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12.06.2018

Neue Sonderausstellung im Diözesanmuseum: Der Kirchenmaler Josef Wittmann

Josef Wittmann, Christkönig mit Heiligen, Deckenbild in Itzing (Monheim, Bistum Eichstätt), 1944. pde-Foto: Paul Maria Wittmann

Josef Wittmann, Christkönig mit Heiligen, Deckenbild in Itzing (Monheim, Bistum Eichstätt), 1944. pde-Foto: Paul Maria Wittmann

Eichstätt. (pde) – „Josef Wittmann und die Sakralmalerei des 20. Jahrhunderts im Bistum Eichstätt“ lautet der Titel einer Sonderausstellung, die ab Mittwoch, 27. Juni, im Eichstätter Domschatz- und Diözesanmuseum zu sehen sein wird. Die Eröffnung findet am Dienstag, 26. Juni, um 19.30 Uhr statt.

Der Münchner Maler Josef Wittmann (1880-1968) gehört zu einem Genre von Künstlern des 20. Jahrhunderts, die man gelegentlich als Kirchenmaler bezeichnet hat, weil sie überwiegend in der Monumentalmalerei im Dienste der Kirche tätig gewesen sind. Ihre Werke prägen bis heute historische wie auch neu gebaute Sakralräume. Doch stehen ihre Namen im Schatten der Großen der Kunstgeschichte, auf die Kirchenbesucher wirken ihre Bilder heute stilistisch eher konventionell. Ihre ursprüngliche Aufgabe der Katechese ist kaum noch gefragt.

Auch hat sich die kunstwissenschaftliche Forschung bisher kaum mit dem Schaffen dieser Kirchenmaler beschäftigt, eine Monographie über Josef Wittmann aus der Feder von Hans Christian Ries ist erst kürzlich im Kunstverlag Josef Fink erschienen. Ries wird bei der Ausstellungseröffnung am 26. Juni zu „Malerei im Kirchenraum im Spannungsfeld von Neubarock und früher Moderne“ sprechen.

Josef Wittmann, in Windischeschenbach in der nördlichen Oberpfalz geboren, lebte in München und war ein sehr produktiver Kirchenmaler. Seine Werke sind vorwiegend in den Bistümern Regensburg und Eichstätt, aber auch in Schwaben und in Oberbayern, zu finden und zwar in mehr ländlichen Sakralbauten. Sein Erfolg begründete sich in seiner Fähigkeit, ebenso flexibel wie sensibel auf die Wünsche der Auftraggeber zu reagieren. Kunstgeschichtlich ist er ein Vertreter der Münchner Schule und arbeitete vorwiegend im Stil des Neobarocks. Anders als kunsthandwerklich orientierte Kollegen vermied er es, barocke Kompositionen zu zitieren oder zu kopieren. Er entwickelte einen eigenen Stil, den lange, hagere Figuren und eine duftige, leuchtende Farbigkeit charakterisieren.

Da im Bistum Eichstätt außer Wittmann eine Reihe anderer, heute mehr oder weniger bekannte Künstler tätig gewesen sind, erschien es den Verantwortlichen der Ausstellung naheliegend, ihn zusammen mit anderen Malern in Blick zu nehmen. Auch deren Werke sind im Zeitraum von 1900 bis 1950 entstanden und ermöglichen damit stilistische Vergleiche. Deshalb sind Werke folgender Künstler in der Ausstellung zu sehen: Karl Ambos (1872-1955), Theodor Baierl (1881-1932), Josef Bergmann (1988-1952), Albert Burkart (1898-1982), Franz Klemmer (1879-1964), Bonifaz Locher (1858-1916), Georg Löhnert (1912-1964), Walter Scheidemandel (1894-1987), Kaspar Schleibner (1863-1931), Franz Spitzner (1899-1978), Sigmund Spitzner (1892-1962), Leonhard Thoma (1864-1921), Michael P. Weingartner (1917-1966), Alois Wünsche-Mitterecker (1903-1975). Die Konzentration liegt auf der monumentalen Deckenmalerei, die einen Sakralraum prägen kann. Die Ausstellung zeigt etwa 40 Skizzen und Entwürfe. Von den Decken- und Wandfresken werden Reproduktionen gezeigt, wobei nicht jeder Künstler mit Originalen vertreten sein kann. Das stilgeschichtliche Spektrum und die zeitliche Spannweite reichen von einer Wanduhr im Jugendstil aus dem Jahr 1913 bis zu einem expressionistisch beeinflussten Deckenbild aus dem Jahr 1950.

Die Ausstellung ist zu sehen vom 27. Juni bis zum 4. November 2018 zu den normalen Öffnungszeiten des Domschatz- und Diözesanmuseums: Mittwoch bis Freitag 10.30 bis 17.00 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertag 10.00 bis 17.00 Uhr. Montag und Dienstag ist geschlossen, Sonderöffnungen sind nach Vereinbarung jederzeit möglich.) Die Ausstellung wird gefördert durch den Bezirk Oberbayern.