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08.03.2013

Jugendhaus Schloss Pfünz reduziert CO2-Emissionen um 87 Prozent – EMAS-Zertifizierung erneuert

Ordinariatsrat Rainer Kastl, Verwalter Andreas Prommersberger, Umweltreferentin Lisa Ammon und die Mitarbeiter des Jugendhauses Schloss Pfünz. Foto: Franzetti, Kirchenzeitung

Eichstätt. (pde) – Seit 25 Jahren betreibt das Jugendhaus Schloss Pfünz „kirchliches Umweltmanagement“. Seit 10 Jahren ist es nach den Regeln der EU-Öko-Audit-Verordnung (EMAS) zertifiziert. Zum „Doppeljubiläum“ wurde die EMAS-Zertifizierung für weitere vier Jahre erneuert und eine Zwischenbilanz präsentiert. Die Zahlen bestätigen den Modellcharakter des Jugendhauses in Sachen Umweltschutz und setzen ein Zeichen für das neue Klimaschutzkonzept der Diözese Eichstätt.

Durch Baumaßnahmen, Installation einer Hackschnitzelanlage sowie Umstellung beim Lebensmitteleinkauf und Ökostrombezug hat Schloss Pfünz seine Kohlendioxid-Emissionen in den letzten zehn Jahren bereits um 87 Prozent reduziert. Der regenerative Anteil an Strom und Wärmeenergie ist auf 97,2 Prozent angestiegen. „Das sind Zahlen, die kaum ein Unternehmen oder eine Einrichtung vorweisen kann“, freut sich Jugendhausverwalter Andreas Prommersberger.

Nicht direkt messbar, aber mit positiven Auswirkungen auf die CO2-Bilanz der Region sei auch die Steigerung des Einkaufs von biologisch erzeugten, fair gehandelten und regional bezogenen Lebensmitteln und Getränken. Der „grüne Lebensmittelanteil“ im Jugendhaus habe sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich bei über 90 Prozent stabilisiert. Außerdem trage die gezielte Darstellung des Umweltsystems zur Bewusstseinsbildung bei den jährlich rund 22.000 Übernachtungsgästen des Hauses bei. Die mitunter phantasievolle und kreative Umsetzung der Umweltziele brachte dem Jugendhaus Anerkennung über die Bistumsgrenzen hinaus. Hausbesichtigungen und Einladungen zu Vorträgen zeigen das Interesse an den umgesetzten Lösungen.

Begonnen hat die Umweltarbeit von Schloss Pfünz 1987 mit der Pflanzung der ersten Wildsträucher und Vogelschutzhecken sowie der Installierung der Solaranlage zur Stromversorgung des Hüttenlagers Almosmühle. „Damals war nicht abzusehen, welchen Stellenwert der Umweltschutz in den folgenden Jahren einnehmen sollte“, sagt Prommersberger rückblickend. 2001 beteiligte sich die Diözese Eichstätt am ökumenischen Projekt „Kirchliches Umweltmanagement“. Dabei wurden 16 kirchliche Modelleinrichtungen aus verschiedenen Bistümern und Landeskirchen beim Aufbau eines Umweltmanagementsystems beraten und unterstützt. Von den acht beteiligten Einrichtungen aus dem Bistum Eichstätt galt das Jugendtagungshaus Schloss Pfünz als Pilotprojekt. 2003 konnte hier mit der EMAS-Zertifizierung die erste Phase abgeschlossen werden.

Damit waren auch die Rahmenbedingungen für alle Entscheidungen bei Umbau-, Neubau- und Sanierungsmaßnahmen der folgenden Jahre vorgegeben. Das Umweltmanagement veränderte Betriebsabläufe in allen Bereichen von Hauspflege über Küche und Verwaltung bis hin zum Verhalten der Mitarbeiter auf dem Arbeitsweg. 2006 und 2009 erfolgten zwei weitere EMAS-Revalidierungen. Die jetzt bestätigte Zertifizierung 2012 lieferte erstmals Vergleichsdaten von normalen Belegungsjahren vor und nach der Einführung von EMAS.

Das kirchliche Umweltmanagement in der Diözese Eichstätt habe sich längst vom Projekt zum bewährten System entwickelt, schlussfolgert Prommersberger. Das ökologische Handeln einzelner Einrichtungen finde nun seine Weiterentwicklung in der Klimaoffensive 2030, dem integrierten Klimaschutzkonzept für das Bistum Eichstätt. Damit sollen die CO2-Emissionen bistumsweit bis zum Jahr 2030 halbiert werden

Videos:
25 Jahre Umweltmanagement in Schloss Pfünz
Energiewende im Bistum Eichstätt
Website: Jugendhaus Schloss Pfünz