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16.01.2013

Bistum Eichstätt will CO2-Ausstoß bis 2030 halbieren – Klimaschutzkonzept vorgestellt

(von links nach rechts): Diözesanratsgeschäftsführer Richard Ulrich, Dr. Andreas Thiermeyer (Umweltbeauftragter der Diözese Eichstätt), Bischof Gregor Maria Hanke und Umweltreferentin Lisa Amon präsentieren das Klimaschutzkonzept des Bistums Eichstätt. pde-Foto: Norbert Staudt

Eichstätt. (pde) – Die Diözese Eichstätt will ihre Kohlendioxid-Emissionen bis 2020 um 25 Prozent und bis 2030 um 50 Prozent reduzieren. Diese Ziele setzt sich das Bistum in einem integrierten Klimaschutzkonzept, das zusammen mit Pfarrgemeinden, Verbänden und kirchlichen Einrichtungen erstellt wurde. Das Dokument mit dem Titel „Klimaoffensive 2030“ wird am Samstag, 19. Januar, beim Neujahrsempfang des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Eichstätt erstmals einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert.

„Dieses Klimaschutzkonzept will nicht Öko-Politik sein, sondern wir möchten damit unserem Weltauftrag als Christen nachkommen“, so Bischof Gregor Maria Hanke. Die Diözese wolle damit einen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung leisten. „Die Ressourcen dieser Welt sind endlich, wir verhalten uns aber als ob sie unendlich wären“. Hier müsse ein Umdenken erfolgen. Dazu gehöre auch eine neue Form der Askese, die Selbstbeschränkung bedeute. Das Anerkennen von Grenzen müsse keine Minderung der Lebensqualität sein. „Was den Menschen zerstört, ist die Maßlosigkeit“, so der Bischof.

Das Klimaschutzkonzept ist eine Weiterentwicklung der lokalen Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz in der Diözese Eichstätt. Für die Erstellung des neuen Konzepts hat das Institut für Energietechnik an der Hochschule Amberg-Weiden die Energieverbrauchsstruktur in den Kirchenstiftungen und den diözesanen Liegenschaften ermittelt und die CO2-Emissionen berechnet. Dem Datenbestand des Jahres 2010 zufolge beträgt der Gesamt-CO2-Ausstoß im Bistum Eichstätt rund 13.100 Tonnen pro Jahr. 75 Prozent der Emissionen entfallen auf die thermische Energieversorgung, 23 Prozent auf die elektrische Energieversorgung und 2 Prozent auf den Bereich Mobilität.

Verbindliche Klimaschutzziele

Auf der Grundlage dieser Daten hat Bischof Gregor Maria Hanke nach Beratung in der Ordinariatskonferenz verbindliche Klimaschutzziele für das Bistum Eichstätt vorgegeben. Durch mittel- und langfristige Maßnahmen soll der CO2-Ausstoß gegenüber dem Basisjahr 2010 bis zum Jahr 2020 um rund 3.300 Tonnen (25 Prozent) und bis zum Jahr 2030 um rund 6.600 Tonnen (50 Prozent) reduziert werden. „Die Umsetzung der gesteckten Ziele wird in den kommenden Jahren nicht ohne große Anstrengungen in allen Bereichen und auf allen Ebenen unseres Bistums gelingen“, schreibt Hanke im Vorwort des Konzepts.

Die Halbierung der energiebedingten CO2-Emissionen will das Bistum über mehrere Wege erreichen: durch Umstellung auf Ökostrombezug, Nutzung erneuerbarer Energien, energetische Gebäudesanierung, Energieeffizienzsteigerung und klimarelevantes Verhalten. „Entscheidend für den Erfolg ist es, möglichst in allen Pfarrgemeinden Verantwortliche für die Aufgabe des Klimaschutzes zu gewinnen“, so Richard Ulrich, Beauftragter für Umweltmanagement im Bischöflichen Ordinariat.

Beschlossene Maßnahmen

Für die Umsetzung des Klimaschutzkonzepts, das vom Diözesanrat angeregt und durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert wurde, hat das Bistum eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Sie wird in enger Abstimmung mit dem Generalvikariat die einzelnen Umsetzungsschritte planen und kontrollieren. „Um als Kirche glaubwürdig für die Bewahrung der Schöpfung eintreten zu können, ist auch konkretes Handeln notwendig“, betont Umweltreferentin Lisa Amon. Erste Maßnahmen wurden bereits beschlossen. So werden die diözesanen Liegenschaften zum nächstmöglichen Zeitpunkt auf Ökostrombezug umstellen. Der von den bayerischen Bistümern erneut vereinbarte Rahmenvertrag mit der Naturstrom AG wird allen Kirchenstiftungen empfohlen. Dabei erhalten sie ein individuelles Angebot von Naturstrom mit ihren Verbrauchszahlen, damit ein Vergleich zum jetzigen Vertrag möglich ist und der Wechsel erleichtert wird.

Über die Kirchenstiftungsabrechnung steht bereits ein System zur Erfassung der klimarelevanten Daten zur Verfügung. An einer einfachen digitalen Auswertung wird noch gearbeitet. Für die dauerhafte Erfassung des Energieverbrauchs konzipiert das Diözesanbauamt derzeit eine Gebäudemanagement-Datenbank. Daneben soll ein digitales Erfassungssystem für die Kirchenstiftungen vor Ort angeboten werden, das es den Nutzern erlaubt, ihren eigenen Energieverbrauch zu erfassen und zu steuern. In den Einrichtungen des Bischöflichen Ordinariats wird ein Umweltmanagementsystem eingeführt. Zur Unterstützung bei der Umsetzung der geplanten Maßnahmen wird außerdem beim Umweltministerium die Förderung einer Stelle für Klimaschutzmanagement beantragt. Für die Finanzierung aller Maßnahmen zur Erreichung der Klimaschutzziele wird eine Summe von 1 Million Euro für die Jahre 2013 bis 2015 im diözesanen Haushalt eingestellt. Weitere Informationen zum Klimaschutzkonzept unter „www.bistum-eichstaett.de/umwelt“.

Video | Radio K1-Interview | Bericht der Kirchenzeitung
Das Klimaschutzkonzept zum Download