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20.12.2017

Eine Predigt in Bildern: Buch zur Glasmalerei im Eichstätter Dom erschienen

(von links) Die Autoren Daniel Parello und Hartmut Scholz freuen sich mit Bischof Gregor Maria Hanke, Summus Custos Christoph Kühn, Dompropst Isidor Vollnhals, Domdekan Stefan Killermann, Verleger Albrecht Weiland und Kunsthistorikerin Claudia Grund übe

(von links) Die Autoren Daniel Parello und Hartmut Scholz freuen sich mit Bischof Gregor Maria Hanke, Summus Custos Christoph Kühn, Dompropst Isidor Vollnhals, Domdekan Stefan Killermann, Verleger Albrecht Weiland und Kunsthistorikerin Claudia Grund über das Erscheinen des Bandes über die Glasmalereien im Eichstätter Dom. pde-Foto: Anika Taiber-Groh

Eichstätt. (pde) – „Meisterwerke der Glasmalerei: Der Dom zu Eichstätt“ heißt ein Buch, das im Auftrag der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz und des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft Berlin im Verlag Schnell & Steiner erschienen ist. Am Dienstag, 19. Dezember, wurde es im Priesterseminar Eichstätt feierlich vorgestellt.

Der Eichstätter Dom, an dem zwölf Jahrhunderte lang Menschen gebaut haben, war reich mit mittelalterlichen Glasmalereien ausgestattet, die jedoch verloren gingen. Bis heute erhalten ist hingegen eine umfangreiche Farbverglasung des frühen 16. sowie des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Davon sind die unter Beteiligung des Malers Hans Holbein der Ältere (1465-1524) und seiner Werkstatt zu Beginn des 16. Jahrhunderts entworfenen Glasmalereien des Mortuariums die größten Kostbarkeiten. Die immer noch stattlichen Überreste der einstmals umfangreichen Fensterausstattung, die Mitglieder des Domkapitels in ihrer Grablege zu ihrem Gedenken und dem ihrer Verwandten stifteten, dürfen gar als „die bedeutendsten Überreste der ansonsten vielfach untergegangenen Augsburger Glasmalerei der Spätgotik und Frührenaissance“ gelten.

Aber nicht nur diese Meisterwerke werden in dem 80-seitigen Band mit knappen, allgemeinverständlichen und doch wissenschaftlich fundierten Texten präsentiert. Die Autoren Hartmut Scholz und Daniel Parello vom Forschungszentrum für mittelalterliche Glasmalerei in Freiburg im Breisgau nehmen auch die künstlerisch weniger bedeutende Fensterausstattung der Domkirche selbst in den Blick. Dazu gehören die nach den Entwürfen des Diözesanpriesters Sebastian Mutzl erstellten Fenster des Ostchores ebenso wie der Fensterzyklus der Lauretanischen Litanei im Langhaus des Domes, der vom Freiburger Künstler Fritz Geiges stammt. Bischof und Domkapitel, die Stadt Eichstätt und private Stifter finanzierten die großformatigen Glasgemälde. Auch die kleinformatigen Glasgemälde in der sogenannten Kapitelsakristei werden in dem neuen Buch vorgestellt. „Sie belegen eindrucksvoll, was die im 19. Jahrhundert neu belebten Glasmalerwerkstätten noch Anfang des 20. Jahrhunderts zu leisten imstande waren“, heißt es im Vorwort.

Die Textbeiträge sind mit 23 Schwarz-Weiß- und 50 Farbbildern von Andrea Gössel, Rüdiger Becksmann und Jean Jeras illustriert. Fotografin Andrea Gössel vom Freiburger Forschungszentrum des Corpus Vitrearum ist es gelungen, mit ihren Aufnahmen selbst Kennern des Eichstätter Domes überraschende wie neue Perspektiven zu eröffnen. Kunsthistorikerin Dr. Claudia Grund vom Domschatz- und Diözesanmuseum Eichstätt hat die Entstehung des Werkes begleitet.

Domkapitel, Domkustodiestiftung und Diözese Eichstätt haben das Buchprojekt unterstützt. Mit dem Ergebnis sind die Verantwortlichen zufrieden. Fazit des ehemaligen Domdekans Willibald Harrer und des Summus Custos der Domkirche, Prälat Dr. Christoph Kühn: „Die Glasgemälde des Eichstätter Domes, ob mittelalterlich oder neuzeitlich, ob höchste Kunstfertigkeit oder handwerklich-akademischen Charakter vertretend, ob exquisit erhalten oder durch Überarbeitungen beeinträchtigt, stehen für den Willen früherer Generationen, den Dom gemäß ihrer Glaubens- und Stilvorstellungen würdig auszustatten und dem Glauben der Kirche Ausdruck zu verleihen.“

Scholz Hartmut und Parello Daniel: Meisterwerke der Glasmalerei: Der Dom zu Eichstätt. Mit Aufnahmen von Andrea Gössel, Rüdiger Becksmann und Jean Jeras,  Verlag: Schnell & Steiner, Regensburg, 2017, 80 Seiten, Taschenbuch, Preis 12,95 Euro, ISBN: 978-3-7954-3302-4.