Berufungspastoral

Informations- und Begegnungstage für Interessenten am Priesterberuf im Priesterseminar Eichstätt

Am Samstag/Sonntag, 12./13. November 2005 fanden im Eichstätter Priesterseminar auf Einladung des diözesanen Zentrums für Berufungspastoral Informations- und Begegnungs-tage für junge Männer statt, die am Beruf des Priesters Interesse haben und sich vorstellen können dieser Berufung zu folgen. Acht Interessenten waren der Einladung gefolgt und konnten sich durch die Teilnahme am Hausprogramm der Priesteramtskandidaten ein Bild vom Leben im Seminar machen. Dazu kamen Vorträge und Impulse, die verschiedene Aspekte auf dem Weg zum Priesterberuf in den Blick nahmen.

Nach der Begrüßung durch Regens Dr. Josef Gehr ging Subregens Dr. Clemens Hergenröder der Frage nach, wie jemand seine persönliche Berufung erkennen könne. Er ging von einem Traum des Philosophen und Theologen Romano Guardini aus, nach dem jedem Menschen ein „Wort“ mitgegeben sei, so etwas wie ein „Passwort“ für alles im Leben dieses Menschen; entsprechend komme es darauf an mit diesem „Wort“ ins Einvernehmen zu kommen. Für die Berufung zum Priester gebe es ein „Berufsbild“, das von den Grundaufgaben „Leiten“, „Lehren“ und „Heiligen“ geprägt sei: Der Priester hat, besonders als Pfarrer, die Aufgabe der Leitung einer Pfarrgemeinde; diese Aufgabe soll er als „Hirte“ wahrnehmen, der die Gläubigen kennt, der an ihrem Leben Anteil nimmt und der besondere Aufmerksamkeit den Armen und Bedrängten zuwendet. Als Verkünder des Glaubens hat der Priester die Aufgabe dafür zu sorgen, dass das Wort Gottes unverfälscht weitergegeben wird, besonders auch an die Kinder und Jugendlichen. Zum priesterlichen Dienst des „Heiligens“ gehört es die Sakramente zu feiern und die Eucharistie zum Mittelpunkt des Lebens in der Pfarrgemeinde zu machen. Für die Berufung zum Priester sind dabei wichtige Kriterien die „Neigung“ und die „Eignung“, also die Fragen: „Ziehen mich diese Aufgabenfelder an und faszinieren sie mich?“ und: „Bringe ich die Fähigkeiten und Begabungen bzw. das Entwicklungspotential dafür mit sie erfüllen zu können?“ Dazu gehören etwa auch eine einigermaßen stabile Gesundheit, ein gesunder Sinn für die Wirklichkeit oder die Haltung der Uneigennützigkeit. Wichtig ist dann, dass die Entscheidung zum Priesterberuf in echter Freiheit getroffen und dass sie von der Kirche angenommen wird, das heißt dass der Bischof einen Kandidaten zu den Weihen zulässt. Der Vortrag schloss mit einigen Erfahrungsberichten über den eigenen Weg der Berufung, wie ihn Kandidaten persönlich erlebten.

Nach der Feier der hl. Messe zusammen mit den Alumnen am Grab des hl. Willibald im Eichstätter Dom und dem Mittagessen ging es weiter mit einer Führung durch die Gebäude des Priesterseminars; Seminarsprecher Michael Wohner machte die Gäste mit der über vierhundertjährigen Geschichte des „Collegium Willibaldinum“ bekannt und zeigte, wie die Studenten heute leben. Zum Kaffetrinken im Speisesaal kam eine stattliche Zahl von Alumnen dazu.

