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04.09.2014

Den Kindern etwas weitergeben: Engagement in der Eltern-Kind-Gruppe

Annemarie Franke singt mit ihrer Eltern-Kind-Gruppe in Denkendorf viel – und lässt auch die Kleinen vorsichtig an den Gitarrensaiten zupfen. pde-Foto: Anika Taiber

Das Krabbel-Babbel-Lied ist immer das erste. Annemarie Franke setzt sich auf ein Kissen am Boden, legt die Gitarre in den Schoß, greift den D-Akkord. Das Instrument klingt voll im Raum, drei andere Frauen stimmen ein: „Krabbel-Babbel-Lieder sing ich immer wieder…“

Gloria, Ben und Lara wissen: Jetzt geht es los mit ihrem Programm. Zusammen mit ihren Müttern sind die Kleinkinder jeden Dienstag in der Eltern-Kind-Gruppe in Denkendorf, einer von 65 Eltern-Kind-Gruppen in Trägerschaft des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB) und seiner Zweigvereine in der Diözese Eichstätt. Annemarie Franke leitet die Gruppe am Dienstag. Die 27-Jährige ist auch Ansprechpartnerin für die vier anderen Gruppen in Denkendorf, die sich über die Woche verteilen – und Eltern-Kind-Sprecherin beim Frauenbund in Denkendorf. Das jüngste Mitglied in der Dienstagsgruppe ist Frankes Sohn Timon, erst wenige Monate alt. Von kurz nach der Geburt bis zum Kindergarten finden Eltern und ihre Kinder hier einen Platz zum Austausch und miteinander spielen.

Für Franke selbst war die Gruppe der Einstieg in das Dorfleben: „Wir waren neu hergezogen, meine Tochter Tabea noch nicht mal ein Jahr alt, und ich habe geschaut – was gibt es hier für Anknüpfungspunkte?“ Es dauerte nicht lange, und sie übernahm ihre eigene Gruppe. Inzwischen hat Franke drei Kinder und will mit ihrem ehrenamtlichen Engagement anderen Müttern eine Anlaufstelle bieten. „Es ist einfach toll, wenn Eltern einen Platz haben, sich mal eine Stunde untereinander auszutauschen.“

Mit einem gemeinsamen Frühstück starten Franke und Sabrina Ettinger, Katharina Schöder-Kukler und Katrin Legl an jedem Dienstag. Abwechselnd kauft jeder ein, und so ist der Korb auf dem Tisch im Eltern-Kind-Raum im Meierhofhaus in Denkendorf gefüllt mit frischem Brot. Joghurt, Früchte, Marmelade – beim Frühstück sprechen die Mütter über den vergangenen Kinderarztbesuch oder die Geschwister im Kindergarten.

Nach dem Aufräumen geht es in den großen Raum nebenan. Franke breitet eine große Decke aus, verteilt die Kissen. In einer Kiste hat sie bunte Tücher, Rasseln und kleine Trommeln gesammelt. In Ordnern und Liederheften stehen Noten und Texte, denn in der Eltern-Kind-Gruppe von Franke wird vor allem gesungen: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das bei den Kleinen am besten funktioniert.“ Ab und zu basteln auch alle zusammen, Spiele baut Franke in die Stunde mit ein. Aber bevor es richtig losgeht, heißt es auch heute: „Krabbel-Babbel-Lieder…“

„Mir ist es einfach wichtig, ein paar Rituale bei unseren Treffen zu haben – zum Beispiel das gleiche Anfangs- und das gleiche Schlusslied“, erklärt Franke. Dann wissen die Kinder, dass das gemeinsame Singen und Spielen beginnt oder zu Ende ist. Mit ihrer Gitarre gibt Franke den Rhythmus vor, unterstützt die Mütter beim Singen. Als sie die Gitarre vor sich ablegen will, greift Gloria nach den Saiten. Franke lässt sie vorsichtig darüber streifen, bis ihre Finger ihnen einen Ton entlocken.

Nach den ersten Liedern dürfen die Kinder einzeln in ein altes Bettlaken krabbeln. Vorsichtig heben die Mütter sie an, schaukeln sie durch die Luft. „Auf der grünen Wiese steht ein Apfelbaum...“, singen sie. Die Kinder lachen. „Nochmal!“

Mit den anderen Eltern-Kind-Gruppen in Denkendorf organisiert Franke eine Weihnachtsfeier, ab und zu gibt es Ausflüge in die Umgebung. „Viele Mütter sind am Anfang ja noch daheim, da ist es auch einfach mal schön, wenn sie mal rauskommen.“

Heute dürfen sich die Kinder Lieder wünschen. Sie schwenken die Rasseln, singen und klatschen mit, soweit sie es schon können. Dass sie es können liegt auch daran, dass Franke die Lieder in vielen Stunden wiederholt. Einer ihrer schönsten Momente war es, als Gloria zum ersten Mal mit den winzigen Händen beim Lied von den Fröschchen die entsprechenden Bewegungen mitmachte, erzählt sie: „Da habe ich gemerkt: Ich kann den Kindern ganz viel weitergeben. Und das ist ein richtig schönes Gefühl.“

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