Vor 50 Jahren begann mit einem Besinnungstag die diözesane Ministrantenarbeit
Die Ministrantinnen und Ministranten aus dem ganzen Bistum, die sich am 7. Juli in Eichstätt treffen, sorgen nicht nur für jugendlichen Schwung bei der diesjährigen Willibaldsfestwoche (siehe Kasten unten), sondern verweisen auch auf ein Jubiläum: Seit 50 Jahren findet im Bistum Eichstätt Ministrantenarbeit auf diözesaner Ebene statt. Untrennbar verbunden ist dieses Kapitel mit dem Namen Dr. Ludwig Rug.
Ministrantenreferent Markus Wittmann hat in alten Unterlagen geblättert und festgestellt: Im April 1962 lud der damalige Subregens des Eichstätter Priesterseminars erstmals Ministranten aus dem ganzen Bistum zu Besinnungstagen ins Jugendhaus Pfünz ein. Die Resonanz war beachtlich: "Die damaligen Kapazitäten von Schloss Pfünz wurden komplett ausgeschöpft", berichtet Wittmann, auf dessen Schreibtisch ein Bild des verstorbenen Dr. Ludwig Rug seinen festen Platz hat.
"Lausbuben Gottes"
Der junge Geistliche hatte 1959 seinen Doktortitel in Rom erworben. Die späten 50er-Jahre, das sei auch die Zeit gewesen, als die ersten Ratgeber zur Ministrantenarbeit herausgegeben wurden, erinnert Wittmann an die liturgische Aufbruchsstimmung vor dem Beginn des Zweiten Vatikanums.
Die "Lausbuben Gottes" aus den Pfarreien des Bistums Eichstätt, deren einzige Ansprechpartner bislang der Ortspfarrer und der Mesner gewesen waren, nahmen begeistert die Angebote an, zu denen Rug von 1962 an einlud. Die österlichen Besinnungstage wurden bald durch ein Treffen zur Weihnachtszeit ergänzt, 1975 kamen Hüttenlager und Romwallfahrt hinzu.
Anfang der 1980er-Jahre war Markus Wittmann, damals noch Ministrant in der Neumarkter Hofpfarrei, selbst wiederholt Teilnehmer bei Ministranten-Besinnungstagen in Pfünz. "Die Minitage waren damals schon immer schnell ausgebucht", erinnert er sich. "Wir haben jedes Mal diskutiert, fast gestritten, wer beim nächsten Mal teilnehmen darf."
Ministrantenreferat
1974 lud Ministrantenseelsorger Rug erstmals zu einem diözesanen Ministrantentag, weitere folgten 1979 und 1987. In den 1980er-Jahren fand auch erstmals eine Schulung für Ministrantenleiter statt. Die erste Veranstaltung für Mädchen bot Rug in Zusammenarbeit mit Schwester Ursula Kirschner an, die damals in der diözesanen Schulabteilung tätig war.
Nach Rugs plötzlichen Tod im Jahr 1998 übernahm der damalige Diözesanjugendpfarrer Josef Funk die Ministrantenarbeit, bis 2000 das heutige Ministrantenreferat unter Leitung des Theologen Markus Wittmann geschaffen wurde. Einen Ministrantenseelsorger gab es eine Zeit lang noch in Person von Peter Wenzel, damals Seelsorger am Habsberg.
Das Ministrantenreferat befindet sich unter dem Dach des bischöflichen Jugendamts. Mit Diözesanjugendpfarrer Jürgen Konert arbeitet Wittmann ebenso eng zusammen, wie mit den Regionaljugendseelsorgern und vielen Kaplänen, die der Ministrantenarbeit von Kindheit an verbunden sind.
Gabi Gess, Kirchenzeitung vom 20. Mai 2012
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