Eine Einführung in das Studium der katholischen Theologie an der theologischen Fakultät der Katholischen Universität Eichstätt schloss sich an, zu der sich zwei Assistenten der Fakultät zur Verfügung gestellt hatten: Guntram Förster, Assistent am Lehrstuhl für Moraltheologie, und Bettina Kaul, Assistentin an der Professur für Liturgiewissenschaft, verstanden es auf lebendige Weise eine Hinführung zum Theologiestudium zu geben. Es wurde deutlich, dass sich das Studium in aufeinanderfolgenden Stufen vollzieht und dass dabei biblisch – historische, systematische und praktische Fächer berührt werden. Das Studium konfrontiert den Studenten mit unterschiedlichsten Fragen, etwa: Wie verhalten sich Glaube und Vernunft? Wie werden in der Heiligen Schrift die Erfahrungen der Menschen mit Gott in Worte gefasst? Wie wurde der Glaube der Kirche in unterschiedlichen Kontexten verständlich und plausibel gemacht? Wie kann er heute und in der Zukunft vermittelt werden? Welche Bereiche ethischen Fragens gibt es und wo sind die Zusammenhänge mit dem christlichen Glauben? Die Einführung regte zu Fragen und zur Diskussion an; dabei ging es zum Beispiel darum, ob das Studium den Glauben in die Krise bringen oder ihn vertiefen könne.

Bei der Vesper in der Alumnenkapelle erlebten die Interessenten die Predigt eines Priesteramtskandidaten aus den höheren Semestern mit. Im Anschluss an das Abendessen gab es noch einen Impuls von Spiritual Dr. Lorenz Gadient: „Leben als Priester heute“. Der Spiritual machte darauf aufmerksam, dass die Existenz als Priester heute mehr als früher eine „Provokation“ sei, ein „Herausgerufensein“ und „Herausrufen“ aus dem Bürgerlich – Gewöhnlichen; früher sei diese Existenz stärker getragen gewesen von einer unangefochtenen Stellung in der Gesellschaft. Der Priester werde provoziert durch seine Umgebung; er solle sich nicht verleiten lassen sich ganz an diese Umgebung anzupassen und sich in der Welt einzunisten. Er habe nämlich selber die Aufgabe zu provozieren, Menschen, die sich im Innerweltlichen einschlössen, zu öffnen auf das, was dem Leben als ganzem Sinn gebe. Auch an diesen Impuls schloss sich ein reges Gespräch an, das im „Bierstüberl“ noch fortgesetzt wurde. Mit der eucharistischen Anbetung und dem kirchlichen Nachtgebet, der Komplet, in der Kapelle fand der Tag seinen Abschluss.

Am Sonntag feierten die Gäste zusammen mit der Seminargemeinschaft das kirchliche Morgenlob, die Laudes, und die hl. Messe. Ein Frühschoppen mit Weißwürsten im „Bierstüberl“ gab die Gelegenheit zum gemütlichen Beisammensein, bevor die Informations- und Begegnungstage mit dem Mittagessen zu Ende gingen. Bei den Teilnehmern fanden sie ein positives Echo. „Fragen sind beantwortet worden, neue sind entstanden“ – so lautete der Kommentar eines Interessenten. „Es war sehr informativ“ – so eine andere Rückmeldung. Im Jahr 2006 sollen wieder Informations- und Begegnungstage veranstaltet werden.

Subregens Dr. Clemens Hergenröder

 
Jugendstiftung Diözese Eichstätt

TERMINE: JUGEND

13. Februar 2012 - 14. Februar 2012
13. Februar 2012 19.00 Uhr
Jugend-Beta in Neumarkt
Veranstalter: Kath. Jugendstelle Neumarkt
14. Februar 2012 - 15. Februar 2012
14. Februar 2012 19.30 Uhr
Valentins-Jugendgottesdienst in Herrieden
Veranstalter: Kath. Jugendstelle Herrieden
15. Februar 2012 - 16. Februar 2012
17. Februar 2012 - 18. Februar 2012
17. Februar 2012 20.00 Uhr
Jugendvesper im Kloster Plankstetten
Veranstalter: Jugendvesper-Team

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