"Keine Gnade" - Kreuzweg in St. Johannes/Neumarkt

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  • 1. Station: Jesus wird zum Tode verurteilt.
  • 2. Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern.
  • 3. Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz.
  • 4. Station: Jesus begegnet seiner Mutter.
  • 5. Station: Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen.
  • 6. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch.
  • 7. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz.
  • 8. Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen.
  • 9. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz.
  • 10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt.
  • 11. Station: Jesus wird an das Kreuz genagelt.
  • 12. Station: Jesus stirbt am Kreuz.
  • 13. Station: Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt.
  • 14. Station: Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt.
  • Pfarrkirche St. Johannes zu Neumarkt: Kreuzweg auf 14 Terracotta-Reliefs aus dem Jahr 1892

In den 60er Jahren als "neugotischer Kitsch" aus dem Kirchenraum verbannt, schmückt ein besonders erzählfreudiger Kreuzweg seit 1994 wieder das neue Chorgestühl der Pfarrkirche St. Johannes zu Neumarkt. Die 14 Terracotta- Reliefs aus dem Jahr 1892 stammen von einem Regensburger Hersteller für kirchliche Ausstattungskunst. Die detailreichen Szenen mit ihrer schönlinigen Zeichnung und sentimentalen Grundstimmung sind ein typisches Produkt kirchlicher Kunstproduktion des 19. Jahrhunderts, die teilweise erstaunliche Qualitäten erreichen konnte.

Keinen Mut zur Gnade hat der römische Stadthalter Pilatus, der sich seines ungerechten Urteils bewusst ist, und dennoch auf Druck des Volkes das Todesurteil über Jesus spricht. Die Verurteilung Jesu im Hause des Pilatus ist die erste Station des Kreuzweges – auf der via dolorosa zu Jerusalem wie in den Stationsbildern zu Neumarkt, denen wir mit Domkapitular Norbert Winner in seiner Pfarrkirche begegnen. (Claudia Grund)

"Allein gelassen von allen Freunden steht Jesus vor dem Tribunal der Menschen.
Hasserfüllt fordert die Menge seinen Tod: "Ans Kreuz mit ihm!"
Die Liebe zu Gott und zu den Menschen zählt nicht mehr.
"Wir haben ein Gesetz und nach diesem Gesetz muss er sterben!"
Jesu Wege waren nicht die Wege der Menschen.

Und weil er mit seinem Weg die Wege der Menschen durchkreuzte, musste er weg. Was kümmert es Pilatus, ob Jesus schuldig oder unschuldig ist. Hier geht es um sein eigenes politisches Überleben. Er kennt keine Gnade.

Herr Jesus Christus, oh kommender Weltenrichter wirst du uns sagen: "Ich war im Gefängnis und ihr habt mich besucht. Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan."

Auch heute werden Menschen immer noch ungerecht verurteilt, - gnadenlos!
Hilf uns, deine Wege zu gehen und das richtige zu tun.
Gekreuzigter Herr Jesus Christus - erbarme dich unser!"

(Domkapitular Norbert Winner)

 

Zum Nachlesen

Impulse zur Fastenzeit: Eine Textserie, die vom Exerzitienreferat erstellt und in der Kirchenzeitung veröffentlicht wurde