In Zusammenarbeit mit dem Diözesanen Pilgerbüro lud das Zentrum für Berufungspastoral am Sonntag, den 23. Juli 2006, dazu ein, auf dem ostbayerischen Jakobsweg von der Eichstätter Frauenbergkapelle nach Bergen zu gehen. Angesprochen waren zunächst Jugendliche und junge Erwachsene, dazu gesellten sich Jakobuspilger weiterer Altersgruppen.
Der Leiter des Pilgerbüros, Domvikar Reinhard Kürzinger, stimmte mit einer Statio an der Frauenbergkapelle auf den Weg ein. Er ging aus von der Gestalt des Pilgers auf der Jakobusstele am Frauenberg: Wie diese Gestalt bald mehr im Licht und bald mehr im Schatten liege, so sei das Gehen auf dem Jakobsweg eine gute Gelegenheit, mit Licht und Schatten im eigenen Leben in Berührung zu kommen. Die Begegnung mit sich selbst führe zur Begegnung mit dem Mitpilger, zum Mittragen seiner Lasten. Und daraus erwachse wie von selbst das Gespräch mit Gott, das Gebet. Mit dem Pilgersegen entließ Domvikar Kürzinger die Wallfahrer auf ihren Weg. Auf diesem Weg machten sie mehrfach Station, um dem hl. Apostel Jakobus zu begegnen und eine Verbindung von ihm zum eigenen Leben herzustellen. Subregens Dr. Clemens Hergenröder hatte die Impulse zu den Stellen aus dem Markusevangelium unter den Leitgedanken der Berufung gestellt. So ist Jakobus einer, der von Jesus aus dem Alltag seines Lebens als Fischer herausgerufen wird (vgl. Mk 1,16-20); er stellt uns die Frage: Kann ich mir vorstellen, dass Jesus vorbeikommt und mich zu etwas Neuem ruft? Obwohl er zu einem Dreierkreis von Jüngern mit besonderer Jesusnähe gehört und die heilende Kraft Jesu (vgl. Mk 5,37-43) wie auch den Vorausblick auf Ostern in der Verklärung (vgl. Mk 9,2-10) erlebt, wird er seiner Berufung nicht gerecht und schläft in der Nacht vor dem Tod Jesu am Ölberg ein (vgl. 14,32-42). So lädt Jakobus ein, an die Menschen zu denken, denen wir etwas schuldig geblieben sind, und an Situationen, in denen wir einer Berufung nicht gerecht geworden sind. Vor Pfingsten ist Jakobus wieder wach und bittet mit den anderen Aposteln und mit Maria um den Beistand des Heiligen Geistes (vgl. Apg 1,12-14). Durch den Heiligen Geist gestärkt, legt dann Jakobus als erster unter den Aposteln um 44 n. Chr. das Blutzeugnis für Jesus Christus ab (vgl. Apg 12,1-3). Er stellt uns die Frage, wie wir heute diese Zeugenschaft leben können.
In Bergen angekommen, feierten die Jakobspilger die Sonntagsmesse in der Wallfahrtskirche Heilig Kreuz; der Gottesdienst endete mit der Auflegung des Kreuzpartikels. Nach der Einkehr in der „Alten Kaplanei„ ging wieder jeder seinen eigenen Weg. Nicht vergessen wurde bei der Einkehr der Dank an die Sekretärin der Berufungspastoral, Frau Thekla Schmiidt, für ihr Dabeisein auf der Wallfahrt mit einem Begleitfahrzeug, was etwa die notwendige Versorgung mit Mitteln gegen Insektenstiche viel leichter machte.
Mehrere Pilger betonten, die Mischung aus Stille, Gespräch und gemeinsamem Gebet auf dem Jakobsweg habe ihnen gut gefallen und gut getan. Und sie äußerten die Hoffnung, bald wieder ein Stück auf dem Jakobusweg gehen zu dürfen.
Dr. Clemens Hergenröder, Subregens