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22.03.2017

Diözesanmuseum eröffnet am 1. April die Saison

Eichstätt. (pde) – Das Eichstätter Domschatz- und Diözesanmuseum beendet seine Winterpause und ist ab dem 1. April wieder geöffnet. In der Karwoche beginnen dann auch wieder verschiedene vom Museum organisierte Veranstaltungen.

Die Reihe „Geistiger Mittagstisch“ thematisiert in den kommenden Monaten das Spannungsfeld von Humanismus, Reformation und Rekatholisierung. Am 31. Oktober jährt sich zum 500. Mal die Veröffentlichung der 95 Thesen des Wittenberger Augustinermönchs Martin Luther. Aus diesem Anlass beschäftigt sich die Reihe des Geistigen Mittagstisches in diesem Jahr mit dem zeitlichen Umfeld und den Folgen. Speziell das Bistum Eichstätt, stellt in diesem Zusammenhang in mehrerlei Hinsicht einen Brennpunkt dar.

Den Auftakt macht die Kunsthistorikerin Dr. Claudia Grund am Mittwoch, 12. April um 12.15 Uhr mit einer Kurzführung ins späte 15. Jahrhundert und damit in die Zeit vor der Reformation. Beleuchtet werden Person und Werk des humanistisch gebildeten Reformbischofs Johann III. von Eych sowie seines politisch umsichtigen und kunstsinnigen Nachfolgers Wilhelm von Reichenau.

Die zweite Kurzführung beschäftigt sich am 17. Mai mit dem hochgebildeten und kunstsinnigen Bischof Gabriel von Eyb, dessen Eichstätter Hof zu einem geistigen Zentrum des Humanismus wurde. Er ist es auch, der den Augsburger Bildhauer Loy Hering nach Eichstätt beruft. Andererseits fallen in seine Regierungszeit die dramatischen Ereignisse von Reformation und Bauernkriegen.

Am 14. Juni thematisiert die dritte Kurzführung das Geschehen direkt nach dem Thesenanschlag, in dem Eichstätt zeitweise Brennpunkt des reformatorischen Diskurses wird. Es ist ein Professor der Universität Ingolstadt, Johannes Eck, der den erbitterten Diskus mit Luther führt und letztendlich den Kirchenbann erwirkt, den wiederum Bischof Gabriel von Eyb als erster deutscher Bischof veröffentlicht.

Unter Eyb wurde Eichstätt auch zu einem Zentrum der Sepulkralskulptur. Der Augsburger Bildhauer Loy Hering und seine Werkstatt schufen insbesondere für den Dom eine Vielzahl von Denkmälern, deren Themen als steinernes Manifest für den alten Glauben und gegen das neue Gedankengut verstanden werden können. Am 12. Juli sind deshalb die Grabdenkmäler des Domes Thema des „Geistigen Mittagstisches“.

Eine Reihe weiterer Veranstaltungen sind für die Zeit zwischen Ostern und August geplant: Am Montag, 17. April um 14.30 Uhr, können Besucher an einer österlichen Führung mit dem Leiter des Museums, Dr. Emanuel Braun, teilnehmen. Am 21. Mai beteiligt sich das Diözesanmuseum mit verschiedenen Themen beim internationalen Museumstag.

Im Laufe der Saison werden darüber hinaus einige Führungen zu dem Thema „Fremde Götter im Diözesanmuseum“ angeboten. Im Mittelpunkt stehen hinduistische Statuetten (am 3. Mai),  römische Götter im Kunsthandwerk (28. Juni) und Götter auf römischen Münzen (26. Juli).

Zu den üblichen Öffnungszeiten von Mittwoch bis Freitag von 10.30 bis 17 Uhr, an Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr kann das Museum besichtigt werden. Darüber hinaus werden in Zusammenarbeit mit der Tourist-Information Eichstätt öffentliche Führungen durch den Dom und das Museum an einigen Sonntagen angeboten. Die Termine: 7. Mai, 21. Mai, 4. Juni, 18. Juni, 2. Juli und 16. Juli jeweils von 15 bis 16.30 Uhr. Der Treffpunkt ist am Hauptportal des Doms.

Weitere Informationen und das ausführliche Programm unter www.dioezesanmuseum-eichstaett.de.