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12.09.2014

Motivieren und anspornen - Engagement im Sport

Handball ist für Robert Werner eine Leidenschaft geworden – ob als Trainer oder als Spieler. pde-Foto: Anika Taiber

Tack, tack, tack – Robert Werner stellt die rot-weißen Hütchen auf den Hallenboden. Zwei links, zwei rechts. Er klatscht in die Hände, die neun Spieler, die da sind, kommen zusammen. „Heute trainieren wir die Pässe, einmal von links nach rechts passen, und dann einwerfen auf das Tor – los geht’s!“ Er wirft einen gelb-grünen Ball zu einem der Spieler, der fängt ihn mit der Rechten, passt zu seinem Gegenüber, mit Schwung landet der Ball im Netz. „Sehr schön, aber gebt dem Ball noch mehr Dynamik!“

Handball ist für Robert Werner eine Leidenschaft geworden. Dabei hat der 46-Jährige Eichstätter in seiner Jugend gar kein Handball gespielt – jetzt trainiert er verschiedene Gruppen im katholischen Sportverband DJK Eichstätt und investiert viel Freizeit in sein Ehrenamt. Die Jugend ist am Montagnachmittag dran, die Damenmannschaft am Freitag. Und heute springt er bei den Männern ein. Die trainieren immer am Mittwochabend, wenn Werner nicht als Trainer dran ist, spielt er selbst mit.

Die Spieler sollen einen Wurf auf das Tor antäuschen, dann quer zu einem Mitspieler passen. Zwei, drei Schritte, eine schnelle Drehung – mit einem Knall prallt der Ball auf dem Hallenboden auf. „Präziser“, ruft Werner seinen Spielern zu, „lieber nicht ganz so scharf werfen und dafür kommt der Pass auch an!“

Zum Handball gekommen ist Werner durch seinen Sohn – der wollte kurz nach dem Weltmeisterschaftsgewinn 2007 im eigenen Land Handball spielen. Acht Jahre alt war er damals, und so kam auch Werner erstmals mit der Sportart in Berührung. Ab der E-Jugend trennen sich Mädchen und Jungen, die Jugendtrainerin übernahm die Mädchengruppe – und plötzlich fehlte ein Trainer für die Jungen. So rutschte Werner in die Aufgabe hinein und machte einen Trainerschein. Am Anfang war es vor allem noch die Begleitung seines Sohnes, aber auch die anderen Jungen waren ihm ans Herz gewachsen: „Sport ist ja unglaublich emotional, und auch als Trainer nimmt man die Spannung mit und leidet und jubelt mit der Mannschaft.“

Die Vertretung bei den Herren kam dazu, und seit diesem Jahr gibt es in Eichstätt auch wieder eine Damenmannschaft. „Ich habe einfach die Initiative ergriffen, weil es immer wieder jemand gab, der gefragt hat, ob da wieder mal etwas zusammen geht.“ Seit Anfang des Jahres trainieren die Damen, und für die kommende Saison sind sie für den Spielbetrieb angemeldet. „Ich hoffe nur, dass auch genug dabei bleiben.“ Bisher seien die Spielerinnen aber hoch motiviert – „deshalb macht es auch richtig Spaß.“

Neben den Trainings hat Werner vor einiger Zeit auch die Leitung der Handballabteilung beim DJK-Sportverband Eichstätt übernommen. Das bedeutet viel Arbeit im Hintergrund: Die Saison planen, Schiedsrichter, Vereinsbusse und die Spielerpässe organisieren, Material bestellen und bei den Vereinssitzungen dabei sein. Dazu kommen zum Beispiel auch noch die Spielberichte, die Werner nach jedem Spiel an die Spielleitung schicken muss: „Die bürokratischen Aufgaben sind schon richtig viel Aufwand.“

Heute sind nicht genug gekommen, um im Training zwei Teams zu bilden, dafür ist das Können von Torwart Alex gefragt. Die Spieler werfen der Reihe nach auf das Tor, zwischen jedem Wurf passt Werner noch einen Ball zu ihm. Der ständige Wechsel soll die Aufmerksamkeit und die Reaktionen des Torwarts trainieren. Der schlägt sich gut: „Super, Alex!“, ruft Werner anerkennend.

Spaß macht Werner vor allem das Spiel mit seinen Mannschaften. Gerade für die Jugend sei Teamsport lehrreich: „Beim Handball muss man immer schauen, wer gerade die aussichtsreichste Position hat – man muss sich auch in den Dienst des Teams stellen.“ Auch die Emotionen von Sieg und Niederlage in der Gemeinschaft zu erleben, sei wichtig und würden prägen: „Zum Beispiel, wenn die Mannschaft in den letzten Sekunden ein Spiel noch herumreißt – das ist einfach toll.“