
CD "Jauchzet dem Herrn" – Eichstätter Domchor
Pressetext - Videoclip von den Aufnahmen
Die CD ist in den Eichstätter Buchhandlungen "Brönner & Daentler" und "Sporer", in den Klosterläden von St. Walburg und Plankstetten, sowie im Büro der Eichstätter Dommusik erhältlich.
1. Jauchzet dem Herrn alle Welt
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)
vier- achtstimmi, Hörprobe als mp3-Datei laden
3. O magnum mysterium
Tomás Luis da Victoria um 1548-1611
vierstimmig, Hörprobe als mp3-Datei laden
5. Hear my prayer, o Lord
Henry Purcell (1659-1695)
achtstimmig
7. Thus saith the lord
Knut Nystedt *1915
vier- bis sechsstimmig
9. I will praise thee, o Lord
Knut Nystedt *1915
vier- bis sechsstimmig - Hörprobe als mp3 laden
11. Fides nostra victoria –
Wahlspruch Bischof Gregor Maria Hanke
Christian Heiß *1967
vier- bis achtstimmig
13. Ave Maria
Sergej Rachmaninow (1873-1943)
vier- bis sechsstimmig
15. O magnum mysterium
Morten Lauridsen *1943
vier- neunstimmig
2. Die Himmel erzählen
Heinrich Schütz (1585-1672)
sechsstimmig
4. Tenebrae factae sunt
Marc Antonio Ingegneri um 1547-1592
vierstimmig
6. Haec dies
G. P. da Palestrina (1524-1594)
sechsstimmig
8. Peace, I leave with you
Knut Nystedt *1915
vier- bis fünfstimmig
10. Ubi caritas
Maurice Duruflé (1902-1986)
vier- bis fünfstimmig
12. Benedicta es tu
Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901)
fünfstimmig
14. Hele täht
Urmas Sisask *1960
siebenstimmig mit Soli
16. Denn er hat seinen Engeln
Felix Mendelssohn Bartholdy 1809-1847
achtstimmig
Zum Programm
Zwei A-Cappella-Chorwerke von Felix Mendelssohn Bartholdy bilden den Rahmen des CD-Programms, was anlässlich des 200. Geburtstags des Meisters im Aufnahmejahr 2009 nahe lag. Der dreiteilig komponierte Psalm 100 gehört zum Standardrepertoire vieler Chöre, ebenso die achtstimmige Motette "Denn er hat seinen Engeln", der ein Auszug des Psalms 91 zugrunde liegt. In allen achtstimmigen Psalmvertonungen arbeitet Mendelssohn Bartholdy mit vollgriffiger romantischer Klangfülle, setzt Chorgruppen in Zwiesprache und nutzt den klanglich reizvollen Wechsel von reinem Frauen- bzw. Männerchorklang.
Wie Mendelssohn Bartholdy war auch Heinrich Schütz bereits zu Lebzeiten berühmt. Die virtuose Beherrschung der Formen Madrigal und Motette in Kombination mit dem neu aus Italien aufkommenden konzertierenden Stil und sein ausgeprägtes Gespür für eine unmittelbare musikalische Umsetzung der Textaussage machten ihn über seinen Wirkungskreis hinaus bekannt. Die Psalmvertonung "Die Himmel erzählen" SWV 386 entstammt der Sammlung "Geistliche Chormusik" von 1648 und besingt die Größe des Schöpfergottes.
Drei Werke der Renaissance-Komponisten Victoria, Ingegneri und Palestrina für Weihnachten, Karfreitag und Ostern zeichnen wesentliche Stationen des Lebens Jesu nach mit der Menschwerdung, seinem Sterben und Auferstehen. Alle drei Komponisten fühlten sich der Forderung des Konzils von Trient verpflichtet, das eine klar verständliche Kirchenmusik anmahnte. Zudem werden sie der römischen Kompositionsschule zugerechnet. Palestrina schuf das vergleichsweise umfangreichste Werk, das aus seinem langjährigen Wirken im Dienst der römischen Kirche, zeitweise auch am päpstlichen Hof, resultierte. Seine Bedeutung für die Musikgeschichte zeigt sich nicht zuletzt in dem von nachfolgenden Generationen geprägten Begriff des "Palestrinastils". Auch der im spanischen Avila geborene Victoria hatte eine Verbindung zu Rom, wo er einige Jahre als Stipendiat am Collegium Germanicum verbrachte. Geprägt von der römischen Liturgie und Musik kehrte er zurück nach Spanien, wo er bis heute zu den bedeutendsten Komponisten des Landes zählt.
Ingegneri wirkte an der Kathedrale von Cremona als Domkapellmeister und schrieb Messen, Motetten und Madrigale. Seiner Responsoriumsmotette "Tenebrae factae sunt" für die Karfreitagsliturgie folgt ein betrachtendes Stück eines der Hauptvertreter der englischen Renaissance-Musik. William Byrds achtstimmige Ausdeutung des Psalmtextes "Hear my prayer" ist von einer tiefgründigen Expressivität, die den emotionalen Gehalt des Textes voll ausschöpft.
Zeitgenössische Chormusik bildet den Mittelteil des CD-Programms. Drei englischsprachige Kompositionen des Norwegers Knut Nystedt mit alt- und neutestamentlichen Texten zeigen nordische Klanglichkeit gepaart mit perfekter Chorbehandlung und machen die drei zusammengehörigen Stücke zu kleinen musikalischen Kunstwerken.
"Fides nostra victoria" – "Der Glaube ist unser Sieg" – so lautet der Wahlspruch des Bischofs von Eichstätt Dr. Gregor Maria Hanke OSB, der anlässlich seiner Bischofsweihe im Jahre 2006 entstanden ist. Christian Heiß steht damit in der Tradition seines Vorgängers Prof. Wolfram Menschick, die darin besteht, dass der jeweils amtierende Domkapellmeister den Wahlspruch eines neuen Eichstätter Bischofs vertont.
Der gregorianische Choral durchzieht das Gesamtwerk von Maurice Duruflé wie ein roter Faden. Auch der Motette "Ubi caritas", die unter seinen wenigen A-Capella- Chorkompositionen wohl die berühmteste sein dürfte, liegt die Choralmelodie zugrunde und wird in eine warmtönende modale Klangsprache eingebettet.
Zwei romantische Vertonungen von Rheinberger und Rachmaninoff sowie zwei zeitgenössische Werke des estnischen Komponisten Urmas Sisask und des US-Amerikaners Morten Lauridsen sind mit dem Blick auf die Gottesmutter Maria ausgewählt. Die Motette "Benedicta es tu" entstammt den fünf Chormotetten op.163 und entstand für die Liturgie der Allerheiligen-Hofkirche in München, wo Rheinberger als Hofkapellmeister für Kirchenmusik wirkte. Rachmaninoffs "Ave Maria" gehört zu den Vespergesängen Op. 37, die für den russisch-orthodoxen Gottesdienst im byzantinischen Ritus entstanden sind, und die der Komponist zu seinen besten Werken zählte.
Urmas Sisask vertont in "Hele täht" marianische Volksgebete seiner Heimat Estland. Die ständige litaneiartige Wiederholung des "Ave Maria" durch den Chor bildet den klanglichen Hintergrund für die Solostimmen.
Die Motette "O magnum mysterium" hat den Komponisten und Kompositionslehrer Morten Lauridsen weltbekannt gemacht. Mit glasartig leuchtenden Klängen lädt seine Chormusik zur meditativen Versenkung ein.