt des Wemdinger Karmels in Auftrag gegeben hat. Die Kerze trägt die Aufschrift „Porta fidei“ (= Tür zum Glauben) und verweist auf das Apostolische Schreiben, in dem Papst Benedikt XVI. das bevorstehende Jahr des Glaubens (Oktober 2012 bis November 2013) angekündigt
hat.

Während des Aufenthalts der Bischöfe in Wemding wird die Kerze im Tagungsraum brennen. Neben Info-Mappen über die Wallfahrt Wemding werden die Bischöfe auch Rosenkränze erhalten, in die eine Darstellung des Wemdinger Gnadenbilds eingearbeitet ist.

Beim Wallfahrtswirt

Zu den Fatima-Tagen, die seit 1933 an jedem 13. eines Monats in der Wallfahrtsbasilika feierlich begangen werden, lädt der Wallfahrtsrektor immer wieder Bischöfe und Weihbischöfe als Prediger ein. Dass er nun aber gleich 15 auf einmal zu Gast hat, das werde er kein zweites Mal erleben, ist er sich sicher und spricht damit auch für den Wemdinger Wallfahrtswirt Paul Trollmann, der das Gasthaus neben der Basilika bewirtschaftet und mit seinem Team für das leibliche Wohl der Bischofskonferenz sorgen wird. Mit 17 Zimmern ist das Haus gerade groß genug, um alle Teilnehmer der Tagung einzuquartieren.

Berührungsängste zur Geistlichkeit sind Trollmann fremd, war doch sowohl sein Großonkel Pfarrer als auch sein 2002 verstorbener Onkel Paul und sein jüngerer Bruder Johannes, der als Seelsorger in Buxheim wirkt. Die Wemdinger Wallfahrtswirtschaft „gibts schon so lange wie die Wallfahrtskirche“, informiert der 48-jährige Gastronom, dessen Großvater den Betrieb 1927 erwarb. „Ich bin drüben in der Basilika getauft und hier im Haus aufgewachsen“, erzählt der Wirt und dreifache Vater, dessen 22-jähriger Sohn Alexander bereits eingestiegen ist und für die Gäste den Kochlöffel schwingt.

Ein einheitliches Dreigänge-Mittagessen werden die Trollmanns den Bischöfen an den drei Tagen ihres Aufenthalts jeweils servieren. „Gehoben-regional werde es sein, mehr lässt sich der Wirt nicht entlocken. Der Gastbetrieb wird während der Tagung der Bischofskonferenz ganz normal weiterlaufen. „Wir haben ja geschlossene Räume“, erläutert Trollmann. Die Bischöfe werden ihre Mahlzeiten in der Ritterstube einnehmen. Das gegenüberliegende Marienstüble hätte zwar vom Namen her noch besser gepasst, ist aber zu klein. Daneben gibt es in der Wallfahrtswirtschaft noch drei Säle, die in den Sommermonaten gern für Hochzeitsfeiern gebucht werden. Die Tagung der Freisinger Bischofskonferenz reiht sich im dicken Belegbuch der Wirtschaft ein zwischen einem Seniorenfasching und einem Familiennachmittag.

Gabi Gess, Kirchenzeitung

Ausführlicher Bericht als PDF

 

 

Die Wochenzeitung für die Gläubigen in der Diözese Eichstätt informiert über die Weltkirche und über die Ortskirche, kommentiert das Geschehen in Kirche und Gesellschaft, bietet Lebenshilfe und Unterhaltung und ist Forum des Meinungsaustausches unter den Lesern.

KONTAKT / ABO

Anschrift von Verlag und Redaktion:
Postfach 12 63, 85066 Eichstätt
Geschäftsräume:
Sollnau 2, 85072 Eichstätt
Telefon 08421/9781-0,
Fax 08421/9781-20,
verlag@kirchenzeitung-eichstaett.de

Bezugspreise: Durch die Agentur (Pfarramt) monatlich 6,00 € (5,00 € einschl. 7 % MWSt. + 1,00 € Zustellgebühr); durch die Post monatlich 6,90 €; Einzelnummer 1,60 €.